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Auswärtsbann gebrochen – MT siegt gegen Erlangen

johannes-sellin141120Nürnberg/Melsungen. Die MT Melsungen hat den Bann von sechs sieglosen Auswärtsspielen in Folge gebrochen und am Mittwoch beim HC Erlangen den ersten doppelten Punktgewinn in fremder Halle nach dem Saisonauftakterfolg in Hannover realisiert. Nach einer souveränen ersten Halbzeit und der völlig verdienten 19:13-Führung kamen im zweiten Durchgang die Gastgeber noch einmal auf. Durch die Umstellung auf eine offensivere Abwehrvariante brachte Erlangen die MT aus dem Tritt, war eine Minute vor Schluss bis auf zwei Tore heran. Doch MT-Kapitän Nenad Vuckovic behielt die Nerven und machte mit seinen Treffern Nummer vier und fünf den 31:28-Sieg perfekt. Beste Torschützen vor 2.548 Zuschauern in der Arena Nürnberg waren Johannes Sellin (7/3) für die MT und Sigurbergur Sveinsson (8) für Erlangen. Nachdem die Hausherren in fünf Spielen in Nürnberg ungeschlagen waren, mussten sie dort heute gegen die MT die erste Niederlage hinnehmen.

Duplizität der Ereignisse: Genau wie im letzten Spiel zuhause gegen die Rhein-Neckar Löwen zauberte die MT auch in Nürnberg gegen den HC Erlangen eine sehr starke erste Halbzeit aufs Parkett. Die Nordhessen agierten sehr konzentriert, sowohl in der Abwehr als auch im Spiel nach vorne. Gestützt auf einen erneut prächtig haltenden Mikael Appelgren im Tor, stellte die 6:0-Formation ein ums andere Mal eine unüberwindbare Hürde für die Gastgeber dar. In der Offensive überzeugte das Roth-Team zunächst in der gewohnten Aufstellung Sellin – M. Müller – Fahlgren – Rnic – Allendorf – Danner durch Übersicht und eine effektive Chancenverwertung. Sowohl aus dem Spiel heraus, wie auch beim Tempogegenstoß blieb die Fehlerquote niedrig.

Auf der anderen Seite vertraute HCE-Trainer Bergemann in der Erstaufstellung auf Torhüter Katsigiannis und im Feld auf Geburtstagskind Rahmel, Stanovsky, Sabljic, Hess, J. Link und Sveinsson. Und gleich den ersten Angriff des Spiels nutzte Jonas Link schon nach 34 Sekunden zum 1:0 für die Franken. Es sollte allerdings die einzige Führung des gesamten Spiels  bleiben. Denn kurz darauf brachten Fahlgren und Danner die MT in Vorhand. Erlangen glich durch Hess zum 2:2 aus (4. Min.), ehe sich die Rotweißen zusehends Vorteile erarbeiteten. Rnic und Danner stellten auf 2:4, das zwar von Sabljic nach herrlichem Zuspiel von Sveinsson mit dem 3:4 beantwortet wurde, aber Sellin und erneut Danner sorgten für den ersten Drei-Tore-Vorsprung. Zwischenzeitlich hatte Appelgren einen Ball von Rahmel am Einschlagen gehindert. So nahm Erlangen die erste Auszeit nach nicht einmal acht Minuten.

Als hätten die Bergemann-Schützlinge die Worte ihres Trainers erhört, setzten Sabljic und Sveinsson die Instruktionen innerhalb von nur 49 Sekunden um und verkürzten zum 5:6. Die Verunsicherung dadurch auf Seiten der MT währte aber nur sehr kurz. In Überzahl (Nienhaus war für zwei Minuten auf die Bank geschickt worden) scheiterte Michael Müller zunächst aussichtsreich an Katsigiannis, um ihn aber im darauffolgenden Angriff zu bezwingen. Das war der Auftakt zu einer starken Phase der Nordhessen, die nun einen 5:2-Lauf entfachten und bis zur 21. Minute auf 14:7 davon eilten. Dabei spielten ihnen auch nervöser agierenden Hausherren (Zeitstrafen, technische Fehler, Fehlwürfe) in die Karten.

