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Infoveranstaltung zum Klimaschutzkonzept

Herr Schwietering und Vertreter der Schülerschaft der Theodor-Heuss-Schule stellen die Ergebnisse des E-Bike-Projektes vor. Foto: nhHomberg. Am 15. Juli 2015 fand in der Stadthalle Homberg die öffentliche Informationsveranstaltung zum Klimaschutzkonzept der Stadt Homberg statt. Im Anschluss stellte Andreas Fröhlich, Projektleiter des Klimaschutzkonzepts Homberg und Mitarbeiter bei der Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA) aus Kassel, die Inhalte und Arbeitsschritte eines Klimaschutzkonzeptes vor. Im Rahmen seiner Ausführungen verwies Andreas Fröhlich, ebenso wie Dr. Ritz, auf die Tatsache, dass das zu erstellende Konzept lediglich einen ersten Schritt im Klimaschutzprozess darstelle und nur einen Rahmen zur Entwicklung konkreter Maßnahmen vor Ort liefern könne.

Dabei sei es unabdingbar die Menschen vor Ort aktiv in den Gestaltungsprozess einzubeziehen. Neben den allgemeinen Inhalten eines Klimaschutzkonzepts stellte Andreas Fröhlich die bisherigen und weiterfolgenden Arbeitsschritte bei der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Homberg vor. Hierbei lud er die Anwesenden zu den am 8. und 9. September 2015 stattfindenden öffentlichen Themenworkshops in der Zehntscheune ein. Auf diesen werden mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Homberg Projektideen in den Bereichen erneuerbare Energien, energetische Gebäudesanierung, Elektromobilität und klima-freundliche Stadtentwicklung entwickelt.

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger aus Homberg informierten sich über das Klimaschutzkonzept, unter ihnen Vertreter aus den Bereichen Politik, Stadtverwaltung, Land- und Forstwirtschaft, Kirche und Bildung, unter anderem Schüler der Theodor-Heuss-Schule. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Bürgermeister Dr. Nico Ritz alle Anwesenden und stellte die Referenten vor. In seiner Rede unterstrich Dr. Ritz die Bedeutung und den Mehrwert des Klimaschutzkonzeptes und den sich daraus ergebenden Chancen für die Stadt Homberg und ihre Ortsteile. Dabei merkte er auch an, dass das Konzept lediglich die Basis für sich daraus weiterzuentwickelnde Ideen und Maßnahmen sei, wie zum Beispiel die Etablierung eines Klimaschutzmanagements.

Weiterführend referierte Armin Raatz, Geschäftsführer der KEEA, über die Gründe zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes. Hierbei stellte er die internationalen und nationalen Klimaschutzziele sowie die des Land Hessen vor2. Daneben erläuterte Armin Raatz ausgewählte Ergebnisse der Energie- und CO2-Bilanz für die Stadt Homberg. Dabei verwies er insbesondere auf die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen Mobilität und private Haushalte. Letzteres unterstrich er durch die Darstellung der Energieeinsparpotenziale bei privaten Haushalten, z.B. durch energetische Gebäudesanierung.

Auf die Wortmeldung aus dem Publikum, ob auch Ideen aus dem Landkreis oder anderen Städten und Kommunen, die bereits im Klimaschutz aktiv sind, auf Homberg übertragen würden, antwortete Armin Raatz, dass dies angedacht ist. Dabei ginge es nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern die zahlreichen und guten Ideen aus den Bereichen Energie und Klimaschutz aufzugreifen. Gleichwohl müssten diese gefiltert und auf die lokale Situation in Homberg, in Abstimmung mit den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen vor Ort abgestimmt werden. Zusätzlich merkte Armin Raatz an, das die Klimaschutzziele nur dann zu erreichen sind, wenn vor allem auf der kommunalen Ebene Klimaschutzprozesse ange-stoßen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden.

Daran anschließend präsentierten Hans-Joachim Schwietering, Studienleiter an der THS, und Vertreter der Schülerschaft Ergebnisse aus der schulinternen Arbeitsgemeinschaft „E-Mobilität in und um Homberg“. Im Rahmen des Wahlpflichtfaches Energie konnten die Schüler Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit und der Nutzung von E-Bikes sammeln. Dabei verwiesen die Schüler, neben den positiven körperlichen Effekten, auf die Unabhängigkeit gegenüber den Eltern, die diese ansonsten mit dem Auto zur Schule gebracht hätten. Eine weitere wichtige Erkenntnisse, so Hans-Joachim Schwietering, sei, das bei der Wahl des E-Bikes nicht nur technische sondern auch ästhetische Aspekte eine herausragende Rolle spielen. Die weiterführende Einbindung der Ergebnisse sowie der Schüler bzw. der THS in den Klimaschutzprozess, zum Beispiel im Rahmen der Themenworkshops, wird ein Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes sein.

