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Sparkassencup: MT nach Siebenmeterwerfen im Finale!

MT-Neuzugang Sebastian Ullrich hielt zwei Strafwürfe: Einen in der regulären Spielzeit und einen beim anschließenden Siebenemterwerfen. Foto: HartungMelsungen. Die MT Melsungen entschied den Handballkrimi im zweiten Halbfinale des Sparkassen Handballcups gegen den TBV Lemgo mit 32:30 (29:29, 13:16) nach Siebenmeterwerfen für sich. In einem Spiel, das Lemgo fast über die gesamte Spielzeit in Führung sah. In den Schlussminuten mobilisierten die Nordhessen noch einmal alle Kräfte, holten drei Tore Rückstand auf und hatten im Shootout mit Sebastian Ullrich und Mikael Appelgren die besseren Trümpfe aufzubieten. Im Finale trifft die MT heute in der Rotenburger Göbel Hotels Arena auf den SC Magdeburg, der das erste Halbfinale gegen den ThSV Eisenach ebenfalls mit 32:30, allerdings nach regulärer Spielzeit, gewann.

Michael Roth vertraute der gleichen Anfangsbesetzung wie schon gegen Göppingen. Also mit Mikael Appelgren zwischen den Pfosten, Michael Allendorf und Philipp Müller auf der linken, Johannes Sellin und Malte Schröder auf der rechten Angriffsseite. Nenad Vuckovic zeichnete für den Spielaufbau verantwortlich, Felix Danner besetzte die Kreisposition. Und wie schon gegen Frisch-Auf! ging diese Besetzung hoch konzentriert zu Werke. Appelgren hielt gleich gegen Rolf Hermann und Finn Lemke, vorn erwies sich Philipp Müller mit zwei Toren bis zum 5:4 (8.) als am treffsichersten.

Lemgos Trainer Niels Pfannenschmidt sah sich früh gezwungen, Thomas Bauer für den bis dahin glücklosen Nils Dresrüsse zwischen die Pfosten zu beordern. Ein Wechsel mit Folgen, denn Bauer kam mit den Würfen des Melsunger Rückraumes wesentlich besser zurecht. Mit dem Ergebnis, dass die Lipperländer zu einigen schnellen Gegenstößen kamen. Max Höning und Patrick Zieker egalisierten so die zwischenzeitliche 7:5-Führung der MT wieder, und als Bauer dem völlig frei vor ihm auftauchenden Sellin eine hundertprozentige Möglichkeit abkaufte, übernahm der TBV die Führung nicht nur, sondern baute sie bis zur 17. Minute auch auf 11:9 aus.

Für Melsungen kamen Michael Müller und Momir Rnic, der auch gleich den Abwehrpart in der Innenverteidigung neben Danner übernahm. Womit Lemgo wieder Probleme hatte und Appelgren reichlich Gelegenheit gab, sich auszuzeichnen. Dass es mach Rnics 12:12 (21.) nicht zur rot-weißen Führung reichte, lag an der nächsten Glanztat von Bauer gegen Sellin sowie einer Strafe gegen Momir Rnic. Der TBV nutzte diese Phase, um zunächst wieder auf 14:12 wegzuziehen, durch den starken Rechtsaußen Tim Hornke und Rolf Hermann auf 16:13 zu erhöhen und damit eine durchaus verdiente Führung mit in die Pause zu nehmen.

Szenenapplaus für den TBV gab es zu Beginn der zweiten Hälfte. Nachdem ein Wurf von Michael Müller über das Tor gegangen war und die Referees bereits auf dem Weg in die andere Spielfeldhälfte waren, gab Finn Lemke zu noch am Ball gewesen zu sein. Eine faire Geste, aus der Melsungen jedoch keinen Nutzen ziehen konnte. Als belebendes Element erwies sich für Lemgo die Hereinnahme von Benjamin Herth. Er traf gleich zweimal zum 16:19-Zwischenstand (38.). Patrik Fahlgren, auf Melsunger Seite für Vuckovic gekommen, zog seine Effektivität aus dem guten Auge für seine Mitspieler. Vor allem die Außen Allendorf und Sellin profitierten von den klugen Anspielen des Schweden und sorgten dafür, dass der Rückstand nicht größer wurde. Beim Stand von 18:21 (41.) rief Michael Roth zur Auszeit.

Als Lemke seine zweite Strafzeit absaß, versuchte es Lemgo mit dem sechsten Feldspieler für Bauer. Doch der Schuss ging nach hinten los. Sellin stahl den Ball, bediente Rnic, und der hatte das leere Gehäuse vor sich – 21:24 (45.). Nur kurz darauf schlug wieder die Minute des Sebastian Ullrich. Siebenmeter für Lemgo, und Ullrich blieb Sieger gegen den bis dahin stets erfolgreichen Hornke. Und doch schafften es die Nordhessen nicht, den Rückstand zu verkürzen. Zu schwach die Chancenverwertung, auch wenn das einem weiter bärenstarken Thomas Bauer im Gehäuse der Lemgoer geschuldet war. Acht Minuten vor dem Ende hieß es immer noch 23:27 (52.).

