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Silber und Bronze für Lisa Arend und Janina Rohde

Lisa Arend überraschte als Zweite im Hammerwerfen der Frauen. Foto: nhGelnhausen/Melsungen. Der zweite Tag der hessischen Jugendmeisterschaften der U20 sowie U16, in dem die Titelkämpfe für alle Klassen im Hammerwerfen integriert waren, verlief für die Teilnehmer der MT Melsungen erfolgreicher als der Vortag. Mit je einem zweiten und dritten Platz sowie zwei vierte und einem fünften Platz konnte man im Melsunger Lager zufrieden sein. Bereits zu Beginn der Veranstaltung, als um elf Uhr die Quecksilbersäule fast auf 38 Grad kletterte, wurden die 3000m-Läufer auf die siebeneinhalb Stadionrunden geschickt. Nach 200 Metern sprengte Kidane Tewolde (SSC Hanau-Rodenbach) mit seinem Anfangstempo das Feld auseinander.

Lorenz Funck hängte sich an Jonas Uster (LG Odenwald), der an der dritten Position lief und sich die Bronzemedaille erhoffte. Nach 1000 Metern (3:05 Min.) stellte sich heraus, dass diese Taktik von Lorenz Funck ein großer Fehler war. Er konnte dieses Tempo nicht auf Dauer halten und fiel diesem Versuch zum Opfer. Nach 2000 Meter (6:26 Min.) wurde er von Julien Gottfried (Hanau-Rodenbach) überholt und hatte den Anschluss an die Vorderleute verloren. Den letzten Kilometer legte er ohne Verbindung nach vorn in 3:18 Minuten zurück und landete am Ende nach 9:44,18 Minuten auf Platz fünf. Die große Hitze – in der Sonne waren es fast 50 Grad – und sein viel zu schnelles Anfangstempo kosteten sehr viel Substanz und erledigten sein Vorhaben, unter 9:20 Minuten zu laufen, beretis nach der Hälfte der Strecke. Hinter dem überlegenen Sieger Kidane (8:53,34 Min.) sicherte sich sich Davor Bienenfeld aus Offenbach in 9:02,79 Minuten die Silbermedaille; Jonas Uster (9:29,72) und Julien Gottfried (9:37,80) folgten auf den nächsten Plätzen.

Mit 11,64 Meter landete Janina Rohde im Kugelstoßen der U20 auf Rang drei. Foto: nhZwei Stunden später erfolgte die erwartete Leistungsexplosion von Christian Schulz über 800 Meter. Der 18-Jährige aus Röhrenfurth, der sich innerhalb eines Jahres von 2:13,6 (2013) auf 2:05,24 verbessert hatte, reiste mit der zehntbesten Zeit in der Meldeliste in die Barbarossastadt. Der große Favorit in diesem Rennen war natürlich Lukas Abel, das Mittelstrecken-Ass aus Hanau. Marc Tortell (TV Rendel) meldete nach seinen 1:54,19 Ansprüche zumindest für die Silbermedaille an. Davor Bienenfeld, der über 3000 Meter Vizemeister wurde, verzichtete auf das 800m-Finale. Somit hatten Jonathan Leidich aus Breidenbach mit 2:00,87 und Felix Hildebrand (Bad Sooden-Allendorf) die größten Chancen auf Bronze. Aber auch Kai Strauch aus Bad Soden im Taunus war mit seinen 2:02 in der Lage, ein Wörtchen mitzureden. Auch Benjamin Lückert (SC Steinatal) kam nach seinem Auftritt in Bebra, wo er im Alleingang 2:04,83 Minuten lief, für einen Platz unter den ersten Sechs in Frage. Christian Schulz hatte niemand auf der Rechnung. Nur die Insider wussten, dass er gut vorbereitet in diesen Lauf ging und eine Zeit um 2:03 Minuten laufen konnte. Da Felix Hildebrand gemeinsam mit ihm von Bahn fünf startete, sollte Christian den Kontakt nicht abreißen lassen und die erste Hälfte um 60 Sekunden anlaufen. Nach 400 Meter zeigte die Uhr 59 Sekunden, aber die fünf vor ihm liegenden Läufer waren mehr als zehn Meter enteilt. Als Schulz die 600 m nach 90 Sekunden passiert hatte, stand fest, dass es für ihn eine großartige Zeit geben würde.

