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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Karolin Siebert und Katharina Wagner holten Doppelsieg

ajw131006bKassel/Melsungen. Bei den nordhessischen Mehrkampfmeisterschaften im Kasseler Auestadion endete der Fünfkampf der Frauen mit einer Überraschung, denn mit Karolin Siebert und Katharina Wagner hatten zwei jugendliche Mehrkämpferinnen die Hauptrolle in den über dreistündigen Mehrkampf sehr gut ausgefüllt und konnten die 22-jährige Christina Schuchardt von der LG Alheimer Rotenburg-Bebra auf Rang drei verweisen. Obwohl mit den beiden U18-Athletinnen Aline Dick und Antonia Schell zwei weitere Mehrkämpferinnen von der LG Alheimer auf den Plätzen folgten, sicherte sich das MT-Team die Meisterschaften bei den Frauen, weil die Kugelstoßspezialistin Lisa Arend überraschend den sechsten Platz belegen konnte und somit ihrer Mannschaft zu 7 646 Punkten verhalf. Den zweiten Platz belegten die Frauen der LG Alheimer Rotenburg-Bebra mit 7 150 Punkten vor dem SSC Vellmar.

Wie stets nach einem Mehrkampf können die nackten Zahlen aber nicht das ständige Auf und Ab der Leistungen und Gefühle der Athletinnen wiedergeben, denn es war spannend bis zum Schluss.

ajw141006aDieser Fünfkampf mit 18 Teilnehmerinnen stand zunächst vier Wettbewerbe lang im Zeichen von Katharina Wagner und Christina Schuchhardt. Aber zum Schluss war die 18-jährige Karolin Siebert die lachende Dritte. Ein Krimi-Autor hätte es nicht spannender machen können.

Katharina Wagner war in den ersten vier Wettbewerben die beherrschende Figur, denn sie übernahm nach dem 100m-Lauf die Führung und behielt sie bis zum abschließenden 800m-Lauf. Bei leichtem Gegenwind (-0,4 m/s) wurde sie mit 13,23 Sekunden gestoppt und ging mit 730 Punkten vor Christina Schuchardt (13,26 = 725) in Führung. Auch Aline Dick und Antonia Schell, zwei weitere Athleten von der LG Alheimer, hatten mit 13,39 und 13,40 Sekunden einen guten Auftakt. Karolin Siebert, die in der Nacht vorher von einer einwöchigen Klassenfahrt aus der Toscana zurückkam, begann ihr Rennen etwas verkrampft. Nach der Hälfte der Strecke wurde sie aber lockerer und erreichte nach 13,77 Sekunden die Ziellinie und wurde dafür mit 640 Punkten belohnt, was ihr den sechsten Platz einbrachte. Während für Lisa Arend die elektronische Uhr bei 14,16 Sekunden stehenblieb, merkte man Julia Klute an, dass sie in den letzten Wochen sehr viel Zeit für das Langstreckentraining investiert hatte. Nach indiskutablen 15,67 Sekunden lag sie nach dem ersten Wettbewerb auf Rang dreizehn.

Was Karolin Siebert mit ihrer 100m-Zeit an Punkten einbüßte, machte sie im Hochsprung mit einer Steigerung auf 1,48 m wett. Die Verbesserung ihres Hausrekordes um satte acht Zentimeter brachte die ehrgeizigen Athletin mit 1239 Punkten auf Rang zwei in der Gesamtwertung. Katharina Wagner, die nur 1,44 Meter übersprang, vergrößerte ihren Vorsprung auf 46 Punkte, weil für Christine Schuchardt bei 1,36 Meter das Ende der Fahnenstange erreicht war. Mit 1195 Punkten war die 22-Jährige aber die erste Verfolgerin des MT-Duos.

ajw141006cajw141006fLisa Arend übersprang 1,24 Meter und kam nach zwei Wettbewerben auf 929 Punkte und somit auf Rang acht. Julia Klute überquerte in ihrem ersten Hochsprungwettkampf 1,20 Meter und erhielt dafür 312 Punkte. Stefanie Klein merkte man ihre Erkältung an, denn nach 15,92 Sekunden über 100 Meter kam sie im Hochsprung auf 1,28 Meter und lag nach zwei Übungen mit 727 Punkten nur auf Platz 15.

Das Kugelstoßen dominierte Lisa Arend mit 10,92 Meter. Dennoch war die 23-Jährige mit dieser Leistung, die sie im Beisein ihrer Trainerin Hella Böker schaffte, nicht ganz zufrieden. „Nachdem ich im Training über 11,50 Meter kam, hatte ich heute mit einer 11m-Weite gerechnet“, sagte sie recht selbstkritisch. Für ihre Leistung erhielt sie 590 Punkte, so dass sie nach drei Wettbewerben mit 1519 Punkten zur Überraschug aller auf Platz vier auftauchte.

Während Katharina Wagner mit 8,94 Meter (460 Punkte) im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb und mit 1567 Zählern ihre Führung auch nach drei Wettbewerben weiter ausbauen konnte, folgte für Karolin Siebert ein kleiner Dämpfer. Mit 6,89 m (328 Punkte) lag sie nur noch 48 Punkte vor Lisa Arend und 66 Punkte hinter Christine Schuchhardt, die nach 8,59 m mit 1633 Punkten wieder auf Rang zwei lag.