Mit der letzten verbliebenen Auszeit schwor Michael Roth seine Mannschaft noch einmal ein. Und tatsächlich parierte Appelgren gegen Herth und Zieker, verkürzten Michael Allendorf per Siebenmeter und Jeffrey Boomhouwer bis auf 27:28. Doch dann trat wieder Bauer auf den Plan und entschärfte einen Wurf von Rnic. Im Gegenzug kassierte Sellin eine Strafe, und der TBV traf durch Hornke zum 27:29 (58.). Noch einmal keimte Hoffnung auf, als Allendorf seinen siebten Siebenmeter zum Anschluss verwandelte. Doch da waren dann nur noch 39 Sekunden auf der Uhr, Lemgo in Ballbesitz. Weitere 20 Sekunden später nahm Pfannenschmidt seine letzte Auszeit, acht Sekunden vor Ende entschieden die Schiedsrichter auf Passivität, mit fünf Sekunden Rest passte Boomhouwer geistesgegenwärtig auf den nach vorn geeilten Fahlgren. Bei 59:59 Minuten auf der Uhr schlug dessen Wurf zum 29: 29 im Gehäuse ein und ließ die altehrwürdige Stadtsporthalle in einem Jubelsturm der Fans erbeben.

Ein Siebenmeterwerfen musste also über den Finaleinzug entscheiden. Und das hatte es in sich. Allendorf scheiterte als erste Schütze an Bauer, doch Sebastian Ullrich machte seine Sache gegen Hornke zum zweiten Mal an diesem Abend perfekt. Den ersten Treffer setzte Sellin gegen Bauer, was Zieker gegen Ullrich ausglich. Rnic brachte Melsungen erneut in Führung, Herth scheiterte jedoch am eingewechselten Appelgren. Als vierter MT-Schütze bewies Boomhouwer eben die Nervenstärke, die Lemke im Anschluss fehlte. Sein Aufsetzer kam zwar an Appelgren vorbei, klatschte aber an die Latte. Damit musste kein fünfter Schütze mehr ran, die MT zog unter tosendem Jubel glücklich ins Endspiel am Sonntag in Bad Hersfeld ein.

Trainerstimme zum Spiel
Michael Roth (MT): Wir haben heute nicht gut gespielt, haben vor allem im Abschluss zu viele Fehler gemacht. Nach dem vierten Spiel in vier Tagen und den zusätzlichen Trainingseinheiten waren die Spieler ziemlich müde. Dennoch wollten sie vor heimischer Kulisse unbedingt einen Erfolg landen. Das war  besonders in den Schlussminuten zusehen, als sie den Vier-Tore-Rückstand wettgemacht haben. Die kämpferische Einstellung hat auf jeden Fall gestimmt. Das Finale morgen gegen Magdeburger wird noch anstrengender, aber wir wollen uns auch dort wieder gut präsentieren. (Bernd Kaiser)

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (16 P. / 27 G.), Sandström (0 P. / 1 G.), Ullrich (1 P. / 1 G.); Maric, Sellin (5), Fahlgren (2), Schröder (2), Kothe (n.e.), Danner (1), P. Müller (2), Boomhouwer (1), Rnic (4), Allendorf (9/7), Vuckovic (2), M. Müller (1).

TBV Lemgo: Bauer (16 P. / 23 G.), Dresrüsse (0 P. / 6 G.); Lönn, Bechtloff, Ebner, Schmidt, Hornke (8/4), Schneider (5), Hermann (6), Pekeler (4), Lemke (1), Herth (2), Haenen, Höning (1), Zieker (2), Niemeyer, Pöhle.

Schiedsrichter: Sebastian Grobe (Braunschweig) / Adrian Kinzel (Bochum)

Zeitstrafen: 12 – 8 (Rnic 23:55, Maric 34:39, Schröder 39:58 46:13, Sellin 49:12 56:52 – Hermann 7:50, Lemke 37:29 42:35, Schneider 59:05)

Strafwürfe: 7/7 – 5/4 (Hornke scheitert an Ullrich, 45:05 Min.)

Zuschauer: 800, Stadtsporthalle, Melsungen

Finale Sparkassen Handballcup 2014
Sonntag, 3. August 2014, 17 Uhr, Göbel Hotels Arena, Rotenburg an der Fulda:
SC Magdeburg – MT Melsungen
Die Hallenkasse öffnet um 16 Uhr, es gibt noch ausreichend Karten.



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