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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Auf dem Campus sehen, wann die nächste Tram fährt

Prof. Dr. Helmut Holzapfel, Universität Kassel, Fachbereich Integrierte Verkehrsplanung und Mobilitätsentwicklung; Klaus Teebken, Konvekta; Wolfgang Rausch, Nordhessischer Verkehrsverbund; Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Universität Kassel; Holger Schach, Regionalmanagement Nordhessen und Dr. Thorsten Ebert, Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (v.l.). Foto: nhKassel. Im Campus-Center der Universität Kassel wurde jetzt die deutschlandweit erste dynamische und barrierefreie Fahrgastinformationstafel in einer Hochschule eingeweiht. Sie informiert Studenten, Mitarbeiter und Besucher über die Echtzeit-Abfahrten von Bussen und Bahnen an den umliegenden Haltestellen. Finanziell unterstützt wird dieses neue Angebot durch die Firmen Hübner GmbH & Co. KG, Konvekta AG sowie den Fachbereich Architektur – Stadtplanung – Landschaftsplanung der Universität Kassel.

Es ist ein Ergebnis des EU-Projekts SINTROPHER, an dem die Regionalmanagement Nordhessen GmbH, die Universität Kassel sowie die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) beteiligt sind. Ein weiterer Bildschirm steht im Kundenzentrum der KVG, auch der Kasseler Hauptbahnhof wird damit ausgestattet.

Ziel des europäischen Gemeinschaftsprojekts SINTROPHER mit Partnerregionen aus England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist, neue und nachhaltige Lösungen zur besseren Erreichbarkeit ländlicher oder vom ÖPNV schlecht erschlossener Regionen in Europa zu entwickeln. Nordhessen gilt dabei als Vorbild, die internationalen Partner können vor allem von den Erfahrungen mit der RegioTram profitieren. „Wir freuen uns, dass wir mit der RegioTram ein Mobilitätskonzept haben, um das uns Europa beneidet und als beispielhaft gilt“, bilanziert Regionalmanager Holger Schach die Zusammenarbeit. Das Projektvolumen umfasst rund 23 Millionen Euro, davon 1,7 Millionen Eurofür Nordhessen.

Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep begrüßt, dass die rund 30.000 Studenten und Beschäftigten der Universität sich nun mit einem kurzen Blick über die genauen Abfahrten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) informieren können. „Eine aktuelle Studie hat belegt, wie intensiv die Kasseler Studenten die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Für sie ist die Echtzeit-Information besonders attraktiv“. Für Klaus Teebken von der Schwalmstädter Konvekta AG, Weltmarktführer für Klimaanlagen in Bussen und Bahnen, war es selbstverständlich, der Universität bei der Anschaffung zu helfen: „Innovative Projekte für den öffentlichen Verkehr unterstützen wir immer gern.“

Verkehrswissenschaftler Prof. Helmut Holzapfel zeigte sich erfreut, dass nun auch die Universität von SINTROPHER profitiert. „Wir wollen mit solchen Projekten die Wahrnehmung des öffentlichen Verkehrs verbessern. Ich bin mir sicher, dass wir in naher Zukunft noch weitere Bildschirme an Orten mit hohem Publikumsverkehr aufstellen werden.“

Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds, betonte, dass die genauen Abfahrtszeiten für die Fahrgäste enorm wichtig seien: „Die Kunden bringen bei Verspätungen viel Verständnis auf, aber sie wollen informiert werden.“ Dr. Thorsten Ebert sieht vor allem in den Echtzeitdaten und im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit eine deutliche Verbesserung: „Das ist ein Quantensprung! Gerade für Menschen, die den ÖPNV selten nutzen, ist es nun wesentlich einfacher, sich zu orientieren. Die Hemmschwelle, sich erst mit einem Fahrplan auseinandersetzen zu müssen, besteht nicht mehr.“(red)

Hintergrund
SINTROPHER – „Sustainable Transport for North-West Europe’s Periphery” ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt, dessen Ziel die Förderung lokaler und regionaler Verkehrssysteme in fünf peripher gelegenen Regionen Nordwest-Europas ist. Nordhessen ist eine davon. Das europäische Gemeinschaftsprojekt wurde im Rahmen der Interreg IVB-Förderlinie ins Leben gerufen und umfasst einen Förderumfang von 11,5 Millionen Euro. Die Projektlaufzeit beträgt fünf Jahre.

Folgende fünf Partnerregionen in Nordwest Europa sind beteiligt:
Flyde Coast, Blackpool, England
Valenciennes, Nord-Pas de Calais, Frankreich
West Flanders, Westhoek, Belgien
Nijmegen-Kleve, Niederlande
Nordhessen



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