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Udo kommt super an

Udo Namockel absolviert die berufsbegleitende Erzieherausbildung

Udo Namockel absolviert die berufsbegleitende Erzieherausbildung bei der Hephata Diakonie. Foto: nhSchwalmstadt-Treysa. Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, der Berufseinstieg wäre wieder möglich. Vielleicht auch Voll- statt Teilzeit? Vielleicht aber auch noch mal ganz was Neues? Die berufsbegleitende Erzieherausbildung an der Hephata-Akademie für soziale Berufe ist eine Option. Der erste Kurs startete im Mai 2012, die Absolventen schlossen den schulischen Teil im April 2015 ab und sind nun im Berufspraktikum. Udo Namockel (52) ist einer von ihnen.

In seinem ersten Berufsleben war Udo Namockel selbstständiger Forstwissenschaftler. Er kartierte Waldbiotope in Thüringen. Seine Ehefrau arbeitete als Krankenschwester und kümmerte sich um die beiden Töchter. Glücklich war Udo Namockel damit nicht. Sein Einkommen schwankte, oft musste er lange Strecken zwischen Einsatzort und Familie pendeln, an der Erziehung und Versorgung der Kinder konnte er nur nebenbei teilhaben. „Ich selbst hatte eine sehr behütete Kindheit, meine Oma hat mit im Haus gewohnt, diese Erfahrung von Nestwärme wollte ich gerne weitergegeben. Aber das Konstrukt von Familie, das ich mir vorgestellt hatte, wurde damals immer schwieriger zu leben“, erinnert er sich. So entschieden sich seine Frau und er zum Rollentausch: Er blieb zu Hause, sie arbeitete dafür als Krankenschwester mehr. Und die Familie nahm als Erziehungshilfestelle vor neun Jahren einen damals dreieinhalbjährigen Jungen bei sich auf. „Ich habe die Mutterrolle übernommen“, sagt der 52-Jährige. Ihm machte die Erziehung der Kinder viel Spaß, „ich habe gemerkt, dass ich gut mit Kindern umgehen kann.“

Irgendwann reichte ihm das Gefühl allein aber nicht mehr aus. Der Pflegesohn wurde mit elf Jahren selbstständiger, Udo Namockel hatte die Zeit, über neue Wege nachzudenken. „Deshalb habe ich mich beim St. Elisabeth-Verein erkundigt, ob ich mit den Erfahrungen der Erziehungshilfestelle in den Sozialbereich quereinsteigen kann. Ohne einen anerkannten Abschluss ist dies jedoch nicht möglich. Hinzu kam der Wunsch, das, was ich gefühlsmäßig gemacht habe, mit Fachwissen zu unterfüttern.” Ein Studium kam für ihn nicht in Frage, vor allem, weil dieses als Zweitstudium eine deutschlandweite Bewerbung auf einen Studienplatz vorausgesetzt hätte. Ein Berater des St. Elisabeth-Vereins erzählte ihm schließlich von der neuen, berufsbegleitenden Erzieherausbildung an der Hephata-Akademie für soziale Berufe in Schwalmstadt-Treysa. Im Mai 2012  fing Udo Namockel diese an.

„Die Lehrer waren daran interessiert, die Stärken der Schüler zu fördern. Das hatte wenig mit den Schulstrukturen zu tun, die ich kannte. Das Lernen hat richtig Spaß gemacht“, bilanziert Namockel. Die Erziehungshilfestelle zu Hause zählte dabei als für die Ausbildung notwendige Praxisstelle. „Doch ich wollte dann bewusst auch noch mal einen anderen Bereich kennenlernen“, sagt der 52-Jährige. So entschied er sich im Januar 2014 dazu, eine halbe Stelle in der Kinderkrabbelgruppe „Wetterfrösche“ des St. Elisabeth-Vereins in Wetter bei Marburg anzutreten.

Dort absolviert er nun auch sein Berufspraktikum, das nach der dreijährigen schulischen Ausbildung ansteht. „Das hat von Anfang an total Spaß gemacht“, sagt er. In die Krabbelgruppe gehen 24 Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Die Betreuung reicht von 7 bis 17 Uhr. „Udo leistet sehr gute Arbeit“, sagt Hausleiter und Erzieher Leonart Drescher. „Er passt super in unser Team, hat ein tolles Gespür für Kinder und kann gut beobachten.“ Die „Wetterfrösche“ haben Udo Namockel bereits gefragt, ob er auch nach dem Berufspraktikum bleiben möchte. „Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich möchte auf jeden Fall gerne mit kleineren Kindern weiterarbeiten.“ Zudem habe ihm die Ausbildung auch für die Erziehung in der Familie viel gebracht. „Ich kann auf viele Dinge ruhiger reagieren, weil ich weiß, dass sie für Entwicklungsschritte wichtig sind. In Situationen, in denen es schwierig wird, schaffe ich es jetzt besser, die Emotionalität zugunsten des Fachmanns zurück zu stellen.“

Sein Chef sagt: „Udo kommt super an. Es kann noch so hektisch sein, er bleibt ruhig und feinfühlig, gibt den Kindern Anregungen. Und wenn Tränen fließen, weiß er sie zu trocknen.“

Die berufsbegleitende Erzieherausbildung
Die Ausbildung startet jeweils nach den Sommerferien. Der schulische Teil der Ausbildung dauert drei Jahre. Er findet an zwei Tagen pro Woche und an einem zusätzlichen Unterrichts-Blocktag pro Halbjahr statt. Monatlich kostet die Ausbildung 50 Euro. Zentrale Voraussetzungen für die Ausbildung sind: Ein mittlerer Schulabschluss, Realschule oder 10. Klasse des Gymnasiums. Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Nachweis einer mindestens dreijährigen, einschlägigen sozial-pädagogischen Berufserfahrung. Ein Nachweis eines Beschäftigungsverhältnisses von 14 bis 19 Wochenstunden in einer Kindertagesseinrichtung oder einer anderen Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe während der gesamten Ausbildungszeit. Eine schriftliche Bestätigung der Einrichtung über die Freistellung an den Ausbildungstagen und über die Praxisbegleitung in der Einrichtung. (red)



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