Mit dem Torwartwechsel – Stochl für Katsigiannis – sollte der Melsunger eigentlich Lauf gestoppt werden. Gelingen wollte das jedoch nicht. Denn die von Fahlgren angetriebene Offensivmaschinerie lief hochtourig weiter, die Treffer wurden auf den unterschiedlichsten Positionen erzielt. Ob Sellin von der Siebenmeterlinie, Allendorf mit gefühlvollem Heber von Außen, der inzwischen für Danner gekommen Maric vom Kreis oder Rnic aus dem Rückraum – die MT strahlte von überall her höchste Gefahr aus. Der Lohn war die 19:11-Führung nach knapp 28 gespielten Minuten. Zwei Unachtsamkeiten – eine in der Abwehr (Sellin) und eine im Angriffe (Fahlgren) – erlaubten den Gastgebern bis zur Pause noch eine Verbesserung auf 13:19.

Als wollten die Erlanger mit diesen beiden Toren zeigen, dass sie das Spiel noch längst nicht aufgegeben haben, knüpften sie nach Wiederanpfiff direkt dort an. Sveinsson überraschte Appelgren gleich mit dem 14:19. Die MT ließ dann das 14:20 durch Danner folgen, was wiederum von Hess mit dem 15:20 beantwortete wurde. Den kleinen Schlagabtausch beendete Vuckovic mit dem 15:21 (35.). Fünf Minuten später hatten sich die Erlanger auf 17:21 herangekämpft. Warum sie diesen Lauf nicht fortsetzen konnten, war selbst verschuldet. Denn Weltgen traf nur den Pfosten, Sabljic und Sveinsson warfen ihre Bälle gar am Tor vorbei und der gerade für den angeschlagenen Stranovsky gekommene Preiß erlaubte sich gleich ein Foul und sah sich schon nach wenigen Sekunde auf der Strafbank wieder.

Die MT nutzte derartige Schwächeleien eiskalt aus, war immer zu Stelle (Sellin, Allendorf, Danner) wenn es galt, die Anstrengungen der Franken im Keim zu ersticken. Nach einer Dreiviertelstunde hatte es beim 24:19 aus Sicht der Nordhessen den Anschein, als wäre der Drops gelutscht, zumindest sollte nun auf dem Weg zu dem sich anbahnenden Auswärtssieg eigentlich nichts mehr anbrennen.  Eigentlich. Denn die inzwischen von Bergemann auf “offensiv” umgestellte Abwehr – mit Manndecker Martin Murawski gegen Michael Müller –brachte die MT-Angriffsreihe zusehends aus dem Konzept: Murawski macht das 19:24; Rahmel klaut Rnic den Ball; Hess verkürzt auf 20:24; Sellin scheitert mit Strafwurf an Katsigiannis; Maric leistet sich eine Zeitstrafe; Rahmel wirft das 21:24 und nach einem Ballverlust von Sellin und einem Treffer von Weltgen sind die Erlanger beim 22:24 in der 50. Minute plötzlich wieder im Spiel. Höchste Zeit für Michael Roth, die Aktivitäten seiner Jungs neu zu justieren, sein Timeout folgte auf dem Fuße.

