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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

1,1 Millionen Euro für neue Wege im Nahverkehr

Peter Krämer, Leiter Nahverkehr der Odenwald-Regional-Gesellschaft, Landrat Dietrich Kübler, Staatssekretär Mathias Samson und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. Foto: nhNordhessen. Mit rund 1,1 Millionen Euro unterstützt Hessen zwei richtungsweisende Modellprojekte zur Zukunft des Öffentlichen Nahverkehrs in ländlichen Gebieten. Rund 600.000 Euro gehen an „Mobilfalt“ in Nordhessen; 500.000 Euro dienen als Starthilfe für das Schwesterprojekt „Garantiert Mobil!“ im Odenwaldkreis, wie Verkehrsstaatssekretär Mathias Samson am Mittwoch bei der Übergabe der Finanzierungsvereinbarung an den Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV), Wolfgang Rausch, mitteilte. „Wir müssen neue Wege gehen, um auch in Gebieten mit sinkenden Einwohnerzahlen künftig die notwendige Mobilität zu gewährleisten“, sagte Samson. „Aus beiden Modellprojekten erwarten wir wichtige Erkenntnisse zur Nutzung und Akzeptanz dieser innovativen Angebote. Diese Erkenntnisse können auch anderen Regionen nutzen.“

Mobilfalt integriert privates Autofahren in den klassischen ÖPNV. Wer regelmäßig oder unregelmäßig unterwegs ist und Passagiere mitnehmen möchte, kann dies über eine Internet-Plattform anmelden und erhält 30 Cent pro Kilometer; die Fahrgäste zahlen je nach Strecke einen oder zwei Euro. Das Pilotgebiet umfasst die Orte Sontra, Nentershausen, Herleshausen, Witzenhausen sowie Niedenstein. Seit April 2013 haben sich mehr als 950 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon über 130 Fahrerinnen und Fahrer registrieren lassen. Mit der am Mittwoch gewährten weiteren Finanzierung  steigt die Landesförderung für Mobilfalt auf über zwei Millionen Euro.

Die geförderte Mobilfalt-IT für Buchung und Abrechnung dient auch als technische Basis für „Garantiert Mobil!“, das im nächsten Jahr im Odenwaldkreis startet und Bürgerinnen und Bürgern binnen 60 Minuten eine Fahrt zum nächsten Unter- oder Mittelzentrum garantieren soll – sei es durch den regulären ÖPNV, sei es durch Mitnahmeangebote. Beide Projekte wollen ihre Erfahrungen gemeinsam auswerten.

NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch kündigte an, das Geld des Landes zur Weiterentwicklung von Mobilfalt zu nutzen: „Wir möchten noch nutzerfreundlicher werden und die Anwendungen weiter erleichtern, um vielen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, selbst Fahrtanbieter mit dem eigenen PKW zu sein oder Mitfahrer im Projekt zu werden. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln werden wir die bestehende NVV-App um Anwendungen für Mobilfalt erweitern und das System zum Buchen und Anmelden der Fahrten verbessern.“

„Die Individualisierung der Lebenswelt passt heutzutage nicht mehr in einen Fahrplan“, sagte der Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich Kübler. „Wer seinen Arztbesuch oder seinen Einkauf in der Stadt beendet hat, möchte direkt wieder nach Hause fahren und nicht erst noch zwei Stunden auf den nächsten Bus warten. Deshalb müssen auch öffentliche Mobilitätsangebote im Prinzip jederzeit verfügbar sein. Das wollen und werden wir mit ‚Garantiert mobil!‘ erreichen.“

Der Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Reuß bezeichnete Mobilfalt als wichtige Unterstützung im Umgang mit den Auswirkungen des demographischen Wandels. RMV-Geschäftsführer Dr. André Kavai wies auf die großen Herausforderungen hin, die auf den öffentlichen Nahverkehr zukommen „Wir freuen uns über jede innovative Idee, die hilft, die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gerade in schwierigen finanziellen Zeiten zu sichern.“ (red)



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