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Gerechtes Remis im Hessenderby – MT vs. Wetzlar 28:28

Bester Feldtorschütze des Spiels: Momir Rnic. Foto: HartungKassel/Melsungen. Die MT Melsungen konnte die in der letzten Saison erlittene Heimniederlage gegen die HSG Wetzlar nur teilweise gutmachen. Mit 28:28 (16:14) gab es vor 2.786 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle eine gerechte Punkteteilung nach intensiven und zum Teil hitzigen 60 Minuten. Anfängliche Vorteile für die Nordhessen machte die HSG durch konzentriertes und geduldiges Spiel wieder wett. Nach der Pause kippte die Begegnung und Wetzlar hatte mit einer eigenen Zwei-Tore-Führung alle Möglichkeiten, sogar beide Zähler mitzunehmen. Doch Melsungen kam zurück und hatte in Momir Rnic (7 Tore) am Ende auch den treffsichersten Akteur auf seiner Seite. Für die Gäste war Kent Robin Tönnesen sechsmal erfolgreich, davon ein Siebenmeter.

Mit dem Anwurf des 19. Hessenderbies in der DKB-Handball-Bundesliga war viel Stimmung unter dem Dach der Rothenbach-Halle. Weil die zahlreich mitgereisten Fans der Mittelhessen mächtig Lärm machten und Melsungens Anhang das noch zu toppen wusste. Dazu sorgten gleich zu Beginn der Partie zwei Melsunger für Jubelstürme: Mikael Appelgren sammelte innerhalb fünf Minuten fünf Paraden auf sein Konto und Michael Müller war mit zwei Treffern sowie einem perfekten Anspiel auf Felix Danner am Kreis maßgeblich beteiligt an der schnellen 4:1-Führung der Hausherren. Die weitere fünf Minuten darauf in ein 7:3 ausgebaut war, was Gästetrainer Kai Wandschneider zur ersten Auszeit zwang (10.).

Vor allem die MT-Deckung mit Felix Danner und Philipp Müller im Innenblock stand prima. Ivano Balic und Christian Bliznac kamen aus dem Rückraum oft gar nicht dazu, Appelgren zu prüfen, sondern blieben schon vorher hängen. Ein Manko jedoch hatten die Rot-Weißen: sie vermochten aus den frühen Überzahlsituationen kein Kapital zu schlagen. So blieb die HSG nicht nur in Schlagdistanz, sondern holte sogar Tor um Tor wieder auf. Kent Robin Tönnesens Anschlusstreffer zum 11:10 fiel bezeichnenderweise auch wieder in Unterzahl der Gäste (20.).

Dass sich der Vorsprung der Gastgeber wieder etwas vergrößern konnte, lag einmal mehr am starken Mikael Appelgren. Der parierte gegen Ivano Balic und Guillaume Joli jeweils aus kürzester Distanz, schraubte sein Paradenkonto schon vor der Pause in den zweistelligen Bereich und stellte damit seinen Gegenüber, Neu-Nationalspieler Andreas Wolff, klar in den Schatten. Weil aber seine Mannschaftskollegen im Angriff reihenweise gute Möglichkeiten liegen ließen, drückte sich das im Spielstand nicht aus. Florian Laudt und Kent Robin Tönnesen brachten ihr Team bis zur Pause gar wieder auf 16:14 heran.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte Wetzlar. Der eingewechselte José Hombrados parierte gegen Michael Müller, den nächsten Angriffsversuch der MT fing Christian Rompf ab und der Pass von Felix Danner auf Johannes Sellin geriet zu lang. Folgerichtig machte Tönnesen den erneuten Anschlusstreffer, ehe Danner erstmals nach dem Wechsel für Melsungen traf. Kurz darauf stand es gar unentschieden, als wieder Tönnesen, diesmal per Siebenmeter, vollstreckte (36.). Zwei Tore durch Christian Rompf in Überzahl, Michael Müller saß draußen, bescherten den Gästen schließlich die 19:17-Führung. Die jedoch Michael Allendorf und Johannes Sellin, durch Philipp Müllers Hinausstellung erneut in Unterzahl auf dem Feld, egalisierten (40.).

