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Kugelstoßer Uwe Krah startet wieder für die MT

uwe-krah131212Melsungen. Ab Januar startet Uwe Krah, bisher LG Alheimer Rotenburg-Bebra, wieder für die MT 1861 Melsungen.  Bereits vor fünf Jahren war der heute 49-Jährige im MT-Trikot sehr erfolgreich, denn bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren  in Sindelfingen machte er sein Meisterstück. Der Polizeioberkommissar,  der vor 20 Jahren zu den stärksten Männern der Welt im Kraftleistungsdreikampf gehörte, sicherte sich mit 14,21 m nicht nur den nationalen Titel im Kugelstoßen, sondern verbesserte damit auch den nordhessischen Hallenrekord der M45, der bis heute wie ein Fels in der Brandung steht. Seinen größten internationaler Erfolg erntete Uwe Krah im Frühjahr 2011 bei der Hallen-EM in Gent, wo er mit 13,91 m in der M45  die Silbermedaille gewinnen konnte.

Der deutsche Polizeimeister im Kugelstoßen von 1997, der eine Bestleistung von 16,77 Meter vorzuweisen hat, möchte unter Trainer Alwin J. Wagner wieder auf nationaler Ebene vorne mitmischen.  Bei den Kreis-Hallenmeisterschaften im Januar in der Melsunger Sporthalle will er der deutlich jüngeren Konkurrenz zeigen, was man mit fast 50 Jahren noch leisten kann. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren, die am 1. März in Erfurt ausgetragen werden, hat er sich mindestens die Bronzemedaille als Ziel gesetzt und hofft bei diesem Wettkampf den nordhessischen Hallenrekord, der seit drei Jahren bei 13,58 Meter steht, auf über 14 Meter zu verbessern. (ajw)

Vier Fragen an Uwe Krah, der in Sontra seinen Polizeidienst verrichtet.

Warum kommen Sie zur MT Melsungen zurück, nachdem Sie in den letzten drei Jahren für die LG Alheimer am Start waren?
Auch wenn ich mehr oder weniger mein eigener Trainer bin, gehöre ich gern einem Verein an, mit dem ich mich identifizieren kann. Das findet bei mir nur statt, wenn ein Verein in technischer und athletischer Hinsicht entsprechend gute Nachwuchsarbeit leistet. Im athletischen Bereich versagen die meisten Trainer regelrecht. Ich kenne sehr viele talentierte Athleten, die sich als Jugendliche nicht mehr steigerten und deshalb als Erwachsener mit der Leichtathletik aufhörten. In Melsungen leistet Alwin Wagner eine ausgezeichnete Arbeit, bedingt durch sein großes Wissen im Krafttraining und der Techniken in allen Disziplinen, nicht nur im Wurf. Man beachte nur in den letzten beiden Jahren die Leistungssprünge von Henri Alter, der mir sehr imponiert.  Alwin Wagner ist kein Theoretiker, der sich sein Wissen angelesen hat. Er kommt als ehemaliger weltklasse Diskuswerfer von der Praxis und war 15 Jahre Landestrainer im Hessischen Leichtathletik-Verband.

Sie haben als Polizeibeamter bei ihren Einsätzen in Frankfurt häufig ihre Gesundheit eingesetzt und leisteten auch an den Wochenenden zahlreiche Überstunden, wo die Wettkämpfe stattfanden.  Wie konnten Sie den Polizeidienst und ihren Leistungssport unter einen Hut bringen?
Bevor ich mit dem Kugelstoßen anfing, war ich bereits im Kraftleistungsdreikampf aktiv. Ich war in dieser Sportart mehrfacher deutscher Meister und nahm auch an den Welt- und Europameisterschaften teil.  Der größte Erfolg im Kraftleistungsdreikampf war bei der WM 1997 der sechste Platz in Prag. Als ich 1992 in die hessische Polizei eintrat, dachte ich an eine großzügige Förderung. Aber schon bald  stellte ich fest, dass Sport bei der Polizei als Luxus angesehen wurde. Vor allem wurde die Bedeutung für den Erhalt der Einsatzfähigkeit unterschätzt.  Ich bin froh, dass ich in meiner  Jugendzeit und auch später sehr viel Sport getrieben habe, denn für den Erfolg eines polizeilichen Einsatzes ist auch die physische Leistung ein wichtiges Merkmal. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stehen für mich auf einer Stufe und sind eine wichtige „Schlüsselfunktion“ für die besondere Eignung des professionell agierenden Polizeibeamten.

Konnten Sie während Ihres Polizeistudiums täglich trainieren?
Leider gab es in meiner Ausbildungszeit noch keine Rahmenbedingungen für den Hochleistungssport bei der Polizei und somit auch keine staatliche Spitzenförderung durch das Land Hessen. Heute wird durch einen angepassten Bachelor-Studiengang Rücksicht auf die Polizeispitzensportler genommen. Das gab es bei mir nicht.   Schade!   Wer weiß, wie weit ich bei einer guten Förderung die Kugel gestoßen bzw. welche Leistungen ich im Kraftleistungsdreikampf erreicht hätte?

Wie haben Sie dennoch diese körperliche Leistungsfähigkeit erreicht?
Diese Fähigkeit erreichte ich durch tägliches Training nach der Dienstzeit. Das Training mit den Hanteln erhöhte nicht nur meine körperliche Ausdauer und Einsatzfähigkeit, sondern das Krafttraining ermöglichte mir, auch meine Stärken positiv zu erfahren. Mein Selbstbewusstsein und  Selbstvertrauen wurden dadurch für schwierige Einsatzsituationen gestärkt. Auch heute noch ist das Training für mich sehr wichtig. Es hält mich nicht nur fit;  durch den Sport möchte ich auch für meine beiden Söhne, die ebenfalls als Leichtathleten aktiv sind, ein gutes Vorbild sein.  Eine große Unterstützung finde ich auch bei meiner Frau Anaj, die selbst ein regelmäßiges Krafttraining absolviert.  Frei nach dem Motto: Wer rastet, der rostet!!!



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