Aus dem Publikum wurde die Frage gestellt, ob im Rahmen des Projekts über ein die Gemarkung über-greifendes E-Bike-Sharing-Konzept nachgedacht wurde. Hans-Joachim Schwietering merkte daraufhin an, dass dies Teil der Überlegungen war. Gleichwohl sehe er die Umsetzung eines solchen Konzeptes kritisch. Beispielsweise mit Bezug auf die Nutzung bzw. Annahme etwaiger E-Bike-Stationen in den kleineren Ortsteilen. Wohingegen er die Auslastung im Bereich der Kernstadt für unproblematisch hält. Hier könnte zum Beispiel eine Ladestation an der THS installiert werden. Zusätzlich wurde die Frage nach Finanzierungs-bzw. Fördermöglichkeiten für E-Bikes gestellt. Armin Raatz verwies darauf, dass es zurzeit keine entsprechenden Förderprogramme gibt bzw. ihm keine bekannt seien.

Im Anschluss an die Vorstellung der THS stellte Günter Schumann, Leiter des Forstamts Neukirchen (HessenForst), den Waldbestand und die Eigentumsverhältnisse bzw. -verteilung in Homberg vor. Günter Schumann verwies darauf, dass Homberg über, im Vergleich zur Region, beachtlichen Waldanteil, insbesondere Interessentenforst, verfüge. Der überwiegende Holzanteil kommt der stofflichen Verwertung, zum Beispiel Möbelindustrie, zu. Auf die Nachfrage, ob es auch noch Potenziale zur energetischen Nutzung aus Sicht des Forstamt gäbe, stimmte Günter Schumann dem zu, jedoch mit dem Verweis darauf, dass dabei die Grundsätze der Nachhaltigkeit eingehalten werden sollten. Im weiteren Verlauf der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes sollen Ideen zur energetischen Holznutzung in Homberg mit der Öffentlichkeit, zum Beispiel im Rahmen des Themenworkshops erneuerbare Energien, thematisiert werden.

Frau Matovelle (TU Dortmund) und Herr Neumann (Universität Kassel) stellten anschließend das Forschungsprojekt „Vom Klimaschutzkonzept zur zielgruppenorientierten Sanierungsoffensive: Strategien, Lösungsansätze und Modellbeispiele für dynamische Kommunen“ (kurz: sandy) vor. In dem Projekt wer-den Motivationen und Hemmnisse des Für und Wider einer energetischen Gebäudesanierung durch Hauseigentümer in sechs ausgewählten Modellstädten bzw. -kommunen erhoben. Die Stadt Homberg ist eine dieser Modellstädte. Eine Idee ist die Verschneidung der Projektinhalte und -ergebnisse mit denen des Klimaschutzkonzeptes. Mit einer Laufzeit von drei Jahren stellt das Projekt sandy eine mögliche Grundlage für ein im Anschluss an das Klimaschutzkonzept zu etablierendes Klimaschutzmanagement dar. Aus dem Publikum kam die Anmerkung, dass insbesondere das Thema der z.T. hohen Eigenfinanzierung ein Hemmnis darstelle, weshalb sich nur wenige Hauseigentümer für eine energetische Gebäudesanierung entschließen würden.

Generell wurde angemerkt, dass investive Klimaschutzmaßnahmen lediglich eine Möglichkeit darstellen die Treibhausgasemissionen bzw. den Energieverbrauch zu senken. Vorerst sollte vielmehr im Bereich Sensibilisierung und Klimaschutzverständnis angesetzt werden. Dies bedürfe auch einer Anpassung der individuellen Lebensbedürfnisse, d.h. weg von einem eher egozentrischen hin zu einem vielmehr gemein-schaftlich orientierten Lebensstil (bspw. Fahrgemeinschaften, Gemeinschaftsgärten etc.).

Zum Abschluss beendet Herr Bürgermeister Dr. Nico Ritz die Veranstaltung mit dem Verweis, dass die Chancen, die sich durch das Klimaschutzkonzept ergeben, genutzt werden sollten. Die Relevanz des Klimaschutzprozesses für Homberg würde nicht nur durch die angeregte Diskussion an diesem Abend, sondern insbesondere durch die vorgestellten Projektinhalte und Ideen unterstrichen, so Dr. Ritz.

Während der Veranstaltung wurden durch die Mitarbeiter der KEEA Projektideen für Klimaschutzmaßnahmen in Homberg (Efze) erhoben. Hierzu wurden Erhebungsbögen herumgereicht, auf denen die Teilnehmer der Veranstaltung ihre Ideen notieren konnten. Hierbei gab es, neben der generellen Idee die Themen Tourismus und lokale bzw. regionale Nahrungsmittel in den Klimaschutzprozess einzubinden, vor allem konkretere Vorschläge für Projekte im Bereich Verkehr. Zum Beispiel der Ausbau des lokalen Radwegenetzes. Diese und weitere Ideen gilt es im Rahmen des weiteren Prozessverlauf aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Dies geschieht insbesondere im Rahmen der öffentlichen Themen-Workshops am 8. und 9. September 2015. (red)



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