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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Neues Buch über Homberg im Ersten Weltkrieg

Foto: nhHomberg. Im August 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Mit ihm fand eine absolute militärische Wegscheide statt. Millionenheere bestimmten von nun die Kriege, denn der Kampf Mann gegen Mann war ein Krieg der Vergangenheit. Technik und Technisierung bestimmten diesen Krieg, die Materialschlacht war in aller Munde. Stundenlang prasselten die Granaten des Gegners auf einen ein, um ihn zu zermürben, zu vernichten, unglaublich, so etwas hatte es in der Weltgeschichte noch nicht gegeben. Doch schließlich gab es seit 1917 zum ersten Mal auch einen Weltkrieg. Die deutsche Gesellschaft veränderte sich während des Ersten Weltkriegs, sie wurde immer mehr eine Gesellschaft des Krieges. Nichts war mehr wie zuvor. Und das zeigte sich besonders an der sogenannten Heimatfront.

„Die Epoche der beiden Weltkriege wird zusammenfassend auch als der „zweite Dreißigjährige Krieg“ beschrieben. Denn der Erste Weltkrieg war eine der wesentlichen Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik und den Horror der Hitler-Diktatur. Während die NS-Zeit inzwischen auch regionalgeschichtlich intensiv aufgearbeitet worden ist, liegen zum Ersten Weltkrieg bisher aber nur wenige Studien vor. Der vorliegende Band ist Anregung, diese Lücke zu schließen. Er fußt auf vielerlei Quellen und führt dem Leser drastisch vor Augen, wie sehr der Krieg den Alltag der „kleinen Leute“ beeinträchtigte, etwa durch die Nutzung der heutigen THS als Lazarett, den Mangel an Brennstoffen und Arbeitskräften, durch die Rationierung von Lebensmitteln, die Propaganda in Zeitungen und Schulen oder die Trauer von über 100 Homberger Familien über den Tod ihrer Männer an der Front“, so der Bad Wildunger Historiker Johannes Grötecke in seinem Vorwort zum Buch von Schattner.

Geschichte wird in diesem Buch als Sozialgeschichte verstanden, die vor Ort zu beschreiben sucht, was dieser Krieg hier im Kreisgebiet ganz konkret vor 100 Jahren an Folgen hatte und für den Alltag der Menschen hier bedeutete. Denn die grausamen Schlachtfelder des Krieges befanden sich geografisch weit entfernt weg, sie befanden sich hauptsächlich in Belgien und Frankreich. Welche Auswirkungen dieser Krieg aber hier vor Ort hatte, wird hier so detailliert wie möglich beschrieben. Zentral dabei sind die Dokumente, die sich in den Homberger Kreisblättern der Jahre 1914 bis 1918 befinden. Neben offiziellen Verlautbarungen und Berichten wurden besonders Anzeigen und familiäre Nachrichten auch zahlenmäßig ins Zentrum gerückt. Diese wurden dort immer, wo es sinnvoll erschien, durch Dokumente aus dem Fritzlarer-Kreis-Anzeiger der Kriegsjahre ergänzt. Somit kann sich der Leser selbst ein Bild über den Krieg hier in der Gegend machen. Ergänzend wird über das Dorf Uttershausen berichtet, weil auch hier die Quellenlage sehr günstig ist.

In seinem Vorwort zum Buch von Schattner ordnet Johannes Grötecke die Publikation auch noch in größere Zusammenhänge ein: „Die Einordnung der lokalen Ereignisse in größere Zusammenhänge erleichtert ein Verständnis der Zeit. Besonders greifbar wird dies in Gestalt beteiligter heimischer Persönlichkeiten, die ‚Karriere machten‘ als Landrat, im Militär oder in der Arbeiterbewegung. Die Welt des Ersten Weltkriegs mit seinem Pathos, seiner Propaganda, seinem Nationalismus, scheint dem heutigen Leser so fern. Und doch mahnen schwere internationale wirtschaftliche und politische Krisen und Vorurteile über Menschen anderer Nationalitäten uns immer wieder, wie gefährdet Demokratie und Wohlstand auch bei uns in Europa sind. Zudem ist der Erste Weltkrieg, bei genauerer Betrachtung, uns doch noch immer nah, ja er reicht bis in die eigene Familie hinein: Denkmäler in unseren Kirchen und auf Friedhöfen, alte Feldpostbriefe unserer Vorfahren und deren Fotoalben mit Kriegsbildern bieten vielerlei Möglichkeiten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“.

Das 164 Seiten starke und 8,07 Euro teure Buch „Homberg/Efze im Ersten Weltkrieg – Sozialgeschichtliche Betrachtungen im Kreis Homberg 1914 und in den folgenden Jahren“ kann direkt bei Amazon oder in der Buchhandlung Mönch in Homberg bezogen werden. (red)



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