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Zur Reifeprüfung nach Sachsen-Anhalt

Die MT Melsungen tritt am 25. Oktober beim SC Magdeburg an

René Villadsen. Foto: HartungMagdeburg. Am 11. Spieltag in der DKB Handball-Bundesliga heißt es für die MT Melsungen: Auf nach Sachsen-Anhalt! Die Nordhessen werden am Sonntag in der GETEC Arena vom SC Magdeburg erwartet. Angeworfen wird um 15 Uhr, das Spiel ist live auf Sport1 zu sehen. Mit nach wie vor nur drei Minuszählern ist die MT Melsungen erster Verfolger des verlustpunktfreien Spitzenreiters Rhein-Neckar Löwen. Der eindrucksvolle 37:24-Kantersieg zuletzt gegen den TBV Lemgo hat den Nordhessen weiteres Selbstvertrauen gegeben. Was nun beim kampfstarken SC Magdeburg auf den Prüfstand kommt. Die Sachsen-Anhaltiner bilanzieren derzeit 11:9 Punkte und liegen auf Rang 9.

Von einer Favoritenrolle will MT-Trainer Roth dennoch nichts wissen: “Wir kennen die stimmungsvolle Atmosphäre in der GETEC-Arena und wissen um den Druck, der von Außen aufgebaut wird und sich auf alle Beteiligten überträgt. Daraus wird der SCM ganz sicher seinen Vorteil ziehen und entsprechenden Einsatz zeigen”. Als Gegenmittel empfiehlt er seinen Schützlingen, unbedingt die Ruhe zu bewahren. “Wir müssen uns diese Situation, die uns dort erwartet, klar machen. Es wird sicher sehr körperbetont zugehen, aber am Ende wird derjenige erfolgreich sein, der über die größere mentale Stärke verfügt”, ist sich der MT-Coach sicher.

Die Hausherren stehen in diesem Spiel offensichtlich unter einem größeren Stressmoment, als die Gäste aus Nordhessen. Während die MT bislang deutlich über Plan läuft, hängen die Bördeländer ihren Erwartungen etwas hinterher. Zugegeben, mit den Rhein-Neckar Löwen, Kiel, Hamburg und Berlin hatte die Mannschaft um Torjäger Robert Weber schon einige dicke Brocken vor der Brust, aber Rang neun ist nicht das, was man sich in Magdeburg innig gewünscht hat. Der SCM will eher an die hervorragende Leistung aus der letzten Saison anknüpfen, als am Ende Platz vier zu Buche stand. Das bescherte die Fahrkarte Richtung internationale Gefilde. In dieser Saison nehmen die Grün-Roten also am EHF-Cup teil und gelten dort sogar als Titelfavorit. Mit Jurecki und Hansen verließen den SCM zwar zwei Leistungsträger, aber die wurden durch Damgaard (Holstebro, DEN), Lemke (Lemgo) und Musa (Kielce, POL) gut kompensiert.

Im letzten Heimspiel gegen Berlin gab Magdeburg einen Acht-Tore-Vorsprung aus der Hand und musste sich am Ende mit einem 24:24-Remis begnügen. Dass man sich von diesem Schock auch eine Woche später beim Aufsteiger Stuttgart noch nicht ganz erholt hatte, zeigte das mühevolle 33:30. So mutmaßt MT-Trainer Roth: “Das Spiel am Sonntag ist für Magdeburg bereits ein Schicksalsspiel, während es für uns eine Reifeprüfung ist”. Diese Sichtweise ergibt sich für den Coach der Nordhessen in erster Linie aufgrund der Entwicklung, die seine Mannschaft seit ihrer internationalen Auftritte in der letzten Saison im Europapokal durchgemacht hat. Das waren wichtige Erfahrungen, auf die die MT inzwischen aufbaut. “Natürlich werden wir trotz der Schwere der Aufgabe selbstbewusst nach Magdeburg fahren. Schließlich haben wir in dieser Saison auswärts noch nicht verloren. Wir werden auch dort wieder versuchen, aus einer starken Deckung heraus unser Tempospiel aufzuziehen. Wie weit wir damit kommen, muss sich zeigen”, so Roth.

Bis auf die beiden Langzeitverletzten Malte Schröder und Patrik Fahlgren, der inzwischen neben Co-Trainer Mile Malesevic als weiterer Assistent mit auf der Bank sitzt, wird die MT in voller Besetzung anreisen.

Das Spiel wurde von Sport 1 ins Live-Programm aufgenommen, weil sich der Sender ein hoch attraktives Duell verspricht. “Magdeburg muss jetzt liefern – Melsungen kann liefern”, bringt Kommentator Uwe Semrau die Ausgangssituation auf den Punkt. Der erfahrene TV-Experte ist sich sicher: “Wenn der SCM die schwache Viertelstunde gegen Berlin nicht aus den Knochen schütteln kann, steht die MT parat”.

Martin Schwalb, ehemaliger Trainer des HSV, sieht sogar leichte Vorteile für die MT. Im Interview mit der HNA sagte der 52-Jährige: “Jede Gastmannschaft weiß, wie schnell in Magdeburg die Felle wegschwimmen können. Da muss man von der ersten bis zur letzten Sekunde hochkonzentriert sein. Ich traue jedoch Melsungen einen Sieg zu. Zum einen, weil das Team aktuell nicht unter so großem Druck steht wie der SCM. Zum anderen, weil Roth schon länger in der Liga arbeitet als Magdeburgs Geir Sveinsson. Erfahrungswerte sind unheimlich wichtig in diesem Geschäft.” (Bernd Kaiser)

Bisherige Ligavergleiche:
20 Spiele, 14 Siege SCM, 4 Siege MT, 2 Remis. Letztes Spiel: MT – SCM 26:28 (15.04.15).

Schiedsrichter in Magdeburg:
Christoph Immel / Ronald Klein (NRW), DHB-Spielaufsicht: Uwe Stemberg

TV: Liveübertragung ab 15.00 Uhr auf Sport1.