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Spuckt die MT den Löwen in die (Meisterschafts-)Suppe?

mt140514Mannheim/Melsungen. Für die einen ist es das letzte Auswärtsspiel, für die anderen das letzte Heimspiel der Saison. Wenn die MT Melsungen heute bei den Rhein-Neckar Löwen antritt, steht nicht nur der 33. Spieltag der DKB-Handball-Bundesliga auf dem Programm. Beide Teams könnten ihre jeweiligen Vereinshistorien erstmalig um einen ganz besonderen Erfolg bereichern. Anwurf in der Mannheimer SAP-Arena ist um 20.15 Uhr. Das Spiel ist live im kostenlosen Internetstream auf sport1.de zu sehen, zudem überträgt MT-Partner HNA ebenfalls live via Internetradio.

Kaum ist das nervenzehrende Heimspiel gegen Verfolger SC Magdeburg verdaut, muss sich die MT Melsungen für eine noch größere Herausforderung wappnen. Nachdem die Nordhessen am Samstag – angetrieben von einem enthusiastischen Publikum – in dem quasi schon verlorenen Match in den letzten 25 Sekunden noch einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachten, müssen sie sich am Mittwoch auf ein noch stärkeres Kaliber einstellen. Denn Vuckovic & Co treten beim aktuellen Tabellenführer an. Die Rhein-Neckar Löwen liegen aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses derzeit hauchdünn vor den punktgleichen Kielern und wollen mit einem weiteren Sieg das Tor zu ihrer ersten Deutschen Meisterschaft ganz weit aufstoßen. Auf der anderen Seite steht die MT Melsungen, die aus ihren beiden letzten Saisonspielen noch zwei Punkte benötigt, um ihren sechsten Tabellenplatz, der in der kommenden Saison mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zur Teilnahme am EHF-Cup berechtigt, zu festigen.

Die Frage aus nordhessischer Sicht wird sein: Kann sich die MT nur vier Tage nach ihrem sehr kräfte- und nervenraubenden Duell mit dem SC Magdeburg zu einer weiteren Energieleistung aufraffen? Trainer Michael Roth bangte noch letzte Woche um den Einsatz seiner drei Nationalspieler. Zum Samstag meldeten sich dann Michael Allendorf, Felix Danner und Johannes Sellin dank intensivster Vorarbeit der medizinischen Abteilung rechtzeitig zurück. Während Danner und Allendorf auf dem Feld jeweils tolle Vorstellungen ablieferten, hielt sich Sellin, der seht gut von Christian Hildebrand vertreten wurde, auf der Bank bereit. “Es wird ihnen wehtun”, hatte zuvor Chef-Physiotherapeut Sascha Seifert (REHAmed) prophezeit. Aber sie bissen auf die Zähne und leisteten fast Übermenschliches.

Am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen ist ihr Mitwirken erst recht gefragt. Schließlich geht es darum, Versäumtes nachzuholen. Abgesehen von dem Reitz, als Zünglein an der Waage im Kampf um die Deutsche Meisterschaft zu fungieren. Da wird natürlich ganz Handball-Deutschland genau hinschauen. Zumal zuletzt die überdeutlichen Niederlagen von Lemgo gegen Kiel und von Eisenach gegen die Rhein-Neckar Löwen schon argwöhnisch betrachtet wurden.

Michael Allendorf, der erfolgreiche Siebenmeterschütze zum 31:31-Remis gegen Magdeburg, rechnet in Mannheim mit Außenseiterchancen: “Die Rhein-Neckar Löwen haben eine sehr starke Mannschaft und sie stehen zu Recht an der Tabellenspitze. Das wird für uns eine sehr große Herausforderung. Aber sie müssen aufgrund des knappen Vorsprungs gegenüber Kiel um jedes Tor kämpfen. Ein solcher Druck kann natürlich auch mal nach hinten losgehen. Wir werden alles hinein legen, um schon vorzeitig unseren sechsten Tabellenplatz zu sichern. Wir haben danach jedoch noch eine weitere Chance dazu im letzten Spiel zuhause gegen Hannover-Burgdorf”.

Gleichwohl denkt der Linksaußen auch daran, dass viele Augen auf diese Partie gerichtet sein werden: “Das ist natürlich auch eine Gelegenheit für uns, zu zeigen, was wir können. Das Spiel wird im Fernsehen übertragen, da wollen wir uns gut verkaufen. Was dabei herauskommt, werden wir sehen”.

Mit Trainer Michael Roth, der mit dem Vorgänger-Club der Löwen, der SG Kronau-Östringen 2003 in die Bundesliga aufgestiegen war, und mit Michael Müller, der von 2009 bis 2012 das gelbe Trikot trug, kehren übrigens gleich zwei MT-Akteure an ihre frühere Wirkungsstätte zurück. Gegenüber der HNA kündigte Müller an: „Wir werden in Mannheim nichts abschenken. Wenn die Löwen Meister werden wollen, müssen sie uns schlagen“. (Bernd Kaiser)

Bisherige Bundesligavergleiche:
17 Spiele, 14 Siege RNL, 2 Siege MT, 1 Remis; letzes Spiel: MT – RNL 27:30 (01.12.13)

Schiedsrichter in Mannheim:
Fabian Baumgart / Sascha Wild (Ortenau, Baden-Württemberg)

Live-Berichterstattung aus Mannheim:
sport1.de
Radio HNA