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Saisonfinale mit Nervenkitzel

MT sichert sich nach 29:26 gegen Hannover-Burgdorf Platz 6

Momir Rnic, mit sechs Toren bester MT-Schütze des Spiels. Foto: Heinz Hartung Kassel/Melsungen. Mit einem 29:26 (15:15) gegen die TSV Hannover-Burgdorf feierte die MT Melsungen zum Abschluss der Saison 2014/15 einen hart erkämpften, aber dennoch verdienten Sieg. Vor 3.315 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle stand die Begegnung bis in die Schlussphase auf der Kippe und es durften sich beide Seiten Hoffnungen auf einen positiven Saisonausklang machen. Die Gäste waren zu jeder Zeit ein ebenbürtiger Gegner, hatten aber am Ende jeweiligen nicht mehr die nötigen Kraftreserven, um ihre Führungen zu konservieren und über die Zeit zu bringen.

Die Nordhessen überzeugten kämpferisch einmal mehr und zeigte den unbedingten Willen, das bessere Ende für sich zu beanspruchen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in der Momir Rnic mit sechs Treffern der erfolgreichste Schütze war. Für Hannover-Burgdorf traf Lars Lehnhoff sieben Mal, inklusive zweier Siebenmeter. Durch die gleichzeitige Niederlage der Füchse Berlin erklomm die MT Melsungen noch den sechsten Abschlussrang, der unter Umständen für eine Qualifikation zum Europacup reichen könnte. Die Entscheidung darüber fällt jedoch erst in den kommenden Wochen.

Die MT Melsungen erwischte in ihrem letzten Auftritt der Saison einen guten Auftakt. Michael Müller fand mit einem feinen Anspiel hinter dem Rücken der Gästeabwehr Felix Danner, und der ließ sich die Chance zur Führung nicht entgehen. Auch Mikael Appelgrens Parade gegen Kai Häfner ließ die einheimischen Fans hoffen, doch die Fortsetzung ließ zunächst zu wünschen übrig. Michael Müller scheiterte an Nikolai Weber, Nenad Vuckovic verlor den Ball. Zu Fahrig und nervös die Aktionen im Vorwärtsgang, als dass die Nordhessen daraus hätten Kapital schlagen können. So fanden die Gäste schnell ins Spiel und blieben dran. Immer wieder ging die MT in Führung, doch zuverlässig fiel im Anschluss der Ausgleich. Weil sowohl Felix Danner als auch Nenad Vuckovic ihre Würfe jeweils an die Latte setzten und so einen höheren Vorsprung vergaben. Nach zehn gespielten Minuten lagen die Hausherren mit 5:4 vorn.

 Vier MT-Abgänger (v.l.): Mikael Appelgren, Sebastian Ullrich, Heiko Grimm, Per Sandström. Foto: Heinz HartungDie Begegnung blieb eng und umkämpft, bis zum 7:7 immer nach bekanntem Muster: erst die MT, dann der TSV. Bis Nikolai Weber gegen Philipp Müller Sieger blieb und sein Bruder Michael im darauffolgenden Versuch das Tor verfehlte. Lars Lehnhoff per Siebenmeter und Juan Andreu blieben dagegen fehlerfrei im Abschluss und drehten die Partie auf 7:9 (15.). Für den MT-Trainer der richtige Zeitpunkt für die erste Auszeit. Die jedoch zumindest bei Michael Allendorf keine stabilisierende Wirkung hatte. Denn der scheiterte gleich darauf von der Siebenmeterlinie an Nikolai Weber und brachte auch den Abpraller nicht am Burgdorfer Schlussmann vorbei (16.). Immerhin sorgten Nenad Vuckovic, Momir Rnic und der eingewechselte Marino Maric nach 20 Minuten mit dem 10:10-Ausgleich wieder für aufsteigende Tendenz im rot-weissen Angriffsspiel.

Nicht lange, weil Momir Rnic Lars Lehnhoff im Gegenstoß behinderte, vom Feld musste und Torge Johannsen per Strafwurf sowie Lehnhoff in Überzahl wieder auf 11:13 stellten. Immer wieder schafften es die Niedersachsen, Lücken in die MT-Deckung zu reißen und aus der Nahdistanz erfolgreich zu sein. Jubel kam auf Seiten der Gastgeber erst wieder auf, als Hannover in Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler agierte, Johannes Sellin das Leder abfing, auf den nach vorn eilenden Felix Danner passte und der Kreisläufer aus gut 20 Metern Entfernung an dem von der Auswechselbank in seinen Kasten zurückeilenden Nikolai Weber vorbei zum 13:13 einwarf (26.). Weil in den verbleibenden vier Minuten nicht mehr viel passierte und Johannes Sellin mit der Halbzeitsirene den Ball im Gegenstoß einmal mehr ans Gebälk setzte statt in die Maschen zu befördern, ging es leistungsgerecht mit einem Remis in die Kabinen.

Auch in den zweiten Durchgang kamen die Bartenwetzer besser hinein. Das lag aber am Burgdorfer Lars Lehnhoff, der einen Siebenmeter an den Innenpfosten setzte und so Michael Müller die erste MT-Führung seit dem 7:6 ermöglichte. Nun waren es wieder die Hausherren, die vorlegen durften – sie hätten dieser Vorteil aber um ein Haar wieder aus der Hand gegeben. Weil Christian Hildebrand über das Tor zielte, Jeffrey Boomhouwer am glänzend reagierenden Nikolai Weber scheiterte, und Johannes Sellin seinen Strafwurf ebenfalls nicht am TSV-Schlussmann vorbei brachte. Der wiederum in diesen Minuten mit weiteren Paraden gegen Michael Müller und Momir Rnic praktisch allein dafür sorgte, dass sich die Partie nicht in Richtung Vorentscheidung entwickelte (19:19, 42.).