Der Weitsprung wurde laut Wettkampfprotokoll bei absoluter Windstille ausgetragen, obwohl der Wind manchmal stark von der Seite wehte, so dass die Mehrkämpferinnen Schwierigkeiten mit dem Anlauf hatten. Gleich im ersten Sprung erzielte Katharina mit 4,88 Meter die Tagesbestweite und baute mit 2272 Punkten ihre Führung weiter aus. Christine Schuchardt, die beim Einspringen einen guten Eindruck hinterließ, hatte beim Wettkampf Anlaufprobleme und kam mit ihrem weitesten Sprung nur mehr auf 4,26 Meter, so dass sie dafür nur 369 Punkte erhielt. Damit hatte sie vor dem abschließenden 800m-Lauf einen Rückstand auf die Führende Katharina Wagner von 270 Punkte. Karolin Siebert, die beim Absprung immer einige Zentimeter verschenkt hatte, war in diesem Jahr noch bei keinem Weitsprungwettbewerb vertreten. Für ihre 4,50 m erzielte sie hinter der starken Sara Grunwald, die nach dem Kugelstoßen nun auch im Weitsprung mit 4,61 m die zweitbeste Leistung der Mehrkämpferinnen bot, die drittbeste Weite und lag vor dem 800m-Lauf mit 1995 Punkten hinter Katharina Wagner (2272) und Christina Schuchardt (2002) auf Rang drei, gefolgt von Sara Grunwald (1973) und Aline Dick (1920).

ajw141006dWährend Lisa Arend 4,04 Meter weit sprang, wurde der beste Versuch von Julia Klute mit 3,82 Meter gemessen. Stefanie Klein trat wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr zum Weitsprung an.

Der 800m-Lauf musste die Entscheidung bringen. Christina Schuchardt, Sara Grunewald und auch Lisa Arend hatten sich entschieden, im ersten Lauf zu starten. Mit für sie großartigen 3:00,21 Minuten lief Lisa Arend eine tolles Rennen und wurde dafür mit 363 Punkten belohnt, so dass sie am Ende mit 2199 Punkten auf einen unwartet guten sechsten Platz landete. Sara Grunwald erlebte in diesem Wettbewerb ihr Waterloo, denn die vielseitige Athletin aus Vellmar kam erst nach 3:21 Minuten ins Ziel und hatte dadurch in der Endabrechnung mit 2167 Punkten sogar noch 32 Punkte weniger als Lisa Arend. Christina Schuchardt siegte in diesem Lauf nach 2:41,20 Minuten und lag vorübergehend mit 2561 Punkten auf Rang eins. Katharina Wagner und Karolin Siebert wussten vor ihrem Lauf, welche Zeiten sie laufen mussten, um die Punktzahl der Mehrkämpferin aus Rotenburg-Bebra zu überbieten.

ajw141006eDie Führende musste mit ihrer Zeit nur unter drei Minuten bleiben, um C. Schuchardt wieder vom ersten Platz zu verdrängen. Aber nun eröffneten sich auch noch für Karolin Siebert Möglichkeiten, diese Vielseitigkeitsprüfung für sich zu entscheiden. Dafür musste sie allerdings 22 Sekunden schneller laufen als Katharina Wagner.  Unmittelbar nach dem Startschuss übernahm die frühere hessische Schülermeisterin sofort die Führung und legte die erste Runde wie abgesprochen in 74 Sekunden zurück. Katharina lag nach 400 Metern bereits 14 Sekunden hinter ihr. Sie hatte sich aber noch Reserven für die Schlussrunde aufgehoben. Doch auch Karolin Siebert hatte genügend Kraft, um eine fulminante Schlussrunde von 72 Sekunden zu laufen, so dass sie auf eine Endzeit von 2:26,28 Minuten kam. Diese Zeit ist umso erstaunlicher, weil die 18-Jährige die Leistung im Alleingang schaffte. Sie blieb um sieben Sekunden unter ihrer Jahresbestzeit und lief sich in die TOP-TEN der HLV-Jahresbestenliste über 800 Meter. Ein Armutszeugnis für die Spezialistinnen. Katharina Wagner zeigte eine großartige Verfolgungsjagd und legte die letzten 200 Meter in 36 Sekunden zurück. Aber es half nichts, denn mit 2:52,27 Minuten unterbot sie ihre Jahresbestzeit um zehn Sekunden, aber sie war 26 Sekunden hinter ihrer Trainingspartnerin. Karolin Siebert, die großartig bis zum Schluss kämpfte, drehte mit 2735 Punkten den Spieß um und siegte vor Katharina Wagner (2712) und Christina Schuchardt (2561). Julia Klute beendete ihren Lauf nach 2:45,20 Minuten und kam in der Endabrechnung auf 1763 Punkte.

So strahlte am Ende nicht nur der Himmel über dem Kasseler Auestadion, sondern auch Karolin Siebert, die neben ihrem Einzeltitel auch den Grundstein für den Sieg in der  Teamwertung mit Katharina Wagner und Lisa Arend gelegt hatte. (ajw)



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