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Melsunger Staffel-Quartett überzeugte in Ulm

ajw140728aUlm/Melsungen. Mit tollen Perspektiven startet die deutsche Leichtathletik aus dem Meisterschafts-Wochenende von Ulm in Richtung EM, die vom 12. bis 17 August in Zürich ausgetragen wird. Höhepunkt dieser Meisterschaften war der 100-Meter-Rekord von Julian Reus in 10,05 Sekunden, aber auch viele überzeugende Auftritte der DLV-Nachwuchstalente machen Mut für die kontinentalen Titelkämpfe in der Schweiz. In Ulm, wo auch die deutschen Jugend-Staffelmeisterschaften ausgetragen wurden, kann man auch für die Melsunger Athleten ein positives Fazit ziehen, denn auch Katharina Wagner und die drei 17-jährigen Julia Klute, Karolin Siebert und Marie Wagner befinden sich in einer guten Verfassung und können in den nächsten Monaten für weitere großartige Leistungen sorgen.

Für die nationalen Staffelmeisterschaften hatten sich 26 Teams der weiblichen U20 über 4×400 Meter qualifiziert. 16 Mannschaften waren schneller als 4:05 Minuten und zehn Teams hatten die vier Stadionrunden unter vier Minuten zurückgelegt. Das MT-Quartett hatte sich bei den Landesmeisterschaften in Wehrheim überraschend in 4:07,03 Minuten den Titel gesichert und sich als zwanzig bestes Team für Ulm qualifiziert. Obwohl das angestrebte Ziel, diesen eigenen Jugendkreisrekord, der seit 30 Jahren in den Rekordbüchern stand, noch einmal um zwei Sekunden zu verbessern nicht erreicht wurde, verloren die vier Melsunger Teenager trotzdem nicht ihr Lächeln. Sie konnten nämlich mit Rang siebzehn einen Achtungserfolg in Ulm feiern. „Ulm war für diese Vier ein tolles Erlebnis“ billanzierte  Alwin J. Wagner, aber die Nervosität bei ihren ersten nationalen Meisterschaften war größer als vermutet hatte.

ajw140728bPünktlich zu den Staffel-Vorläufen, die am Samstagmorgen ab 11 Uhr ausgetragen wurden, setzte der Regen ein. Im ersten Rennen siegten die Mädchen vom LAZ Leipzig in 3:51,55 Minuten vor der Startgemeinschaft Jena und Erfurt (3:53,69). Den dritten Platz belegte die Startgemeinschaft Rhede/Wesel mit 3:59,18 Minuten. Auf Rang sieben landete die LG Kindelsberg-Kreuztal (4:05,71) vor der zweiten Mannschaft der DSHS Köln (4:09,23 Minuten).

Im zweiten Vorlauf holte sich die erste Mannschaft der DSHS Köln in 3:54,31 Minuten den Sieg und qualifzierte sich ebenso wie der USC Mainz (3:59,14) für das Finale. Auf den weiteren Plätzen folgten die Startgemeinschaft Pfullingen-Riederich (3:39,87), LG Kurpfalz (4:07,38), TV Wattenscheid (4:07,55), LG Rhein-Wied (4:12,08) und der TV Bühl (4:14,86 Minuten).

Im dritten Vorlauf starteten die Athletinnen der MT Melsungen. Als Startläuferin fungierte Karolin Siebert, die bei den Landes-Jugendmeisterschaften in Gelnhausen die 400 Meter unter einer Minute zurücklegt hatte. Die 17-Jährige musste auf der Innenbahn starten. Auf Bahn zwei lief die Startgemeinschaft (StG) Schönbuch-Nord aus Baden-Württemberg. Der SC Dresden mit der zweitbesten Meldezeit von 3:51,22 Minuten, startete auf Bahn drei mit Luisa Günnel, die bei den Landesmeisterschaften in Sachsen als Siegerin der U18 die 400 Meter in 56,79 Sekunden zurücklegt hatte. Mit dem Quartett der StG Löningen-Ankum, das mit 3;56,71 Minuten gemeldet war, startete ein weiterer Anwärter auf das Finale, das einen Tag später ausgetragen wurde.

