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Turnfestsiege für Michael Hiob und Katharina Wagner

Das Melsunger Mehrkampfteam beim Landesturnfest in Gießen. Foto: Alwin J. WagnerGießen/Melsungen. Bei den hessischen Mehrkampfmeisterschaften des HTV, die anlässlich des 15. Landesturnfests in Gießen ausgetragen wurden, sicherten sich die beiden Melsunger Leichtathleten Katharina Wagner und Michael Hiob die Krone im Fünfkampf der Frauen beziehungsweise Männer. Bei dieser größten breitensportlichen Veranstaltung Hessens präsentierte sich das Turnen in seiner ganzen Bandbreite mit mehr als zwanzig Sportarten: Gerätturnen und Gymnastik, Rope Skipping, aber auch Wandern, Leichtathletik, Volleyball und vieles mehr.

Bei den Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten fehlte der große Schwung. Es lag nicht nur an den Bedingungen, die keineswegs ideal waren. Zum einen begannen die ersten Wettbewerbe bereits um 8.30 Uhr, sodass viele Athleten bereits mehr als eine Stunde vorher zum Aufwärmen im Stadion einfanden. Zum anderen mussten die Mehrkämpfer im Hundertmeterlauf sowie im Weitsprung gegen einen relativ starken Wind ankämpfen. Da nach dem Zeitplan alle 30 Minuten ein Wettbewerb vorgesehen war, blieb nur wenig Zeit, um sich zu erholen. Das schlug sich natürlich auch in den Leistungen nieder. Gießen erlebte zwar einen schönen Leichtathletiktag, aber insgesamt blieben doch einige Fragezeichen. Was fehlte, war vor allem der zündende Funke, der auf die Athleten hätte überspringen können.

Aber Grund mit den erzielten Leistungen, vor allem aber mit den Erfolgen unzufrieden zu sein, bestand zumindest im Melsunger Lager keinesfalls. Der Aufschwung der MT-Athleten von den Kreismeisterschaften in Felsberg setzte sich auch beim Landesturnfest fort. Die Melsunger Wettkämpfer nutzten die Gelegenheit, Wettkampfhärte hinzuzugewinnen und sorgten in manchen Wettbewerben für Bestenlistenkorrekturen.

Nachdem Michael Hiob im März in Stadtallendorf bei den hessischen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften mit der Silbermedaille hinter Issam Ammour (Klein-Linden) überrascht hatte, erwartete man den 19-Jährigen in Gießen erneut auf einem Medaillenrang.

Katharina holte sich die Krone im Fünfkampf der Frauen. Foto: Alwin J. WagnerZum Auftakt hatte sich beim Hundertmeterlauf der 10,88-Sekunden-Sprinter Lars Hieronymi von der LG Friedberg-Fauerbach mit 11,31 Sekunden vor Issam Ammour (11,55 Sek.) und Michael Hiob (11,80) souverän durchgesetzt. Die Läufer blieben im Schnitt 0,4 bis 0,5 Sekunden hinter ihren Bestzeiten zurück. Als Issam Ammour zum Weitsprung nicht mehr antrat, schien der Weg für Lars Hieronymi frei zu sein. Aber er hatte die Rechnung ohne den Melsunger gemacht. Diesem fiel es beim Weitsprung nicht leicht, denn er blieb er mit 5,39 Meter weit hinter den Erwartungen zurück. In dieser Disziplin gab es durch den Gegenwind nur eine Sechsmeter-Weite, die der Favorit Hieronymi mit 6,18 Meter erzielte, so dass er mit 25,948 Punkten das 14-köpfige Feld überlegen anführte. Michael Hiob hatte 23,259 Punkte auf seinem Konto. Für Tobias Stang, der mit 12,56 Sekunden wegen der ungünstigen Bedingungen nicht enttäuschte, wurden 5,87 Meter notiert, sodass er auf 22,671 Punkte kam.

Von Lars Hieronymi wusste man, dass er wegen seiner Defizite beim Kugelstoßen Punkte einbüßen würde. Dafür zeigte sich Jonas Schleenbecker, der in der 2. Bundesliga beim TV Hüttenberg die Tore wirft, seit den hessischen Hallenmeisterschaften um einen Meter verbessert. Mit 10,71 Meter erzielte er eine ordentliche Weite, die ihm nach drei Wettbewerben auf 31,896 Punkte brachte. Michael Hiob wuchtete die Kugel auf 11,23 Meter und erhielt dafür 8,984 Zähler. Hieronymi blieb bei 8,51 Meter hängen und führte dennoch mit 32,756 vor Michael Hiob (32,243 Pkt.). Bester Kugelstoßer war Alexander Fiehn (LF Villmar) mit guten 13,19 Metern. Tobias Stang fiel nach seiner Weite von 8,89 Meter auf Rang acht zurück.