Christian Schulz bot im 800m-Lauf eine taktische Meisterleistung und verbesserte sich als Fünfter  um über 5 Sekunden. Foto: nhEingangs der Zielgeraden kam Leben in das Feld, denn hinter dem klar führenden Abele und dem etwa drei Sekunden hinter ihm laufenden Tortell, entbrannte zwischen Strauch, Leidich und Hildebrand ein toller Kampf um die Plätze drei, vier und fünf. Während diese Drei verbissen kämpften, aber auch dem Anfangstempo Tribut zollen mussten, näherte sich aus dem Hintergrund Christian Schulz. 50 Meter vor dem Ziel stürmte er am Nordhessenmeister Hildebrand und an Leidich vorbei. In 2:00,63 sicherte er sich hinter Kai Strauch den vierten Platz. „Es war das Maximale, was ich zu leisten imstande war“, kommentierte er sein großartiges Abschneiden. Und der Trainer konnte nur schulterklopfend bestätigen: „Christian hat sich heute selbst übertroffen. Er profitierte von seiner Abwartetaktik und begeisterte mit einem Endspurt erster Güte. Er lief die letzten 100 Meter unter 14 Sekunden und war im gesamten Finale läuferisch sehr stark, auf Tempowechsel vorbereitet, kämpferisch hart und in taktischer Beziehung klug“. Peter Micke war Melsungens letzter Jugendliche, der vor neun Jahren mit 2:00,70 Minuten an die zwei Minuten heranlief. Christian Schulz gehört im nächsten Jahr noch einmal dieser Altersklasse an und könnte die magische Grenze unterbieten.

Im Glutofen von Gelnhausen belegte  Lorenz Funck über 3000 m den 5. Platz. Foto: nhDennis Horn erfüllte nach seinem großartigen 100m-Auftritt vom Vortrag nicht die Erwartungen über 200 Meter. Obwohl er erneut einen sehr guten Start erwischt hatte und hinter Hessenmeister Jan Näser (Eintracht Frankfurt, 22,55) als Zweiter auf die Zielgerade einbog, machte sich auf der zweiten Hälfte der Strecke sein Ausdauerdefizit deutlich bemerkbar. Zunächst überholte ihn Paul Edinger aus Heppenheim (22,65 Sek) und kurz vor der Ziellinie musste er auch noch Fabian Reil (ASC Darmstadt, 23,82 Sek.) vorbeilassen. Völlig erschöpft erreichte er in 23,93 Sekunden das Ziel. „Ich wollte ich fast eine Sekunde schneller laufen“, sagte er nachdem er sich wieder erholt hatte.

Über 400m Hürden der U20 wurde in zwei Zeitendläufen die hessische Jugendmeisterin ermittelt. Karolin Siebert hatte verletzungsbedingt abgesagt und konnte nicht an diesem Wettbewerb teilnehmen, so dass allein Marie Wagner die Farben der MT Melsungen vertreten musste. Bei den Landesmeisterschaften der Frauen in Darmstadt belegte sie mit 71.02 Sekunden den sechsten Platz. Aber nach ihrem guten 400m-Lauf vom Vortag hätte man mit einer 67er-Zeit rechnen können. Leider ließ die Saharahitze von 38 Grad kein optimales Rennen zu, zum anderen steckte ihr noch der starke 400m-Lauf vom Vortag in den Beinen. Dennoch ließ sie sich nichts anmerken und lief im ersten Zeitendlauf auf Bahn zwei hinter Lena Geyer (LG Odenwald) und Lokalmatadorin Janine Wampula ein taktisch großartiges Rennen. Bei der achten Hürde lag sie mit 55,12 Sekunden noch auf Platz drei. 50 Meter vor dem Ziel eilte sie an Wampula vorbei und überholte in einem fulminanten Schlussspurt nach der letzten Hürde auch noch Lena Geyer. Sie lief als Erste mit der persönlichen Jahresbestzeit von 68,84 Sekunden durch das Ziel. Im nachfolgendem schnelleren Lauf starteten nach dem Ausfall von Penelope Penndorf aus Königstein und Karolin Siebert (Melsungen) mit Lena Lietz (TV Kronberg), Cathrin Wicke (Bad Schwalbach) und Kim Medelnik (LG Odenwald) nur noch drei Athletinnen. Am Ende setzte sich erwartungsgemäß Lietz (63,78) vor Wicke (64,35) und Medelnik (67,39) durch, so dass Marie Wagner bei der Siegerehrung als Vierte ausgezeichnet wurde.