Für die Bahn fünf wurde der Favorit und Ranglisten-Erste ART Düsseldorf gesetzt. Die Jugendlichen aus der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen hatten die Landesmeisterschaft mit 3:50,41 Minuten gewonnen und konnten es sich leisten, zwei Athletinnen mit Bestzeiten von 56 Sekunden für das Finale zu schonen. Mit Alina Kuss lief eine starke Langhürdlerin an, die in diesem Jahr über 400m-Hürden bereits eine 62er-Zeit erzielen konnte.

ajw140728cajw140728fAuf Bahn sechs startete die LG Osnabrück, davor die StG Meckenheim-Brühl-Glessen und ganz außen liefen die Mädchen der Leichtathletik-Gemeinschaft Bernkastel-Wittlich mit Aline Petry, die eine Bestzeit über 400m-Hürden von 63,20 Sekunden aufzuweisen hatte und damit fast drei Sekunden schneller war als die Melsunger Startläuferin.

Karolin Siebert kannte die Konkurrenz nicht, aber sie merkte unmittelbar nach ihrem verhaltenen Start, dass die Post vor ihr sehr schnell abging. Die 200m-Marke passierte die hessische Vizemeisterin in 29,0 Sekunden und hatte auf die Bahnen drei und fünf schon mehr als 30 Meter Rückstand. Die zweite Hälfte des Rennens legte die 17-Jährige mit ihrem eleganten Laufstil in 31,4 Sekunden zurück, so dass sie auf Position fünf liegend, nach 60,4 Sekunden das Staffelholz an Katharina Wagner weiterreichte. „Warum ich diesmal nicht schneller war, weiß ich auch nicht. Vielleicht bin ich zu langsam gestartet“, gestand sie später, als man dieses Staffelrennen analysierte und ihre Reaktionszeit mit 0,300 Sekunden bekannt wurde.

Katharina Wagner bretterte nach der Stabübernahme kraftvoll mit langen Schritten los, als wollte sie nur 200 Meter laufen. Während für den SC Dresden Celine Noack lief, die als 800m-Landesmeisterin sich den Titel in 2:13 Minuten geholt hatte, startete für den ART Düsseldorf Julia Bork. Aber Katharina hatte am Ausgang der ersten Kurve gegen die Konkurrenz zehn Meter gut gemacht. Sie legte die ersten 200 Meter in 27,5 Sekunden zurück, so dass das MT-Team nach 600 Meter eine Zwischenzeit von 1:27,9 Minuten vorweisen konnte und somit über eine Sekunde schneller war als man sich vor dem Rennen vorgenommen hatte. Selbst Lorena Bähner vom VfL Löningen, die am 6. Juli in Mannheim über 200 Meter mit glänzenden 24,25 Sekunden aufgetrumpft hatte, konnte sich von Katharina auf der ersten Hälfte nicht absetzen. Aber nach 300 Metern war ihr Energiespeicher fast aufgebraucht, so dass ihr die letzten 100 Meter besonders schwer fielen. Obwohl sie die zweiten 200 Meter nur in 33,2 Sekunden lief, legte sie die Stadionrunde in 60,7 Sekunden zurück. „Das Tempo zu Beginn war viel zu hoch und kostete sehr viel Kraft“, mutmaßte sie. Und ihr Vater setzte noch einen drauf: „Das war alles andere als ein perfektes Rennen. Aber mit dieser Zeit hat Kati bewiesen, dass sie noch viel Potential besitzt!“ Nach der Hälfte der Strecke hatten die Melsunger eine Gesamtzeit von 2:01 Minuten stehen.  Als dritte Läuferin nahm Julia Klute auf Rang fünf liegend das Rennen auf und zeigte auf der ersten Hälfte einen sehr mutigen Lauf. Selbst gegen die läuferisch viel stärkere Konkurrenz verlor sie fast keinen Boden; im Gegenteil, sie holte gegen die vor ihr liegenden Teams aus Löningen und Bernkastel auf und durcheilte die ersten 200 Meter in 29,74 Sekunden. Das konnte auf keinen Fall gutgehen, denn erst zehn Tage vorher verbesserte sie beim  Abendsportfest in Melsungen ihren Hausrekord auf 29,61 Sekunden. Auch Julia merkte nicht, dass ihr vorgelegtes Tempo viel zu schnell war. Obwohl sie vorbildlich kämpfte und versuchte den fünften Rang zu halten, sah man mit jedem Schritt, dass sie langsamer wurde. Sie schien auf den letzten 100 Metern stehend k.o. zu sein. Jana Schulte aus Löningen, die sich auf den ersten 200 Metern nicht von ihr lösen konnte, schienen auf der zweiten Hälfte Flügel zu wachsen, denn sie wurde mit 28 Sekunden gestoppt, so dass sie für ihre Stadionrunde nur 58 Sekunden benötigte. Mit dieser guten Leistung brachte sie ihr Team vom siebten auf den vierten Rang nach vorn.

