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Karolin Siebert wieder im Hoch

Silbermedaille bei den Landesmeisterschaften über 400m-Hürden

Karolin Siebert. Foto: Alwin J. WagnerWetzlar. Der Wettergott mus ein hessischer Leichtathletik-Fan sein, denn entgegen allen Prognosen in Bezug auf die Schafskälte, die eine kalte Polarluft mit vielen Wolken bringen sollte, wurden die Athleten bei den Landesmeisterschaften von Sonne und Temeraturen über 20 Grad verwöhnt. Das Hoch Xerxes, das zunächst kühle Luftmassen und teilweise Regen nach Hessen bringen und die Schafskälte noch verstärken sollte, verzog sich und machte sowohl am ersten als auch am zweiten Tag nicht nur Platz für Sprinter Felix Göll von der LG Friedberg-Fauerbach, der in 10,42 Sekunden schnellster hessicher Läufer wurde, sondern verhalf auch der 17-jährigen Karolin Siebert aus Melsungen im 400m-Hürdenlauf zu einer großartigen Zeit, die ihr überraschend die Vizemeisterschaft bei den Frauen einbrachte. Viele Athleten dankten es mit einer Reihe von hervorragenden Leistungen.

Auch bei den fünf Wettkämpfern der MT 1861 Melsungen, die alle zu überzeugen wussten, sah man strahlende Gesichter. Christian Schulz und Lorenz Funck, die beiden Starter in der U18, kehrten wie Julia Klute sogar mit persönlichen Bestzeiten zurück. Karolin Siebert, die zweifache hessische U18-Meisterin von 2012, hat ihre alte Leistungsstärke wieder fast erreicht und pulverisierte ihre Jahresbestleistung über 400m-Hürden um fast zwei Sekunden. Und auch auf Celine Kühnert war wieder Verlass. Die 19-Jährige erreichte auch dieses Jahr wieder das Finale im Dreisprung und hätte im Opitmalfall lediglich einen Platz besser belegen können. Auf einen Nenner gebracht: Die Spitzenkräfte der MT Melsungen, die in Wetzlar starteten, präsentierten sich auch spitze.

Für den größten Erfolg aus Melsunger Sicht sorgte erwartungsgemäß Karolin Siebert, die ihre Bewährungsprobe bei diesen Meisterschaften in Wetzlar glänzend bestand, denn die 17-Jährige startete zum ersten Mal in der Frauenklasse. Auch wenn mit Eileen Demes die beste hessische 400m-Hürdenläuferin nicht an diesen Meisterschaften teilnahm, so präsentierte sich dieser Wettbewerb auf einem hohen Niveau. Julia Smakal vom SC Alsfeld, die im Vorjahr den Titel in der U20 mit großartigen 63,68 Sekunden gewonnen hatte, setzte sich in Wetzlar auch bei den Frauen mit 63,78 Sekunden souverän durch. Aber hinter der früheren Mehrkämpferin gab es einen spannenden Dreikampf zwischen Lokalmatadorin Betty Will, die kurz vor den Meisterschaften mit einer 66er-Zeit aufhorchen ließ, Jana Medelnik von der LG Odenwald und Karolin Siebert. Als dieses Trio auf die Zielgerade einbog, lag die Jugendliche aus Melsungen noch auf Rang vier. Doch mit einem sehenswerten Finale, bei dem sie noch an der letzten Hürde etwas hängenblieb, sicherte sie sich überraschend die Silbermedaille.

Foto: Alwin J. Wagner„Ich bin vorsichtig, um nicht zu sagen defensiv, angelaufen. Schließlich war es für mich nach langer Zeit der erste Lauf gegen eine starke Konkurrenz, da wollte ich nicht auf der Zielgeraden schon fertig sein!“ Der markante Endspurt auf den letzten 100 Metern gilt als Beleg für die keineswegs ausgeschöpften Möglichkeiten. Schließlich hat sie auch für die Landes-Jugendmeisterschaften, die in drei Wochen in Gelnhausen stattfinden, einen Medaillenplatz avisiert. Karolin möchte dann ihre Bestzeit, die seit ihrem Sieg in der U18 vor zwei Jahren bei 65,48 Sekunden steht, nach unten korrigieren.

Nicht den geringsten Zweifel gab es im Dreisprung der Frauen am Sieg von Chantal Buschung aus Selters. Mit 12,16 Meter verfehlte sie ihre Jahresbestleistung nur um zehn Zentimeter. Auch Nicole Litsche (Bad Schwalbach) mit 11,87 Meter und Julia Krug (Reinhardswald, 11,75 m), bestätigten ihre Anwartschaft auf die Plätze zwei und drei. Celine Kühnert, die in diesem Jahr bereits 10,82 m gesprungen war, erreichte in Wetzlar 10,40 Meter und wurde von Jennifer Maedicke (Oberkleen) mit 10,64 m auf Rang fünf verdrängt.

