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Über 30 Millionen Euro für energetische Modernisierung

Al-Wazir stockt Zuschüsse für Hessische Energieeinsparaktion (HESA) massiv auf

Hessen. Die Förderung von energetischen Modernisierungen durch das hessische Wirtschaftsministerium hat einen neuen Rekordwert erreicht. Insgesamt wurden im Jahr 2014 Maßnahmen für über 30 Millionen Euro bewilligt. „Das zeigt den hohen Stellenwert, den wir der energetischen Modernisierung beimessen. Wir müssen mit Strom und Wärme deutlich effizienter umgehen als wir es bislang tun“, sagte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Dienstag, 16. Dezember 2014, in Wiesbaden. „Das ist nicht nur entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Es ist auch Voraussetzung, damit uns Strom, Heizöl- und Gaskosten nicht immer stärker belasten.“

Bei der Förderung von energetischen Modernisierungen setzt das Land klare Prioritäten. Rund zwei Drittel der Fördergelder kamen in diesem Jahr kommunalen Liegenschaften wie Schulen, Sporthallen und Kindertagesstätten zu Gute. „Das ist im doppelten Sinne gut angelegtes Geld. Es sorgt für Aufträge bei hessischen Handwerkern. Und es hilft den Städten und Gemeinden ihre Energiekosten dauerhaft spürbar zu senken“, so Al-Wazir. Im laufenden Jahr konnten nach Angaben Al-Wazirs 74 verschiedene Projekte mit 22,8 Millionen Euro gefördert werden. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das mehr als eine Verdoppelung der Fördersummen“. Das Förderprogramm führe insgesamt zu einer Verminderung des bisherigen Strom- und Wärmebedarfs um 50 Prozent. „Die eingesparte jährliche Energie entspricht etwa 2,5 Millionen Litern Heizöl. Für die Kommunen bedeutet dies eine Kostenersparnis von rund 2 Mio. Euro im Jahr“, so Al-Wazir. Die Minderung der CO2-Emissionen liege jährlich bei 5.200 Tonnen.

Insgesamt haben 12 Landkreise und 22 Städte und Gemeinden zweckgebunden entsprechende Fördermittel über den Kommunalen Finanzausgleich erhalten. Der Landkreis mit den meisten Förderprojekten ist der Schwalm-Eder-Kreis. Insgesamt 19 Maßnahmen wurden hier mit 2,5 Millionen Euro Landesmitteln gefördert. Die höchste Einzelförderung wurde für die energetische Modernisierung der Willy-Brandt-Schule in Gießen mit 2.841.000 Euro bewilligt. Durch die  Modernisierung mit passivhaustauglichen Maßnahmen wird sich der jährliche Wärme- und Strombedarf der Schulgebäude und der Sporthalle um 70 Prozent reduzieren. Das entspricht fast 2,7 Millionen Kilowattstunden.

Als „besonders vielversprechend“ bezeichnete Al-Wazir die mit insgesamt 3 Millionen Euro geförderte flächendeckende Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Marburg und Gießen. Bei insgesamt 8000 Straßenleuchten erfolgt ein Austausch durch hocheffiziente LED-Leuchten. Die Kosteneinsparung durch den um 60 Prozent reduzierten Stromverbrauch liegt in einer Größenordnung von 360.000 Euro jährlich. Das Pilotprojekt wird aus EU-Fördermitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Die Installation wird im Herbst 2015 abgeschlossen sein. Al-Wazir: „Wenn man bedenkt, dass die Straßenbeleuchtung rund ein Drittel des kommunalen Stromverbrauchs ausmacht, wird schnell klar, welch enormes Potenzial in dieser Maßnahme steckt.“

Mit rund 1,5 Millionen Euro förderte das Land zudem energetische Modernisierungen und energieeffiziente Neubauten bei rund 1200 Wohneinheiten durch das Bereitstellen von Zinsverbilligungen. 240.000 Euro flossen zudem in die Förderung energetischer Modernisierungen mit Passivhaustechnologie.

Um in den kommenden Jahren verstärkt auch private Hauseigentümer und Mieter mit konkreten Energiespar-Tipps zu erreichen, stockt das Wirtschaftsministerium die Mittel für die Hessische Energiesparaktion (HESA) 2015 und 2016 massiv auf. „Wir werden den Etat um 20 Prozent auf jährlich 1,3 Millionen Euro erhöhen, denn ich bin überzeugt, dass das gut angelegtes Geld ist“, so Al-Wazir. Das Hauptaugenmerk der HESA liege auf der Beratung zu Möglichkeiten  der energetischen Sanierung im Gebäudebestand und Informationen zur Stromeinsparung. Dazu zählten beispielsweise Energiespar-Videos und Beratungsgespräche, aber auch individuelle Energiepässe oder Datenbanken zur Suche von Energieberatern.

Als einen entscheidenden Hebel zum Auslösen einer Modernisierungswelle im Gebäudebestand bezeichnete Al-Wazir Maßnahmen zu steuerlichen Absetzbarkeit von energetischen Maßnahmen. Mit Blick auf den derzeit in Berlin verhandelten „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ sagte Al-Wazir: „Es freut uns, dass die Bundesregierung einige unserer Forderungen übernommen hat.“ Dazu zählten insbesondere die Förderung von Einzelmaßnahmen und nicht nur von Gesamtsanierungen und der Abzug der energetischen Modernisierungskosten von der Steuerschuld statt vom zu versteuernden Einkommen. Al-Wazir: „Damit werden solche Investitionen endlich auch für Normalverdiener attraktiv.“ Es werde in den nächsten Wochen darauf ankommen, dass sich Bund und Länder konstruktiv über die Möglichkeiten zur Gegenfinanzierung der steuerlichen Absetzbarkeit dieser Maßnahmen austauschen und schnell zu einer Einigung kommen. „Hessen wird bei diesen Gesprächen eine konstruktive Rolle spielen und ich bin sehr zuversichtlich, dass es schnell zu einer Lösung bei den Finanzierungsfragen kommt“, so Al-Wazir. (red)



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