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MT-Trainer Roth: Berlin anderes Kaliber als Eisenach

Neuzugang Timm Schneider. Foto: HartungKassel/Melsungen. Die Handball-Bundesliga wird 50, fast die Hälfte davon, genau gesagt 23 Jahre, ist die MT Melsungen als Zweit- und Erstligist dabei. Nun steht der Startschuss für die elfte Saison im Oberhaus an. Zum Auftakt erwarten die Nordhessen gleich einen echten Prüfstein: Mit den Füchsen Berlin kommt der amtierende EHF-Cup-Titelträger nach Kassel. Anwurf am heutigen Samstag in der Rothenbach-Halle ist um 19 Uhr. Es gibt noch Tickets im Vorverkauf und am Spieltag an der ab 17.30 Uhr geöffneten Hallenkasse.

Premierenspiele habe ihren eigenen Reitz
Angesprochen auf die Gefühlslage kurz vor dem ersten Meisterschaftsspiel, sprudelt es aus Michael Allendorf und Philipp Müller unisono heraus: “Das Kribbeln im Bauch ist bereits seit einigen Tagen da, wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht!” Die Saisonvorbereitung sei zwar sehr abwechslungsreich gewesen, aber immer nur trainieren, ohne dass um etwas geht, sei  eben auch nicht das Wahre. “Klar, um erfolgreich zu sein, muss man sich erst die entsprechenden physischen und mentalen Grundlagen erarbeiten. Aber die größte Motivation für einen Sportler ist immer noch der Wettkampf selber, also der direkte Vergleich mit dem Gegner”, gesteht Michael Allendorf. Woraufhin Philipp Müller sogleich auf Berlin zu sprechen kommt: “Wir sind gegen die Füchse nicht zusätzlich motiviert, nur weil die nun als Bundesligasiebter statt der MT, die Sechster geworden ist, im Europapokal spielen dürfen. Aber eine gewisse Brisanz  steckt in diesem Spiel natürlich drin. Zum einen, weil diese Mannschaft die gleichen Ziele hat wie wir, zum anderen weil jeder natürlich einen guten Saisonstart hinlegen will. Premierenspiele haben eben ihre ganz eigenen Reize”, schmunzelt der Rückraumspieler.

Michael Müller neuer Kapitän: In gewissen Situationen diszplinierter
Sein Zwillingsbruder Michael wird am Samstag die Mannschaft zum ersten Mal in einem Meisterschaftsspiel als Kapitän aufs Feld führen. Er hat Nenad Vuckovic in dieser Funktion abgelöst, der das Amt vier Jahre lang verantwortungsvoll ausgefüllt hat. Müller ist sich der neuen Rolle bewusst. “Ich werde mich bemühen, auf dem Spielfeld in gewissen Situationen disziplinierter zu agieren”, weiß der Nationalspieler, was auch der Trainer von ihm erwartet. Er sei wegen der Kapitänsverantwortung aber nun nicht besonders nervös vor dem ersten Spiel. Schließlich war er auch schon zu seiner Zeit in Wetzlar Mannschaftsführer und hier bei der MT hat er mit Felix Danner und Michael Allendorf zwei erfahrene Spieler als Stellvertreter an seiner Seite.

Roth: Unsere Weiterentwickung heißt Kontinuität
Gefragt nach etwaigen Neuerungen, die er im Hinblick auf die neue Saison vorgenommen hat, erklärt Michael Roth: “Ein paar Dinge wollten wir schon verändern. Wir haben in der Vorbereitung diesmal Athletik-Training und die Arbeit mit dem Ball vermischt. Es war sehr anstrengend, aber erfolgreich. Ausserdem haben wir mit Michael Müller einen neuen Kapitän und damit sicher auch eine andere Art der Ansprache an die Mannnschaft. Unser System betreffend hatten wir ansonsten aber keinen Grund, Wesentliches zu verändern. Die letzte Saison ist ja schließlich ziemlich erfolgreich gewesen. Es ist nicht selbstverständlich, in einer solch starken Liga unter die besten Sechs zu kommen, mit Tuchfühlung zu Platz fünf. Wobei ich mir übrigens sicher bin, dass wir mit Patrik Fahlgren Fünfter geworden und auch ins EHF-Cup Final Four gekommen wären”. Aber das sei jetzt abgehakt, der Blick geht nach vorn.

