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Großmastanlage in Wabern-Zennern wird nicht gebaut

Riesenerfolg für die Arbeit der Bürgerinitiative Chattengau

Wabern. Mitunter scheint es wie ein Kampf David gegen Goliath: Großinvestoren aber auch Landwirte mit entsprechenden Nutzflächen setzen noch immer auf Wachstum im hart umkämpften Fleischmarkt. „Immer mehr und immer billiger“ wird als Heilmittel in einer globalen Schlacht um Gewinn propagiert, dabei bleiben Moral, Werte und Zukunftsvisionen auf der Strecke. Seit gut einem Jahr kämpft die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung gegen die Entwicklung in Nordhessen an, immer mehr Mastbetriebe anzusiedeln und entsprechende Schlachtkapazitäten aufzubauen. Der Rückhalt in der Bevölkerung wächst, und auch viele Lokalpolitiker überdenken Positionen, die noch vor wenigen Jahren nicht im Ansatz diskutiert wurden. Während dieser Kampf zum Beispiel in Gudensberg gegen die Schlachthoferweiterung vermutlich an formaljuristischen Hürden scheitert, kann die BI jetzt einen wirklich großen Erfolg vermelden.

Der Landwirt, der die Kapazitäten seiner Geflügelmastanlage auf der Gemarkung Wabern-Zennern von 50.000 auf 150.000 Tiere verdreifachen wollte, hat seine Pläne vorerst ad acta gelegt. Grund: die negative Stimmung in der Öffentlichkeit.

BI-Sprecher Andreas Grede erklärt dazu: „Wir möchten keine einzelnen Landwirte an den Pranger stellen, die den falschen Weg der Massentierhaltung wählen. Deshalb haben wir auch unsere Mahnwache vor dem Stall in Wabern-Zennern im Mai 2014 ganz bewusst im kleinen Rahmen gehalten. Dennoch ist die klare Botschaft besonders an Großinvestoren: die Menschen in Nordhessen wollen kein Ausweichgebiet werden für Niedersachsen. Dort geht in punkto Massentierhaltung nichts mehr, weil Boden und Luft und Wasser bereits verseucht sind. Investoren wie der niederländische Plukon-Konzern, der mutmaßlich in Kürze mehrheitlich an einen brasilianischen Fleischmulti verkauft wird, sehen Nordhessen noch als strukturschwaches Gebiet an, in dem jede Gemeinde dankbar für erhoffte Gewerbesteuereinnahmen ist. Die Bevölkerung dagegen möchte mehrheitlich ein Umfeld haben, in dem keine Gefahren beispielsweise von multiresitenten Keimen ausgehen oder extremer Nitratbelastung in den Böden. Und die Bilder der gequälten Tiere lassen die Menschen ebenfalls nicht kalt, auch wenn sie im Supermarkt an der Kühltheke noch immer meistens ausgeblendet werden.“
Auch einige Bürgermeister setzen längst auf Naturschutz, um die Region für den Tourismus attraktiver zu machen. Viele Perlen bietet Nordhessen für einen aufstrebenden „sanften Tourismus“ mit hautnahmen Naturerlebnis.

Industrielle Massentierhaltung ist dabei definitiv ein Killer dieses Potentials. Da das Thema immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät, müssen hier viele Lokalpolitiker umdenken. Landwirte und Bauernverbände müssen lernen, dass sie nicht uneingeschränkte Sondernutzungsrechte genießen, sondern ebenfalls Verantwortung übernehmen müssen zum Schutz und Wohl zukünftiger Generationen.

Informationen über die BI gibt es auf www.BI-Chattengau.de. Aktuelles auch auf www.facebook.com/bi.chattengau. (red)



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