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MT unterliegt Rhein-Neckar Löwen nach heißem Fight

michael-mueller131202Kassel/Melsungen. Die personellen Ausgangsvoraussetzungen auf beiden Seiten waren ideal, sowohl die gastgebende MT Melsungen als auch die Rhein-Neckar Löwen konnten in ihren Bestbesetzungen antreten. Zudem war die Kasseler Rothenbach-Halle mit 3.727 Zuschauern einem Top-Spiel angemessen gefüllt. Der Tabellensechste verlangte dem frischgebackenen Championsleague-Achtelfinalisten 45 Minuten lang alles ab, musste aber dem in der Schlussphase durchschlagskräftigeren Favoriten mit 27:30 den Vortritt lassen. Zur Halbzeit hatte es 12:12 gestanden. Den Unterschied in der letzten Viertelstunde  des Spiels machte Löwe Andy Schmid, der mit 10 Treffern bester Schütze des Spiels war. Für die MT trafen Michael Müller (7) und Felix Danner am häufigsten. Für die Tabellenpositionen hatte dieses Ergebnis keine Auswirkungen.

Die MT erwischte dank des Treffers von Michael Müller gleichmit dem ersten Angriff den perfekten Auftakt. Allerdings konterten die Löwen postwendend durch du Rietz und setzten mit Petersson sogleich nach. Auch wenn der gegen seinen Ex-Club hochmotivierte Michael Müller ausgleichen konnte, waren zunächst die Gäste am Drücker.

Die erste Zeitstrafe des Spiels kassierte Melsungen Philipp Müller. Was Petersson prompt zum 2:3 nutzte. Weil kurz danach auch Gäste-Abwehrchef Roggisch für zwei Minuten hinaus musste, kam die MT beim “5 gegen 5“ zum Anschluss (3:4, Danner) und wenig später wiederum durch Müller zum Ausgleich (4:4, 10. Min.). Keine fünf Minuten danach, hatte die MT wieder Oberwasser. Danner und Sellin hatten ihre Farben mit 7:5 nach vorn gebracht. Das war für Löwen-Coach Gudmundsson Anlass für ein Team Timeout.

Aber das fruchtete zunächst wenig, denn erneut Danner stellte nach Klasseanspiel von Michael Müller auf 8:5 (17.). Zur hellen Freude der begeistert mitgehenden Zuschauer behaupteten die Hausherren über 9:6 und 10:7 (22.) sogar die Drei-Tore-Führung. Hier mal ein Gegenstoß, da mal eine Lücke am Kreis und ein Strafwurf noch dazu. Die MT nutzte fast jede sich bietende Gelegenheit. Es lief rund. Hinten hatte inzwischen Zerberus Appelgren seine tolle Form der letzten Wochen wiedergefunden. So hätte es aus Sicht der Nordhessen gerne weitergehen dürfen.

Doch der gute Lauf wurde wieder abgebremst. Der wegen eines Magen/Darm-Virus die ganze Woche über geschwächte Fahlgren setzte einen Ball klar am Tor vorbei und musste wenig später auch noch unglücklicherweise eine Zweiminutenstrafe hinnehmen. Plötzlich waren die Löwen auf 10:9 dran. Gut, dass dann Appelgren eine Großchance von National-Linksaußen Gensheimer zunichte machte und Philipp Müller zum 11:9 (26.) einnetzte. Warum dann bis zum Halbzeitpfiff den Gelbhemden noch drei und der MT nur ein Treffer gelingen sollte, lag in erster Linie an einigen Unachtsamkeiten der Bartenwetzer: Sellin vergibt von außen, Vuckovic unterläuft ein Stürmerfolul, Schröder bremst Myrhol siebenmeterreif. Schmid & Co wussten diese Fehler zu nutzen und so ging es mit einem 12:12-Remis in die Kabinen.

Im zweiten Durchgang nahm das knappe Hin und Her seinen Fortsetzung. Die Badener legten vor, Melsungen glich aus. Das ging bis zum 16:16 (35.). Nun waren es die Abwehrblöcke auf beiden Seiten, inklusive der Torhüter Appelgren und Landin, die die Szenerie bestimmten. Es sollte fast dreieinhalb Minuten dauern, bis die torlose Phase beendet war. Michael Müller, Melsungens bester, und an diesem Tage im Rückraum fast auf sich allein gestellter Antreiber und Torschütze in Personalunion, markierte das 17:16.

Spätestens als Michael Allendorf in der 42. Minute zum 19:17 eingeworfen hatte und sich Trainer Gudmundsson daraufhin zu einer Auszeit veranlasst sah, hatten wohl die meisten der Zuschauer das Gefühl: Hier geht heute was. Doch das erwies sich rasch als Trugschluss. Denn die Ansprache des Löwentrainers zeigte Wirkung: Binnen 180 Sekunden wandelten seine Schützlinge den Zwei-Tore-Rückstand in eine Zwei-Tore-Führung um 19:21, (47.). Und das obwohl du Rietz, der gerade in Schwung gekommen zu sein schien, aufgrund seiner dritten Zeitstrafe das Spiel beenden musste.

Nichtsdestotrotz – selbst beim 22:24, als noch knapp zehn Minuten zu spielen waren, hatte die MT keinerlei Anlass, die Flinte ins Korn geworfen. Zumal der eingewechselte Sandström gleich eine gute Szene zeigte und Gensheimer einen Ball abkaufte. Und auch, weil nach einem kurzen Schlagabtausch – Tor Petersson, Tor Allendorf – der 23:25-Zwischenstand immer noch Anlass zur Hoffnung gab.