Genau das war offenbar der richtige Moment dafür. Denn unmittelbar nach Wiederaufnahme der Partie brachte die MT-Flügelzange sogleich wieder Ruhe ins Gästespiel. Sellin markierte von Rechtsaußen das 22:25 und Allendorf per Gegenstoß das 22:26 (51.). Danach musste Erlangens Nikolai Link aufgrund der dritten Zeitstrafe mit Rot vom Feld. Die Überzahl nutzte Vuckovic zum 22:27 (53.). Zuvor hatte Appelgren zweimal glänzend gegen Hess und Sveinsson pariert. Dennoch durfte sich die MT noch nicht sicher fühlen. Als Nienhaus verkürzte, Katsigiannis gegen den frei vor ihm auftauchend Maric zur Stelle war und Fahlgren kurz danach nur den Pfosten traf, witterte der HCE nochmal seine Chance. Beim 23:27, ziemlich genau sechs Minuten vor Schluss, nahm Bergemann eine Auszeit.

Genützt hat das seiner Mannschaft indes nichts mehr. Denn wiederum war es der MT-Kapitän, der in diesem Falle einen Gegenstoß erfolgreich abschloss und mit dem 23:28 knapp fünf Minuten vor Schluss die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Der geriet selbst durch das Heranpirschen der Erlanger auf 27:29 (59.) nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Denn mit  zwei weiteren Toren machte Nenad Vuckovic den Sack endgültig zu. Und so zeigte der Anzeigenwürfel in der Arena Nürnberg an diesem Mittwochabend mit dem 28:31 den gleichen Endstand an, wie vier Tage zuvor der in der Kasseler Rothenbach-Halle – diesmal allerdings zugunsten der MT. Mit diesem Sieg im Gepäck sind die Nordhessen zumindest mental für das Europapokalspiel am Samstag in Kassel gegen Tatran Presov gerüstet. (Bernd Kaiser)

Michael Roth: Wir standen zugegebenermaßen schon etwas unter Druck in diesem Spiel. Insofern bin ich nicht nur hoch zufrieden mit diesem Ergebnis, sondern auch mit der Art und Weise, wie die Mannschaft hier aufgetreten ist. Die erste Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, waren sehr konzentriert in Abwehr und Angriff und haben kaum Fehler gemacht. Der klare Vorsprung zur Pause entsprach dem Spielverlauf. Danach mussten wir damit rechnen, dass der Gegner reagiert und uns taktisch vor eine neue Situation stellt. Das hat Erlangen auch getan. Von der offensiveren Abwehr und der für uns ungewohnten Manndeckung gegen Michael Müller haben wir uns etwas aus dem Rhythmus bringen lassen. Manchmal wurde unvorbereitet abgeschlossen, darüber hinaus haben wir noch zwei, drei freie Gelegenheiten liegen gelassen und so ist der Gegner wieder heran gekommen. Unsere Auszeit beim 22:24 hat sich als genau richtig erwiesen. Danach war die Konzentration wieder soweit da, dass wir das Spiel endgültig für uns entscheiden konnten.

HC Erlangen – MT Melsungen 28:31 (13:19)

HC Erlangen: Stochl (6 P.), Katsigiannis (6 P.)  –  Weltgen (2), Schwandner (2), Murawski (3), Link J. (1), Preiß Sveinsson (8), Nienhaus (3), Heß (3), Rahmel (2), Stranovsky (1/1), Link N. (1), Sabljic (2).

MT Melsungen: Appelgren (11 P.) , Sandström (0 P.)  –  Maric (2), Sellin (7/3), Fahlgren (2), Schröder, Hildebrand, Danner (6), Boomhouwer, Rnic (3), Allendorf (3), Vuckovic (5), M. Müller (3).

Schiedsrichter: Sebastian Grobe / Adrian Kinzel (Braunschweig).

Zeitstrafen: 6 – 5 (J. Link, Preiß, Nienhaus, 3x N. Link – 2x Maric, Schröder, Allendorf, Vuckovic).

Strafwürfe: 1/2 – 3/5 (Rahmel trifft den Pfosten, 16:43 Min.  –  Allendorf scheitert an Katsigiannis, 12:34 Min.; Sellin scheitert an Katsigiannis, 46:40 Min.)

Zuschauer: 2.548, Arena Nürnberg



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