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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Silber für Christian Schulz und Franziska Ebert

Franziska Ebert  setzte sich in drei von fünf Wettbewerben durch und erzielte ihre beste Leistung über 1000 Meter. Foto: nhGießen/Melsungen. Nach dem eindrucksvollen Turnfestsieg von Michael Hiob im Fünfkampf der Männer und dem ersten Platz von Katharina Wagner im Wettbewerb der Frauen, imponierten beim 15. Landesturnfest in Gießen auch die Jugendlichen der Melsunger Turngemeinde. Christian Schulz vertrat den verhinderten Dennis Horn besser als erwartet und sicherte sich hinter Lukas Klingelhöfer vom TV Hartenrod den zweiten Platz im Fünfkampf der männlichen Jugend A. Nur zwei Plätze dahinter überraschte der noch B-Jugendliche Aaron Werkmeister, der für den verletzten Tim Hochschorner einsprang.

Die Vielseitigkeitsprüfung der männlichen Jugend A begann mit dem Kugelstoßen. Nachdem Christian Schulz im Vorjahr mit der 5kg-Kugel auf 9,20 gekommen war, verbesserte er sich mit der 1 kg schwereren A-Jugendkugel auf 9,22 Meter und fand damit gut in den Wettkampf. Aaron Werkmeister blieb bei 7,59 Meter hängen, was ihm nach der ersten Disziplin nur den letzten Platz einbrachte. Auch im Schleuderballwerfen überzeugte Schulz mit 40,33 Meter und lag nach zwei Wettbewerben mit 16,338 Punkten hinter Robin Hohm aus Weilmünster (19,584), Alexander Köhler (Lemberg, 18,286) und Karim Ammour (Klein-Linden, 16,493), aber noch vor dem späteren Sieger Lukas Klingelhöfer (14,950) auf Rang vier. Aaron Werkmeister musste mit dem Schleuderball ebenfalls Lehrgeld zahlen und kam nur auf 30,01 Meter, so dass er nach zwei Wettbewerben mit 12,821 Punkten die rote Laterne behielt. Obwohl Schulz trotz des Gegenwindes seinen Hausrekord im 100m-Lauf von 13,35 auf 13,12 Sekunden nach unten drückte, fand er sich nach dem dritten Wettbewerb mit 26,243 Punkten nur auf dem vorletzten Platz wieder. Die Konkurrenz war einfach zu schnell. Aaron Werkmeister verpasste den Start und erreichte erst nach 13,53 Sekunden die Ziellinie. Mit 22,029 Punkten bildete er weiterhin das Schlusslicht. Vorne kämpften Robin Hohm (29,973) und Sven Lang (27,855) um den Titel eines Turnfestsiegers.

Im Weitsprung kam die Stunde von Lukas Klingelhöfer, der in der Hallensaison schon über sechs Meter gesprungen war. Mit 5,73 m sicherte er sich 11,460 Punkte und hatte vor dem abschließenden 1000m-Lauf 38,317 Punkte auf dem Konto. Da er in der Lage war,  die 1000 Meter um 2:45 Minuten zu laufen, war er der erste Anwärter auf den Turnfestsieg der männlichen Jugend A. Robin Hohm, der mit 39,993 Punkten führte, hätte auf Klingelhöfer nur zehn Sekunden verlieren dürfen. Eine solche Zeit zu laufen, war aber für ihn nicht möglich. Auch für Jonathan Lang, der mit 38,035 Punkten auf Rang drei lag, war eine so schnelle Zeit utopisch. Da bekannt war, dass Christian Schulz im Vorjahr die 1000 Meter unter 2:45 Minuten zurückgelegt hatte, musste man auch ihn bei der Medaillenvergabe auf der Rechnung haben. Auch Aaron Werkmeister war noch in der Lage, beim 1000m-Lauf wertvolle Punkte gutzumachen und sich weiter nach vorn zu arbeiten.

Christian Schulz belegte im Fünfkampf den zweiten Platz in der U20. Foto: nhDie ersten 400 Meter legten Schulz und Werkmeiser in 66 Sekunden zurück, doch auf der zweiten Runde merkten beide, dass sie viel zu schnell angelaufen waren und nahmen etwas das Tempo heraus. Während Christian  bei 800 Meter mit 2:21 Minuten gestoppt wurde und die letzten 200 Meter und 30 Sekunden lief, so dass er auf eine Endzeit von 2:50,3 Minuten kam,  musste Aaron Werkmeister abreißen lassen und erreichte nach 2:58,0 Minuten das Ziel.

Lukas Klingelhöfer setzte sich erwartungsgemäß in 2:46,5 Minuten durch und sicherte sich mit 51,405 Punkten seinen ersten Turnfestsieg. Da Robin Hohm und Jonathan Lang  vorzeitig aufgaben und dadurch keine Punkte bekamen und  Karim Ammour für diese Strecke 3:40 Minuten benötigte, belegte Christian Schulz in der Gesamtwertung  mit 49,136 Punkten den zweiten Platz.  Dabei verfehlte er die Norm für die deutschen Meisterschaften nur um 0,864 Punkte. Aaron Werkmeister, dessen Lauf mit 11,769 Punkten belohnt wurde,  landete mit 44,885 Punkten am Ende nur knapp hinter Karim Ammour auf den vierten Platz.