Die Partie blieb umkämpft und auf des Messers Schneide. Florian Laudt musste raus, und diesmal machte auch Melsungen etwas aus der zahlenmäßigen Überlegenheit. Momir Rnic holte die Führung mit einem Doppelschlag zurück und setzte den nächsten Torerfolg zum 22:21 gleich noch drauf. Das deutsche Schiedsrichter-Spitzengespann Lars Geipel und Markus Helbig hatte alle Hände voll zu tun mit der intensiven Begegnung,
aber dennoch jederzeit alles gut im Griff. Nicht so die MT, die eine Strafe gegen Carlos Prieto wieder nicht nutzen konnte und durch Sebastian Weber sowie zwei schnelle Gegenstöße von Tobias Hahn mit 23:25 in Rückstand geriet (50.).

Die verbleibenden zehn Minuten gerieten zum Nervenspiel. Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende gelang Momir Rnic zum 26:26 wieder der Gleichstand. Wandschneider bat zu seiner letzten Auszeit, die rote Abwehrmauer stemmte sich den weißen Gästen entgegen. Christian Rompf verwandelte vom Siebenmeterpunkt, erneut Rnic egalisierte (57.). Dann verlor Weber den Ball und Nenad Vuckovic scheiterte an Andreas Wolff. Dann musste Philipp Müller 90 Sekunden vor Schluss vom Feld, doch Wetzlar verlor den Ball bei Wiederbeginn. Michael Allendorf behielt die Nerven und verwandelte den Gegenstoß zum 28:27, im Gegenzug gekontert von Rompf zum Ausgleich. 33 Sekunden vor der Sirene nahm auch Michael Roth seine letzte Auszeit. Es nutzte nichts mehr. Auch dass Patrik Fahlgren als sechster Feldspieler für Appelgren kam erbrachte keine Wurfchance mehr, weil sich die Wetzlarer mit Leidenschaft gegen den Knockout stemmten. Ein letzter direkter Freiwurf von Rnic bei abgelaufener Uhr blieb in der Mauer hängen und wurde schließlich Beute von Andreas Wolff, der den Gästen damit wenigstens einen verdienten Punkt rettete.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Ich denke, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, die aber nicht das richtige Ergebnis gebracht hat. Bis zum 9:4 haben wir alles richtig gemacht, aber dann mit einfachsten Fehlern Wetzlar wieder zurück ins Spiel geholt. In der zweiten Hälfte ging es um jeden Zentimeter, aber gerade Nenad Vuckovic und Michael Müller haben zu viele Fehler produziert. Dennoch haben wir auch einige positive Dinge gesehen. Wie Momir Rnic, der heute richtig explodiert ist. Insgesamt war das ein tolles Spiel mit allem, was Handball ausmacht. Das nehmen wir jetzt mit und versuchen, am Mittwoch gegen Toulouse einiges besser zu machen.

Kai Wandschneider: Ich bin sehr zufrieden mit dem Punktgewinn bei Melsungen. Wir sind nicht so gut in die Partie hineingekommen, sind aber ruhig geblieben und haben die Köpfe nicht hängen gelassen. Über eine konzentrierte Abwehr sind wir wieder zurückgekommen und hatten eine wesentlich bessere zweite Halbzeit. Die Frage war nur, ob die Kraft reicht. Am Ende war es ein echter Krimi, der nach dem Verlauf eine gerechte Punkteteilung zum Ergebnis hatte. In den ersten 20 Minuten habe ich es schon etwas mit der Angst zu tun bekommen, aber Melsungen hatte mehr Druck und wir nichts zu verlieren.

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (20 P. / 28 G.), Sandström (0 P. / 0 G.); Maric, Sellin (2), Fahlgren (1), Schröder, Hildebrand, Danner (3), P. Müller (3), Boomhouwer, Rnic (7), Allendorf (7/3), Vuckovic (1), M. Müller (4)

HSG Wetzlar: Hombrados (8 P. / 14 G.), Wolff (6 P. / 14 G.); Prieto, Tiedtke (2), Rompf (5/1), Weber (2), Tönnesen (6/1), Laudt (2), Hahn (2), Bliznac (4), Harmandic, Joli (2), Balic (3), Klesniks

Schiedsrichter: Lars Geipel (Landsberg) / Markus Helbig (Steuden)

Zeitstrafen: 4 – 12 (M. Müller 35:21, P. Müller 39:30 – Klesniks 5:01, Bliznac 6:05, Tiedtke 11:45, Laudt 18:14 41:41, Prieto 46:14); Disqualifikation: P. Müller (58:29)

Strafwürfe: 3/3 – 4/2 ( Joli scheitert an Appelgren, 16:27 Min.; Tönnesen scheitert an Appelgren, 53:45 Min.)

Zuschauer: 2.786 in der Rothenbach-Halle, Kassel

(Bernd Kaiser)



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