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Vorsicht, giftig! Nicht nur Giftpilze sind gefährlich

Johanniter raten: Bei Verdacht auf Pilzvergiftung sofort Notruf wählen

Foto: Johanniter/Andreas Schoelzel

Kassel. Passionierte Pilzsammler können jetzt wieder ihrer Leidenschaft nachgehen und mit Korb und Messer bewaffnet durch die Wälder ziehen. Doch nicht jeder Pilz ist essbar und der Verzehr eines giftigen Pilzes kann folgenschwer sein. Die Johanniter erklären, welche Symptome auf eine Vergiftung hinweisen, was im Verdachtsfall zu tun ist und was die häufigsten Ursachen von Pilzvergiftungen sind.

Bei Verdacht auf Pilzvergiftung Rettungsdienst rufen
Nur nehmen, was man genau kennt – das ist die wichtigste Regel beim Pilzesammeln. Besteht auch nur der kleinste Zweifel an der Genießbarkeit, sollte ein Pilz auf keinen Fall gegessen werden. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Verwechslung, ist rasches Handeln geboten. Bereits geringste Mengen von Pilzgiften können schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen, bis hin zu tödlichem Ausgang. „Typische Symptome, die auch erst Stunden oder sogar Tage nach der Mahlzeit auftreten können, sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche oder eine Gelbfärbung der Haut“, erklärt Dr. Simon Little, Landesarzt der Johanniter in Kassel. „Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte man sofort den Rettungsdienst rufen sowie alle Pilzreste und gegebenenfalls Erbrochenes aufbewahren“, empfiehlt der Experte. Ärzte können so die Art des Giftes feststellen lassen und die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten.

Bloß nicht selbst behandeln und Finger weg von Milch oder Salzwasser
Von Eigenbehandlungen raten die Johanniter dringend ab. Es gibt keine Hausmittel gegen Pilzvergiftung, die ohne ärztlichen Rat eingesetzt werden sollten. Auf keinen Fall dürfen die Betroffenen Milch oder Salzwasser trinken, um Erbrechen zu fördern. Auch Kohletabletten, um Durchfälle zu lindern, können gefährliche Folgen haben. „Ruhe bewahren und unter der Notrufnummer 112 professionelle Hilfe rufen, das sind die besten Hilfsmittel. Wer nach einem Pilzessen bewusstlos wird, sollte sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden“, empfiehlt Little. Da sich der Zustand von Menschen mit Vergiftungen jederzeit verschlechtern könne, sollten Betroffene nicht selbst ins Krankenhaus oder zum Arzt fahren sondern transportiert werden.

Pilze nicht zu lange lagern und auf die richtige Zubereitung achten
Nicht nur Giftpilze sind gefährlich, Gefahr lauert insbesondere auch bei der Lagerung und Zubereitung: Zu Vergiftungserscheinungen kommt es laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sogar am häufigsten dann, wenn Speisepilze zu lange aufgehoben, falsch gelagert oder nicht richtig zubereitet wurden. Denn auch genießbare Pilze sind im rohen Zustand meistens giftig. Ausnahmen bilden Zuchtchampignons und Steinpilze. „Achten Sie auch bei Speisepilzen auf Frische und ein appetitliches Aussehen. Sicherheit geht in jedem Fall vor“, rät Simon Little.

Die Johanniter empfehlen eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig helfen zu können. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter (06621) 7099002. (red)

 



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