Startseite


Ihre Werbung hier!

Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Ausstellung zur DDR-Geschichte in der THS Homberg

ausstellung-ths150909Homberg. Der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Homberger Theodor-Heuss-Gymnasium unter der Leitung von Thomas Schattner ist es gelungen, aus Anlass des 25 Jahrestags der sogenannten Wiedervereinigung zwischen der BRD und der untergegangenen DDR, eine hochkarätige Ausstellung in die Kreisstadt zu holen. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

„Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft ist der Dachverband von mehr als 30 Opferverbänden, Menschenrechtsorganisationen und Aufarbeitungsinitiativen aus dem Osten und Westen Deutschlands. Das gemeinsame Ziel besteht darin, die Interessen der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu vertreten und die Erinnerung an deren Leid zu bewahren“, so die Organisatoren der Ausstellung. Ihr Thema ist die politische Verfolgung in der sowjetischen Besatzungszone 1945 bis 1949 und in der Deutschen Demokratischen Republik danach bis 1990.

„Zu Leidtragenden wurden meist junge Menschen, die wegen ihrer Einstellung oder Lebensweise in Konflikt mit dem Staat gerieten. Die Ausstellung gibt ihnen ein Gesicht. Sie erzählt von den Schicksalen deportierter Frauen und Mädchen, von Internierten in deutschen und osteuropäischen ´Speziallagern´, von politischen Häftlingen in DDR-Zuchthäusern, von an der innerdeutschen Grenze Zwangsausgesiedelten und von den durch die DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten“, so die Organisatoren der Ausstellung.

Auf 17 Roll-Ups werden 13 einzelne Schicksale vorgestellt, die unter die Haut gehen, weil sie ein Gesicht, ein individuelles Schicksal, zeigen.

Thematisch vielfältig werden Schicksale z.B. von verschleppten Jugendlichen 1944/45 zur Zwangsarbeit in der Sowjetunion, von Insassen der sowjetischen Speziallager in der DDR, über Hoheneck, das berühmteste Frauengefängnis in der DDR bis hin zu verfolgten Zeugen Jehovas gezeigt. Aber auch Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze, die von der DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten, und vieles mehr werden thematisiert. Und auch die Unterdrückung einer jugendlichen Subkultur ist Thema dieser Ausstellung. So wurde die Punkerin Angela Kowalcyk wegen „pazifistisch orientierten Schriften“ im Januar 1982 verhaftet. „Weil wir das sozialistische Straßenbild störten, hat uns die Polizei einfach vom Fleck weg verhaftet. Das hat uns erst politisiert, vielleicht sogar innerlich zum Staatsfeind gemacht“, so die DDR-Punkerin.

Jugendpfarrer Jürgen Hauskeller ist ein anderer Betroffener, dessen Schicksal in der Ausstellung thematisiert wird. „Staat und Kirche betrachteten uns Jugendpfarrer als Störenfriede. Deshalb setzten Verfolgungsmaßnahmen ein, die mein Leben zerstören sollten“.

Aber auch Mauerflüchtlinge und ihre Fluchthelfer als politische Gefangene im DDR Strafvollzug zeigt die Ausstellung. In diesem Kontext kommt Alexander Bauersfeld aus Hannover am 3. Oktober ins Homberger Gymnasium. Am 25. Jahrestag der sogenannten Wiedervereinigung wird er z.B. darüber berichten, wie er 1984 von der BRD freigekauft wurde.

Die Wanderausstellung „Mauern-Gitter-Stacheldraht“ ist vom 16. September bis 6. Oktober im Foyer des Altbaus der THS zu den normalen Öffnungszeiten der interessierten Öffentlichkeit jederzeit zugänglich. (Thomas Schattner)



Tags: , , , ,


Ähnliche Beiträge

Bisher keine Kommentare


Einen Kommentar schreiben

© 2006-2017 SEK-News • Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS)Impressum + DatenschutzAGB





Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com