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Hephata-Klinik erweitert Angebot ihrer Epilepsieberatungsstelle

birgit-neif131216Schwalmstadt-Treysa. Birgit Neif führt seit August die Epilepsieberatungsstelle der Hephata-Klinik in Treysa. Die 52-jährige Sozialarbeiterin ist sowohl in der allgemeinen Sozialarbeit der Fachklinik für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie als auch in der Epilepsieberatung tätig. Damit einher geht eine Intensivierung der Angebote der Beratungsstelle. „Ich möchte in der Beratung einen Dialog aufbauen. Ich will nicht einfach mein Wissen abspulen und dann auf Wiedersehen sagen. Ich möchte, dass die Betroffenen ihre Geschichte erzählen können, daraus entwickeln sich oft Perspektiven“, sagt Birgit Neif.

Die gelernte Erzieherin und Heilpädagogin sowie studierte Sozialarbeiterin kam im Januar an die Hephata-Klinik, um den Sozialdienst der Klinik zu unterstützen. Schnell wurde ihr jedoch das Angebot gemacht, zusätzlich die Epilepsieberatungsstelle der Klinik zu führen. Diese ist dadurch nun jeden Werktag zu erreichen und wie gehabt für die Betroffenen und deren Angehörigen kostenlos, vertraulich sowie auf Wunsch auch anonym. Die Ratsuchenden müssen nicht Patienten der Klinik sein.

Die Kosten trägt die Hephata-Klinik seit August 2013 allein. Zuvor war die Beratungsstelle der Klinik mit je einem Standort an der Universitätsklinik Marburg und Gießen in Marburg und an den Städtischen Kliniken Kassel im Rahmen eines Fünfjahresprojektes von der „Aktion Mensch“ gefördert worden.

„Es ist wichtig, Betroffenen zu vermitteln, dass sie nicht nur schwach sind, sondern auch stark sein und sehr viel geben können“, findet Neif. Beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig in der Hephata-Klinik trifft und zu der die 52-Jährige den Kontakt vermittelt. Sie berät zudem auch zu grundsätzlichen Fragen: Wie gehe ich in meiner Familie und an meinem Arbeitsplatz mit der Diagnose um? Was bedeutet das für meine Lebensplanung? Kann ich meinen Job weiter ausüben? Kommt sie allein nicht weiter stellt die 52-Jährige den Kontakt zu weiterführenden Beratungsstellen wie dem Integrationsamt her. Sie hilft zudem bei Neuanträgen oder Widersprüchen an das Versorgungsamt, um den Grad der Behinderung festzustellen. Sie unterstützt bei der Beantragung von Hilfsmitteln, wie speziellen Brillen für Epileptiker. Sind Hilfeleistungen und Assistenz im Alltag nötig, braucht ein Betroffener, der aufgrund der Epilepsie nicht mehr selbst Auto fahren kann, beispielsweise regelmäßig ein Taxi, um zur Arbeit zu kommen – auch dann ist Birgit Neif Ansprechpartnerin.

Weitere Themen sind die Anträge für Reha-Maßnahmen und die Vermittlung an Rentenberater, wenn beispielsweise eine Frühverrentung im Raum steht.

Ihre Unterstützung haben seit August 35 Frauen und Männer persönlich in Anspruch genommen, hinzu kamen fünf telefonische Anfragen. „Ich erlebe Epilepsie als einen großen Einschnitt im Leben, der von einem Moment zum anderen das ganze Leben verändern kann“, weiß Neif. Sie versuche trotzdem  zu ermutigen, die Epilepsie anzunehmen, als etwas, „Das dann zum Leben dazugehört, es aber nicht dominieren muss“. (me)

Kontakt: Hephata-Klinik, Epilepsieberatungsstelle, Birgit Neif, Telefon (06691) 182034 und birgit.neif@hephata.com.



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