Bei den Schülerinnen trumpfte Franziska Ebert mit drei großartigen Leistungen auf.  Bei der Siegerehrung stand sie auf den zweiten Platz und hatte 45,330 Punkten auf dem Konto. Sie lieferte der Siegerin Chiara Stillger vom TV Niederbrechen ( 46,497) einen großartigen Kampf. Der Fünfkampf wurde mit dem Weitsprung eröffnet, und Franziska setzte sich mit 4,60 Meter vor Felina Weyhofen aus Oestrich (4,45 m) an die Spitze des 20-köpfigen Feldes. Nach diesem blendenden Auftakt lieferte die 15-Jährige auch ein schnelles Rennen über 100 Meter ab und blieb als einzige Athletin mit 13,79 unter 14 Sekunden.  Nach zwei Wettbewerben hatte sie 21,340 Punkte und führte souverän vor Stephanie Bergner (Lieblos, 20,127) und Felina Weyhofen (20,060).

Erst einen Abend vor diesen Meisterschaften nahm Franziska Ebert zum ersten Mal einen Schleuderball in die Hand. Mit dieser Vorbereitung war sie natürlich gegen die Konkurrenz chancenlos und belgte mit 23,32 Meter nur Rang 17.  Dennoch lag die hessische Schüler-Hallenmeisterin über 300 Meter mit 28,003 Punkten noch in Führung, aber die Konkurrenz hatte mächtig Boden gut gemacht. Stephanie Bergner war mit 27,810 Punkten die erste Verfolgerin. Chiara Stillgner setzte mit 33,60 Meter ein erstes Ausrufezeichen und lag mit 27,696 Punkten bereits auf Rang drei.

Da auch im Kugelstoßen nichts zu holen war, verlor Franziska Ebert nach vier Übungen ihre Poleposition und fiel einige Plätze zurück. Während sie für ihre 6,80 Meter 6,800 Punkte bekam, erhielt Chiara Stillgner für ihre 9,05 Meter 9,050 Punkte und lag nach vier Übungen mit 36,746 Punkten fast uneinholbar in Führung.  Franziska Ebert hätte  im abschließenden 1000m-Lauf fast 30 Sekunden schneller als die Schülerin aus Niederbrechen laufen müssen.  Ein Ding der Unmöglichkeit, aber Franziska Ebert lief ein großartiges 1000m-Rennen. Unmittelbar vorher hatten Julia Klute und Marie Wagner 3:30,1 Minuten vorgelegt. Diese Zeit nahm die 15-Jährige ins Visier und wollte diese unterbieten. Nach 86 Sekunden für die erste Runde, benötigte Franziska für die zweiten 400 Meter 85 Sekunden, so dass sie die 800m-Marke nach 2:51 Minuten passierte. Mit einem langgezogenen Schlussspurt lief sie die letzten 200 Meter in 35 Sekunden. Die elektronische Uhr blieb bei 3:26,5 Minuten stehen. Das brachte in der Endabrechung die nicht mehr für möglich gehaltene Silbermedaille mit 45,330 Punkten.  Alwin J. Wagner sparte nicht mit seiner Anerkennung: „Die Art und Weise, wie Franziska ihr Rennen lief und das übrige Feld souverän beherrschte, eröffnet gute Perspektiven für die weitere Saison!“

Julia Klute vor Marie Wagner. Foto: nhEine weitere Medaille für die Melsunger Turngemeinde holte Marie Wagner bei der weiblichen Jugend A, denn die 18-Jährige sicherte sich hinter Jasmin Kapaun (Hartenrod, 50,067) und Laura Geulig (Jügesheim, 47,378) mit 45,122 Punkten „Bronze“.  Auf Rang vier landete Sina-Marie Klement aus Villmar (42,819). Julia Klute belegte mit 39,628 Punkten den sechsten Platz. Höhepunkt dieses Fünfkampfes war der abschließende 1000m-Lauf, wo Marie und Julia  „meilenweit“ vor dem Verfolgerfeld herliefen. Marie hatte zunächst die Führungsarbeit übernommen und lief die erste Runde in 85 Sekunden. In ihrem Schlepptau hing ihre Trainingspartnerin. Die anderen Läuferinnen lagen bereits über 60 Meter zurück. Nach der Hälfte der Strecke übernahm Julia die Spitze und Marie hängte sich dran. Als 800m-Zwischenzeit wurden für die beiden Melsunger Läuferinnen 2:49 und 2:50 Minuten notiert.  Im Ziel blieb für  Julia Klute die Uhr bei  3:29,8 Minuten stehen; für Marie Wagner hielt die Uhr 0,3 Sekunden später an. „Schade, dass die beiden vor dem Lauf zuviel Respekt vor der Strecke gezeigt hatten, sonst wäre eine Zeit unter 3:25 Minuten möglich gewesen“, meinte Alwin J. Wagner.  Der Abstand war riesengroß. Knapp 200 Meter zurück kam die Fünfkampfsiegerin Jasmin Kapaun als Dritte nach 4:02,3 Minuten vor Laura Geulig (4:11,3) ins Ziel.

Karolin Siebert, die sich für Gießen vorgenommen hatte, die 1000 Meter zum ersten Mal unter drei Minuten zu laufen, musste nach dem Schleuderballwerfen wegen einer Muskelzerrung im Oberschenkel verletzt aufgeben und konnte zum Kugelstoßen nicht mehr antreten.

Walter Haas aus Villmar, ein Kenner der Leichtathletik-Szene, gratulierte den Melsunger Athleten zu ihren Erfolgen und meinte, dass ihr großartiges Auftreten vor allem auf den abschließenden Mittelstrecken zu den Höhepunkten dieser leichtathletischen Mehrkampfmeisterschaften beim 15. Landesturnfest gehörte. (ajw)



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