Leider wurde Julia Klute im 1500m-Lauf der Frauen für ihre Courage nicht belohnt. Die 17-Jährige, die bei den Landes-Jugendmeisterschaften in Gelnhausen über 800 Meter an den Start gehen wird, sollte in Wetzlar eine Zeit um 5:10 Minuten erreichen. Doch Julia lief in dem neun-köpfigen Feld das für sie zu schnelle Tempo mit und hatte nach zwei Drittel der Strecke eine Zwischenzeit von 3:22 Minuten vorzuweisen. Zwischendurch war sie ca. acht Sekunden schneller als die für sie vorgesehenen Marschtabelle. Dreihundert Meter vor dem Ziel kam was kommen musste. Sie zollte nicht nur für ihr couragiertes Rennen auf den ersten drei Runden Tribut. Sie musste auch auf der Zielgeraden gegen den immer stärker aufkommenden Wind anlaufen, was zusätzlich Kraft kostete, obwohl die Energiereserven fast aufgebraucht waren. Mit einer Bestzeit von 5:15,78 Minuten als Neunte angereist, erreichte sie nach 5:14,50 Minuten als Achte die Ziellinie, aber nicht ihr Ziel.

Sicherlich steckte auch bei Christian Schulz – wie bei Julia Klute – noch der glänzende Staffellauf in seinen Beinen. Aber auch Christian hatte sich einen Tag nach seinem 17. Geburtstag zwei Ziele gesetzt. Zum einen wollte er seine Bestzeit über 800 Meter, die er bei den nordhessischen Meisterschaften in Kassel mit 2:06,89 Minuten aufgestellt hatte, verbessern. Zum anderen wollte er sich gegen die Niederlage gegen Nordhessenmeister Felix Hildebrand (Bad Sooden-Allendorf), der ihn bei diesen Meisterschaftsrennen mit 2:05,06 Minuten bezwungen hatte, revanchieren.

Foto: Alwin J. Wagner25 Mittelstreckenläufer hatten ihre Meldungen zu dieser 800m-Meisterschaft abgegeben, so dass in drei Zeitläufen der hessische U18-Meister ermittelt werden musste. Nachdem im ersten Lauf Eric Herbert (Flieden) als Sieger 2:06,83 Minuten vorgelegt hatte, wussten die Läufer des zweiten Laufes, dass sie auf den beiden Stadionrunden nicht trödeln durften. Niklas Roth von der LG Fulda übernahm die Initative und legte wie die Feuerwehr los. Christian Schulz lag nach 200 Metern im Mittelfeld und wurde mit 29 Sekunden gestoppt. Eine Zeit, die viel zu schnell für ihn war, denn der Jugendliche aus Röhrenfurth sollte die beiden Stadionrunden jeweils gleichmäßig in 62 Sekunden zurücklegen. Während auf der Zielgeraden Roth seine Führung ausbauen konnte, setzten die anderen Mittelstreckenläufer im Kampf um Platz zwei zu einem Schlussspurt gegen den Wind an. Christian Schulz gab alles und erreichte nach 2:05,72 Minuten nur knapp hinter Philipp Arnold (LG Ried, 2:05,71) als Sechster das Ziel. Aber er konnte sein Vorhaben realisieren, denn er stellte in diesem Rennen eine persönliche Bestzeit auf und blieb im Ziel vor Felix Hildebrand, der als Achter nach 2:05,90 Minuten hinter Simon Benker (Neuhof, 2:05,88 Min.) die Ziellinie passierte.

Auch Lorenz Funck wird immer besser. Der Dritte der hessischen Meisterschaften über 2000m-Hindernis, stand im Vorjahr mit einer 1500m-Zeit von 4:57,57 Minuten in der Bestenliste. Nachdem er sich bei den nordhessischen Meisterschaften im Kasseler Auestadion auf 4:42,39 Minuten verbessert hatte, sollte er in Wetzlar diese Strecke zum ersten Mal unter 4:40 Minuten laufen. Der 17-Jährige hielt sich genau an die vorgegebenen Zwischenzeiten und erfüllte seinen Auftrag glänzend. Für die ersten zwei Drittel der Strecke wurde er mit 3:05 Minuten gestoppt. Am Ende des Rennens forchierte er noch einmal sein Tempo und kam nach 4:37,84 Minuten ins Ziel.

„Beim Kreissparkassen-Cup in Neukirchen und bei den Jugendmeisterschaften der U20 in Gelnhausen werde ich versuchen, zum ersten die 3000 Meter unter zehn Minuten zu laufen,“ sagte Lorenz, dem die kürzeren Laufstrecken sichtbar sehr viel Spaß bereiten. (ajw)



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