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Stadtverordnete beschließen faktisch Schlachthof-Erweiterung

Bürgerinitiative arbeitet weiter

Gudensberg. Erwartungsgemäß hat die Gudensberger Stadtverordnetenversammlung (mit Ausnahme der Grünen und zwei SPD-Abgeordneten) für die Bauleitplanung “Am Odenberg” gestimmt und damit faktisch für eine Erweiterung des Schlachthofs. Die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung begrüßt grundsätzlich die Gesprächsbereitschaft des Magistrats und bedauert zugleich, dass kurzfristige Lösungen wie die Installation einer neuer Filteranlage vor eine langfristige Zukunftsplanung gestellt werden. Ein Schlachtbetrieb wie der ansässige verliere nicht nur bei der Gudensberger Bevölkerung zunehmend an Rückhalt, sondern werde spätestens mittelfristig in Schwierigkeiten geraten. Nicht umsonst blicke die Fleischindustrie sorgenvoll in die Zukunft, wie eine Studie der Uni Göttingen erst im Sommer belegt habe.

Allein schon angesichts dieser Tatsache sei die Entscheidung fragwürdig. Während in Niedersachsen schon Gemeinden nach einem Ausstieg aus der mensch- und umweltbelastenden Fleischindustrie suchten, fahre man in Gudensberg mit voller Kraft in die falsche Richtung.

Im Kleinen habe die wachgerüttelte Öffentlichkeit immerhin bereits etwas bewirkt: Die Stadt werde sich um Wohnungen für die Lohnarbeiter aus Südosteuropa kümmern, den Deutschunterricht sowie das Problem, dass an der Grundschule etwa 30 Kinder ohne jede Sprachkenntnisse „integriert“ seien. Ein runder Tisch sei geplant, direkt mit der Firma Plukon, die im Oktober auf einer öffentlichen Veranstaltung erklärt hatte, man kümmere sich intensiv um die ausländischen Mitarbeiter, aber hier offenbar auch warte, bis sie unter Druck gesetzt werde.

Sogar besseres Essen in Schulen und Kindertagesstätten stehe wieder auf der Agenda, ebenfalls ein Schritt, der zu den Grundprinzipien der Bürgerinitiative gehört: Informieren. Gleichwohl könne man nicht alle Verantwortung auf den Verbraucher abwälzen. Die Macht der Lebensmittelindustrie sei groß, irreführende Produktverpackungen und -aussagen eher die Regel als die Ausnahme. Politker müssten daher handeln und nicht nur auf der Mainstreamwelle mitschwimmen.

Bestärkt durch die positive Reaktion der Gudensberger Bevölkerung in den letzten Wochen und Monaten werde die BI dennoch mit Ihrer Arbeit fortfahren. Auch wenn es unwahrscheinlich sei, dass es doch noch zu einem Bürgerentscheid komme, werde man die Anhörung des Regierungspräsidiums am 21. Januar in Gudensberg kritisch begleiten. Zudem werde unter anderem die Informationsarbeit an den Schulen fortgesetzt. Jugendliche seien meist viel offener für Informationen zur Tierhaltung und Ernährung als ältere Menschen, denen es schwerer fallen würde, auf Gewohnheiten zu verzichten und zum Beispiel ihren Fleischkonsum etwas zu reduzieren. (red)

Informationen unter www.bi-chattengau.de und www.facebook.com/bi.chattengau



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