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Let’s make another war – THS-Kunst in der Stadtkirche

Die Fotografie zeigt zwei Schülerinnen der E-Phase (Jahrgang 11) vor ihren Werken im Kunstraum. Foto: nhHomberg. Seit Beginn des neuen Schuljahres arbeiten zwei Kunstoberstufenkurse der Homberger THS unter der Leitung von Thomas Schattner künstlerisch zur Thematik der Flüchtlinge, die mit ihrem täglichen tausendfachen Betretens des Bodens der Bundesrepublik wie kaum ein anderes Thema die Diskussion in der Öffentlichkeit der letzten Monate geprägt haben. Das war der Anlass für eine intensive malerische beziehungsweise zeichnerische Auseinandersetzung mit dem Thema im Jahrgang 11 (E-Phase) und im Jahrgang 12 (Q-Phase).

Der eine Kurs tat dies weitgehend im Bereich des Stilllebens, der andere Kurs im weitesten Sinn im Bereich des Porträts. Gemeinsam ist die Vorgehensweise. Bekannte Fotografien aus der Welt der Presse und des Internets wurden als Ausdruck auf das DINA-3-Format vergrößert und malerisch bearbeitet. Dabei wurden durch die Technik des Übermalens mit Wasserfarben und Deckweiß beziehungsweise mit schwarz/weißen Pastellkreiden sowie unter dem Einsatz ganz weniger Buntfarben vor allem zum Beispiel Kontraste verstärkt, Details vernachlässigt, das Wesentliche herausgearbeitet un so weiter. Das Ergebnis sind „krasse, aber beeindrucke Werke“ (Luise Kohl-Hajek), die zeigen, wie intensiv sich die Schüler mit der Flüchtlingsproblematik auseinandergesetzt haben.

Betitelt sind die Schülerarbeiten mit den ironischen Titeln „Let’s make another war“ und mit „We want more refugees“, um auf die gesamtgesellschaftlichen Ambivalenzen der Thematik hinzuweisen. Schließlich seien es auch unter anderem die großen deutschen Rüstungskonzerne, die enorm finanziell von den Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten profitieren. Gleichzeitig üben die Schülerarbeiten eine deutliche Kritik an der deutschen „Willkommenskultur“ der brennenden Unterkünfte für Asylbewerber und des vergifteten politischen Klimas durch Rechtsradikale, Neonazis, Pegida- und AfD-Mitläufern beziehungsweise -Sympathisanten.

Die Werke der Schüler werden unter anderem mit Absperrband, farbigen Pressseilern und Stacheldraht inszeniert. Letztere hatte die Dorfmühle aus Willingshausen dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Ab Donnerstag, dem 10. Dezember, sind die Werke für einen Tag in der Stadtkirche von Homberg von 15 bis 19 Uhr zu sehen. Anschließend werden sie vom 14. Dezember 2015 an bis zum 22. Januar 2016 im Foyer des Altbaus der THS zu den normalen Öffnungszeiten der Schule zu sehen sein. Die interessierte Öffentlichkeit und andere Schulen sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. (Thomas Schattner)



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