Die schien sich dennoch abzuzeichnen. Als Michael Müller einen Ball mit Wucht unter die Latte jagte, Mikael Appelgren es seinem Gegenüber gleich tat und Michael Allendorf in Unterzahl das 21:19 erzielte. Hannover zeigte jetzt Nerven und leistete sich nicht nur mehrere technische Fehler, sondern vergab durch Olafur Gudmundsson auch einen Tempogegenstoß. Die Nordhessen schienen auf dem besten Weg, das gute Ende für sich zu behalten. Hätte es nicht in der 46. Minute Aufregung gegeben, als Joan Andreu und Michael Müller aneinander gerieten. Beide sahen die Rote Karte, doch der Hannoveraner wollte sich nicht beruhigen, drohte dem Melsunger auf dem Feld und musste von drei Mannschaftskameraden zurückgehalten werden. Hektik, die wieder den Gästen zu Gute kam. Denn sie fingen sich schneller wieder, kamen durch einen Doppelschlag von Torge Johannsen zum Ausgleich und kurze Zeit später durch Mait Patrail sogar wieder zur Führung (22:23, 50.).

Schon sieben Minuten vor dem Ende erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Rechtzeitig um das 25:24 von Michael Allendorf zu feiern. Beantwortet allerdings prompt von Lars Lehnhoffs achtem Treffer. Christian Hildebrand holte die Führung mit einer feinen Einzelleistung zurück, und bei Filip Mirkulovskis Versuch war dann der Pfosten zum zweiten Mal in dieser Partie ein Melsunger. Marino Maric besorgte das 27:25, und nach Torge Johannsens Wurf ans Außennetz war es erneut Maric, der mit dem 28:25 die Weichen endgültig auf Sieg stellte (58.). In Kenntnis der Berliner Niederlage gegen Flensburg und die Chance auf das Erreichen des sechsten Abschlussranges machten über 3.300 Zuschauer die Rothenbach-Halle in den Schlussminuten zum Tollhaus und feierten ihre Helden in Rot-Weiss für den erfolgreichen Abschluss einer außergewöhnlichen Saison. Den Schlusspunkt setze Momir Rnic schliesslich mit seinem sechsten Treffer zum 29:26-Endstand.

Michael Roth nach dem Spiel:

In erster Linie haben uns die Fans zu diesem Sieg gebracht. Vielen, vielen Dank für diese großartige Unterstützung. Obwohl unsere Situation nach dem Scheitern im Europacup schon fast tragisch war, haben sie uns immer weiter applaudiert. So hat auch die Mannschaft gekämpft bis zum Schluss und wir konnten den sechsten Platz aus dem Vorjahr doch noch bestätigen. Noch einmal vielen Dank dafür!

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (16 P. / 25 G.), Sandström (1 P. / 1 G.), Ullrich; Maric (5), Sellin, Schröder(1), Hildebrand (2), Danner (5), P. Müller (2), Boomhouwer, Rnic (6), Allendorf (3), Vuckovic (2), M. Müller (3). Grimm.

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (n. e.), Weber (17 P. / 29 G.); Johannsen (5/1), Andreu (2), Patrail (2), Hykkerud (2), Lehnhoff (7/2), Häfner (3), Sevaljevic, Gudmundsson (2), Karason (1), Pollex, Kastening, Mirkulovski (2).

Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Neuried) / Sascha Wild (Offenburg)

Zeitstrafen: 4 – 8 (Rnic 22:05, M. Müller 42:46 – Hykkerud 23:48 50:33, Andreu 34:50, Mirkulovski 38:32); Disqualifikationen: M. Müller (MT, 45:48), Andreu (TSV, 45:48)

Strafwürfe: 2/0 – 5/3 (Allendorf scheitert an Weber, 15:47 Min.; Sellin scheitert an Weber 38:35 Min. – Lehnhoff an den Pfosten, 30:56 Min.; Johannsen scheitert an Sandström 45:50 Min.)

Zuschauer: 3.315 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Nach dem Spiel:
Vereinsführung und Fans liessen den vier Akteuren, die die MT mit Beendigung dieses Spiels nun verlassen, einen emotionalen Abschied zuteil: Heiko Grimm, Sebastian Ullrich, Mikael Appelgren und Per Sandström sagten nach dem Schlusspfiff vor den fast voll besetzten Tribünen der Rothenbach-Halle  „Adieu!“. Darüber hinaus wurden Michael Allendorf (180 Treffer) als bester Torschütze der Saison und Mikael Appelgren als der von den Fans via Facebook zum besten Spieler der Saison Gewählte geehrt. Eine ganz besondere Überraschung erlebte dann Christian Hildebrand, als er von vier Freunden direkt vom Spielfeld aus zum Junggesellenabschied entführt wurde. Kein Wunder, dass weiterhin die Stimmung prächtig war und Hitradio FFH-Moderator und -DJ Felix Moese bei der folgenden Party direkt auf dem Spielfeld keinerlei Mühe hatte, die begeisterten Fans weiterhin bei bester Laune zu halten. (Bernd Kaiser)

Saisonstart 2015/16:
22.08.2015, Heimspiel gegen Füchse Berlin



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