Die allerdings schnell wieder zerstob. Gensheimer von Außen, Myrhol vom Kreis und Schmid von der Strafwurflinie waren schuld daran. Keine sechs Minuten mehr auf der Uhr, vier Tore Rückstand (24:28)- das war wohl die Vorentscheidung. MT-Coach Roth versuchte per Auszeit, seine Mannschaft nochmal zu justieren, doch der sich inzwischen eingeschlichene Fehlerteufel war jetzt nicht mehr zu vertreiben. Ballverluste und technische Fehler der nach wie vor fightenden Melsunger verhinderten eine Verkürzung des Rückstandes. Die abgezockten Gelbhemden ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und gingen beim 27:30 als glücklicher, letztlich aber verdienter Sieger vom Feld. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson, Trainer Rhein-Neckar Löwen. Das war insgesamt ein sehr gutes, für uns aber auch ein sehr schweres Spiel. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, dass sie nach zuletzt 6.500 Reisekilometern heute  hier gewonnen hat. Das war nicht selbstverständlich und wir alle sind deshalb sehr glücklich. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit im Angriff gesteigert, das war sicherlich entscheidend. Ich muss auch der MT ein Kompliment machen, die in dieser Saison bisher sehr gute Leistungen gezeigt hat.

Michael Roth, Trainer MT Melsungen: Ich kann mich meinen Kollegen nur anschließen, die Zuschauer in der Halle und an den Fernsehschirmen haben heute eine sehr gutes Spiel erlebt. Man hat aber auch den Unterschied gesehen zwischen einer Mannschaft, die in der Bundesliga auf Platz sechs steht und einer, die in der Championsleague spielt. Da gibt es auch individuelle Qualitätsunterschiede. Die haben heute Schmid und Myrhol in der entscheiden Phase ausgemacht. An den beiden sind wir im Grunde genommen gescheitert. Darüber hinaus haben wir uns insgesamt 14 technische Fehler geleistet und die werden von einem Gegner wie den Löwen natürlich bestraft. Dennoch will ich nicht zuviel kritisieren. Denn Kampf und Einsatzbereitschaft haben auch heute wieder gestimmt. Das macht uns zuversichtlich für das nächste schwere Spiel in Hannover.

Michael Müller, MT Melsungen: Wir hatten uns heute mehr ausgerechnet und sind dementsprechend enttäuscht. Wir hatten Zeit, uns eine Woche lang auf den Gegner einzustellen, haben heute vor einem super Publikum gespielt und wurden dann in den letzten zehn Minuten für unsere Fehler eiskalt bestraft. Andy Schmid, der ein starkes Spiel gemacht hat, hat uns quasi das Genick gebrochen. Die Löwen haben eben eine gewisse Klasse und sind einfach konstanter als wir.

Andy Schmid, Rhein-Neckar Löwen: Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, heute zu gewinnen. Denn wer mit zehn Toren in Magdeburg erfolgreich war, hat schließlich ein gewisses Statement abgegeben. Die MT hat sich in dieser Saison gut verstärkt, hat einen guten Trainer und ein gutes Publikum. Es ist immer extrem schwierig, hier zu spielen. Die Mannschaft kämpft, die Müllers sind sowieso immer heiß, aber das macht insgesamt auch Spaß. Wir haben am Ende einfach einen Tick glücklicher agiert und können sehr froh sein, dieses Fifty-Fifty-Spiel gewonnen zu haben.

MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen 27:30 (12:12)

MT Melsungen: Appelgren, Sandström (bei einem Strafwurf und ab 50.) – Stenbäcken, Mansson, Sellin (5/1), Kubes, Fahlgren, Schröder, Danner (6), P. Müller (4), Allendorf (4), Vuckovic (1), M. Müller (7), Zufelde (n.e.), Hildebrand (n.e.).

Rhein-Neckar Löwen:  Landin, Peribonio  (22. – 30.) – Schmid (10/4), Gensheimer (6), Roggisch, I. Guardiola (n.e.) , Groetzki (2) , G. Guardiola,  Ekdahl du Rietz (2), Petersson (3) , Myrhol (3), Gorbok (4), Manojlovic (n.e.), Prodanovic.

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig ( Steuden / Landsberg)

Strafminuten: 4 – 6 (P. Müller, Sellin, Fahlgren, Kubes – du Rietz (3x, Disqualifikation in der 46. Min.), Roggisch,  Groetzki, Schmid.

Siebenmeter:  1/1 – 5/4 (Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer trifft die Latte)

Zuschauer:  3.727, Rothenbach-Halle Kassel

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:2 (4.), 2:4 (7.), 4:4 (10.), 5:5 (13.), 7:5 (15.), 8:5 (17.), 9:6 (19.), 9:7 (21.), 10:9 (24.), 11:10 (26.), 12:12 (HZ), 12:13 (31.), 15:16 (34.), 17:16 (38.), 18:17 (41.), 19:18 (44.), 19:19 (45.), 19:21 (47.), 20:22 (48.), 21:23 (50.), 22:24 (51.), 23:27 (54.), 24:28 (55.), 25:28 (56.), 25:29 (58.), 26:29 (59.), 27:30 (EN)



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