ajw140728dDas MT-Quartett fiel auf Rang sechs zurück und hatte nach der dritten Runde statt der geplanten 3:01 Minuten vier Sekunden mehr auf dem Konto. „Ich lief die erste Hälfte wie in einem Rausch und hatte nicht gemerkt, dass ich so schnell war“. Allerdings hatte ich mir in Ulm nach meiner 800m-Zeit von 2:25 Minuten  etwas mehr  über 400 Meter erhofft “, sagte Julia, die sich dennoch freute, weil sie zum ersten Mal an den deutschen Meisterschaften teilnehmen durfte und weltklasse Leistungen von der Tribüne aus live miterleben konnte.

Während die Teams von Düsseldorf und Dresden einen Vorsprung heraus gelaufen hatten, gaben sich die Mädchen aus Löningen im Kampf um Rang drei noch nicht geschlagen, denn sie hatten mit Schlussläuferin Mailin Schäfer ein weiteres Ass im Ärmel. Die 15-Jährige hatte Anfang Juni in Gladbeck die 400 Meter in 55,63 Sekunden zurückgelegt und demonstrierte auch in Ulm ihre große Klasse.

Marie Wagner, die Schlussläuferin der MT Melsungen, die mit einer Oberschenkelverletzung ins Rennen ging und vor ihrem Lauf nicht wusste, ob sie diesen Lauf durchstehen würde, machte ihre Sache mit einer guten Renneinteilung hervorragend. Die 17-Jährige, die mit einem Tape-Verband lief, ließ sich nichts anmerken und legte die ersten 200 Meter in 29,4 zurück. Sie wurde zwar von Melissa Rouyer aus Bernkastel überholt, aber die Jugendliche aus Gensungen brachte den Stab nach 62,2 Sekunden und einer Gesamtzeit von 4:07,23 Minuten über die Ziellinie. Damit verfehlte das MT-Quartett den eigenen Kreisrekord nur um 0,2 Sekunden und belegte in dem stark besetzten Lauf hinter hinter Düsseldorf (3:52,84), Dresden (3:53,29), StG Löningen (3:57,81) und LG Osnabrück (3:58,45), die sich alle für das Finale qualifiziert konnten, der StG Meckenheim (4:03,56) und der LG Bernkastel (4:04,36) den siebten Platz. Auf Rang acht landete die StG Schönbuch mit 4:11,37 Minuten.

ajw140728eNach dem Rennen fiel den jungen Melsunger Athletinnen die große Last und die Nervosität sichtbar ab. Alle vier Athletinnen waren  gut vorbereitet, auch wenn sie das nicht in Ulm zeigen konnten. Im Training lief bis auf die Verletzung von Marie Wagner alles hervorragend und die Werte ließen auf eine Endzeit unter 4:05 Minuten hoffen. Auch wenn dieses Vorhaben nicht geklappt hat,  war es für alle eine gute Erfahrung für die nächsten Meisterschaften. (ajw)



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