Nach dem Schleuderballwerfen gab es einen Führungswechsel. Jonas Schleenbecker überraschte mit 48,76 Meter und hatte vor dem abschließenden 2000-Meter-Lauf 42,732 Punkte. Michael Hiob verbesserte sich im dritten Versuch auf 44,95 Meter und stand mit 42,232 Punkten in der Liste. Lars Hieronymi verkaufte seine Haut so teuer wie möglich und warf den 3-Pfund schweren Gummiball all auf 43,38 Meter, so dass er vor der letzten Disziplin nur noch 0,166 Punkte vor Michael Hiob in der Gesamtwertung lag. Tobias Stang freute sich über seine 41,88 Meter und hatte nach der vierten Übung 39,090 Punkte gesammelt. Wie bereits im Kugelstoßen erzielte Alexander Fiehn auch im Schleuderballwerfen mit 59,33 Meter die überragende Leistung und hatte mit seinen 41,476 Punkten plötzlich Anschluss an die Spitze. Aber der kräftige Fiehn trat zum abschließenden Lauf über fünf Stadionrunden nicht mehr an, weil er sich auf die später ausgetragenen Einzelwettbewerbe „Steinstoßen“ und „Schleuderballwerfen“ konzentrierte.

Michael Hiob holte sich den Turnfestsieg im Fünfkampf und überraschte mit einer guten Leistung im Schleuderball. Foto: Alwin J. WagnerMichael Hiob hatte sich als Ziel 50 Punkte gesetzt, die identisch mit der Normerfüllung für die deutschen Meisterschaften in Eutin waren. Um sein Vorhaben zu realisieren, benötigte er über 2000 meter nur noch eine Zeit knapp unter acht Minuten. Viel interessanter war plötzlich, dass er zum ersten Mal den Titel eines Hessenmeisters gewinnen konnte. Dafür musste er nur vor Lars Hieronymi ins Ziel kommen und etwa zehn Sekunden schneller sein als Jonas Schleenbecker.

Sein Trainingspartner Tobias Stang sollte für das entsprechende Tempo für die angestrebte Endzeit unter 7:00 Minuten sorgen. Mit viel Tempogefühl legten die beiden los und hatten nach der Hälfte der Strecke bereits einen großen Vorsprung herausgelaufen. Während Tobias nach 1000 Metern mit 3:18 und Michael mit 3:23 Sekunden notiert wurden, passierte Hieronymi diese Zwischenmarke erst nach 4:05 Minuten. Für Schleenbecker wurden 3:40 Minuten notiert. Zeitweilig schien es, als wären die beiden Melsunger unaufhaltsam auf dem Weg zu einer Zeit unter 6:40 Minuten. Aber dann mussten sie dem Tempo Tribut zollen und wurden etwas langsamer. Dennoch siegte Tobias Stang nach 6:48,4 Minuten, was ihm in der Gesamtwertung 49,679 Punkte und somit Rang fünf einbrachte. Michael Hiob lief als Zweiter nach 6:54,4 Minuten über die Ziellinie und wurde mit 52,580 Punkten Landesturnfestsieger im Fünfkampf der Männer.

Tim Rumrich von der SG Enkheim qualifizierte sich nach 7:18,7 Minuten in der Gesamtwertung mit 50,427 Punkten als Dritter für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Lucas Gabel, ebenfalls von der SG Enkheim, beendete nach 7:25,7 Minuten seinen Lauf und belegte hinter Tobias Stang mit 49,580 Punkten den sechsten Platz. Nach 7:39,1 Minuten durchbrach Jonas Schleenbecker das elektronische Zielband. Das reichte für den Sieg im Fünfkampf nicht, denn er kam nur auf 51,481 Zähler. Enttäuschend war beim 2000m-Lauf die Vorstellung des lange Zeit in Führung gelegenen Lars Hieonymi, der völlig fertig erst nach 8;23,8 Minuten seinen Lauf beendete und in der Gesamtwertung als Vierter nur noch 0,152 Punkte vor Tobias Stang lag. Diesem gebührte der Dank von Michael Hiob, weil Tobias den Mut besaß, das richtige Tempo zu laufen, obwohl er das letzte Mal vor fünf Jahren einen 2000m-Lauf im Stadion absolviert hatte.

Zwei Tage nach den deutschen Hochschulmeisterschaften in Münster, wo sie bei Gegenwind die 100 Meter unter 13 Sekunden lief, trumpfte Katharina Wagner auch beim Landesturnfest auf und holte sich den Titel im Fünfkampf der Frauen. Trotz der frühen Morgenstunde, zeigte sie bei Gegenwind ihre Schnelligkeit und Belastbarkeit. „Schade, dass heute nicht mehr drin war. Eigentlich wollte ich eine neue Jahresbestzeit aufstellen“, sagte sie nach ihren 13,35 Sekunden, die dennoch Tagesbestzeit aller weiblichen Teilnehmer war. Beim Weitsprung hatte sie durch den Gegenwind Anlaufschwierigkeiten und verschenkte einige Zentimeter, so dass sie nur bei 4,68 Meter landete. Im Kugelstoßen blieb sie mit 8,71 Meter im Rahmen ihrer Möglichkeiten, überraschte aber mit dem Schleuderball, wo sie mit 31,07 Meter eine persönliche Bestleistung aufstellte. Den abschließenden 1000m-Lauf beendete sie nach 3:52,7 Minuten und hatte in der Gesamtwertung 48,465 Punkte auf dem Konto. Damit erfüllte sie die Norm für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften um 1,465 Punkte. Katharina Wagner müsste in Eutin bei entsprechender Vorbereitung klar über 50 Punkte erreichen und könnte somit einen Finalplatz anstreben. (ajw)



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