Marie Wagner hatte allen Grund zur Freude.  Zwei Jahresbestleistungen sowie Platz vier über 400 m Hürden. Foto: nhDie letzten beiden technischen Wettbewerbe, das Hammerwerfen der Frauen sowie das Kugelstoßen der weiblichen Jugend brachten dann endlich die erhofften Medaillen. Lisa Arend, die die zum ersten Mal an einer Landesmeisterschaft teilnahm, war im Vorjahr noch mit 29,96 Meter in der Bestenliste verzeichnet. Im April 2015 steigerte sie sich bei den nordhessischen Meisterschaften auf großartige 39,19 Meter und kündigte Ambitionen auf einen Finalplatz in Gelnhausen an. Nachdem die Frankfurter Hammerwurf-Troika Betty Heidler (75,73 m), Kathrin Klaas (72,77 m) und Carolin Paesler (70,22 m) auf einen Start verzichtet hatten, stiegen sogar ihre Medaillenchancen. Lisa Arend, von Hella Böker gut vorbereitet, reiste in Höchstform an, war aber viel zu nervös, um sauber drei Drehungen durchzuführen. Nachdem Nina Petri aus Dietzhölztal 37,29 Meter im ersten Durchgang vorlegt hatte, zeigte Lisa Arend Nerven, denn vor dem ersten Durchgang zitterten nicht nur ihre Hände. Mit einem grottenschlechten Wurf von 26,17 Meter eröffnete sie ihren Wettkampf. Da war Norbert Weinreich, der Trainer von Janina Rohde, der am Hammerwurfring stand, als Psychologe gefragt. Der 47-Jährige machte seine Aufgabe gut, denn im zweiten Versuch ließ Lisa ihre Leistungsfähigkeit erkennen und steigerte sich auf 37,82 Meter. Dass mit diesem Wurf schon alles entschieden war, konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Aber diese Weite reichte für die Silbermedaille, weil sich Petri nicht mehr verbessern konnte und Alina Genz (Stadtallendorf) mit 47,26 m für Lisa Arend unerreichbar war.

Siegerehrung über 800m mit dem früheren Weltrekordhalter über 1000 Meter,  Dr. Franz-Josef Kemper. Foto: nhMit dem Kugelstoßen der weiblichen Jugend wurden die Landesmeisterschaften beendet. Weil die beiden U18-Athletinnen Patricia Römer (TSV Kirchhain) und Victoria Moldenhauer (Frankfurt), zur gleichen Zeit bei den süddeutschen Meisterschaften in Kaiserslautern mit 14,34 bzw. 13,56 m auftrumpften, war für Lea Menzel der Weg frei. Die Siebenkämpferin aus Neu-Isenburg holte sich mit 13,11 Meter den Titel und hätte mit jedem ihrer fünf gültigen Stöße gewonnen. Den zweiten Platz holte sich Sara Lisa Zorn (Hanau-Rodenbach) mit 12,22 m, womit sie sich für die deutschen Jugendmeisterschaften qalifizierte. Janina Rohde (Melsungen), die sich ebenfalls für Jena qualifizieren wollte, blieb mit 11,64 Meter über einen halben Meter hinter Zorn zurück.  Die nordhessische Jugendmeisterin sicherte sich aber vor Jessica Penzlin (Bad Homburg, 10,54 m) den dritten Platz und sorgte damit für die zweite Melsunger Medaille. „Ich bin mit dieser Weite nicht zufrieden, denn ich wollte in Gelnhausen über 12 Meter stoßen“, sagte sie nach dem Wettkampf. (ajw)



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