Natürlich wolle jeder Trainer seine Mannschaft weiterentwickeln. Aller Konkurrenz, die auch in der neuen Saison wieder stark sein wird, zum Trotz. “Bei uns heisst die Weiterentwicklung Kontinuität”, so der MT Coach. “Wir wollen und können auf das aufbauen, was wir bisher erreicht und richtig gemacht haben. Unser Mannschaft ist jetzt wieder ein Jahr mehr eingespielt. Das Verständnis zwischen den Positionen klappt besser, das System Tempohandball, also aus einer stabilen Deckung heraus schnell nach vorne zu spielen, greift mehr und mehr.”, freut sich Roth.

Fragezeichen auf der Torwartposition streichen
“Unsere Neuverpflichtungen passen da genau hinein. In der Saisonvorbereitung haben Sjöstrand und Villadsen gezeigt, dass wir das Fragezeichen, welches auf der Torhüterpositionen nach dem Weggang von Appelgren und Sandström in der Luft schwebete, streichen können. Mit diesem Duo haben wir uns verstärkt”.

Mehr Variabilität in Angriff und Abwehr hat die MT mit  der Verpflichtung von Timm Schneider (Hartung-Foto) bekommen, aber auch durch die Steigerung von Spielern, die bislang nicht so im Brennpunkt standen. Hildebrand, Maric, oder Boomhouwer haben in den letzten Wochen ebenfalls gezeigt, dass sie ihren Positionskollegen inzwischen ganz schön Konkurrenz machen. “Ja, man kann sagen, wir sind auf jeder Position zweifach gut besetzt. Nun ist es unser Ziel, stabiler in unseren Leistungen als Mannschaft zu werden, einfach mehr Konstanz zu zeigen”, sagt Roth.

Der MT-Coach hat sein Team nach dem erfolgreichen Pokalauftakt mit dem Erreichen des Achtelfinales nun eine ganze Woche lang auf den kommenden Gegner vorbereiten können. Dazu zählte nicht nur die videotechnische Beschäftigung mit den Füchsen, sondern auch nochmal der Blick zurück auf das Pokalspiel gegen Eisenach. “Wir haben uns nochmal einige Szenen angeschaut, in denen wir alles richtig gemacht haben, aber auch einige, wo uns Fehler passiert sind.  Uns ist klar, dass wir es mit den Füchsen mit einem ganz anderen Kaliber zu tun bekommen”, ist sich Roth sicher. Der Coach meldet, bis auf die Verletzten Fahlgren und Schröder (beide Kreuzbandrisse), alle Mann an Bord.

Füchse erfinden sich zum Teil neu
Die Hauptstädter indes haben mit dem Isländer Erlingur Richardsson nicht nur einen neuen Trainer verpflichtet – Dagur Sigurdsson trainiert bekanntlich die DHB-Auswahl – sondern mit Drago Vukovic (Lübbecke), Jakov Gojun Paris St. Germain), Kent-Robin Tönnesen (Wetzlar), Bjarki Elisson (Eisenach), Faruk Vražalic (Balingen) und den Eigengewächsen Moritz Schade, Kevin Struck und Fynn-Ole Fritz eine komplette Mannschaft. Das war nötig geworden, weil mit Iker Romero, Konstantin Igropulo, Evgeni Pevnov und Pavel Horak gleich vier gestandene Profis abgewandert sind. So müssen sich die Füchse wohl zum Teil neu erfinden. Trainer Richardsson geht folglich mit viel Respekt an seine Premiere in der Bundesliga heran und schickt schon mal Komplimente in Richtung Gegner: “Die MT ist eine taktisch kluge und defensivstarke Mannschaft”, wird der Coach in der Pressemeldung des eigenen Vereins zitiert. Wobei er sicher sein darf, dass ihn die Nordhessen am Samstag nicht enttäuschen wollen.

Schiedsrichter:
Christoph Immel (Tönnisvorst) / Ronald Klein (Ratingen); DHB-Aufsicht: Jutta Ehrmann-Wolf.

Bisherige Bundesligavergleiche:
16 Spiele, 10 Siege Berlin, 3 Siege MT, 3 Remis.
Letzten Saison: MT – Füchse 31:24 (25.03.15), Füchse – MT 27:24 (26.10.14).

Tickets:
MT-Geschäftstelle Melsungen, Mühlenstr. 14, Telefon (05661) 92600, Fanpoint Kassel, Am Friedrichsplatz 8, Telefon (0561) 12823, Sporthaus Solms, Lohfelden, Hauptstr. 49, Telefon (0561) 512771 und auf jeden Fall auch noch in ausreichender Anzahl am Spieltag an der ab 17:30 Uhr geöffneten Tageskasse der Rothenbach-Halle. (Bernd Kaiser)



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