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Luis André verbessert den Hallenrekord auf 9,46 Meter

Luis André,  der neue Rekordhalter im Kugelstoßen. Foto: nhErfurt/Melsungen. Das nationale Hallensportfest in Erfurt, an dem Sportler aus sechs Bundesländern teilnahmen, bereitete den Nachwuchsathleten der MT 1861 Melsungen viel Freude, denn viele kehrten mit persönlichen Bestleistungen aus der Landeshauptstadt von Thüringen nach Melsungen zurück.  Die Leichtathletik lebte neben den spannenden Wettkämpfen auch von Zahlen, weil alles meßbar ist. Nicht nur der Athlet, auch der Trainer hofft, dass sich seine Schützlinge zumindest im Schülerbereich von Wettkampf zu Wettkampf steigern. Aber Rekordverbesserung haben inzwischen in allen Altersklassen solch eine Höhe erreicht, dass selbst auf Kreis- und Regionalebene Steigerungen dieser Marken sehr selten geworden sind. Um so höher ist jede neue Bestleistung zu werten.

Zu Beginn der Hallensaison 2016 sorgte Luis André für einen wahren Paukenschlag. Der Zehnjährige verbesserte in Erfurt die 17 Jahre alte Hallenbestmarke für den Schwalm-Eder-Kreis im Kugelstoßen der U12, die Alwin Wagner d. J. am 12. Dezember 1998 in Stadtallendorf mit 7,83 m aufgestellt hatte, um imposante 1,63 Meter. Den M12-Kreisrekord, den Adrian Erbe seit dem 13. Dezember 2009 mit 9,68 Meter hält, verfehlte der talentierte Schülr nur um 22 Zentimeter. Mit seiner neuen Bestweite blieb Luis auch über der 30 Jahre alten Freiluftkreisbestleistung der M11, die Frank Sauer (TSV Remsfeld) 1985 mit 8,98 Meter aufgestellt hatte.

MT-Nachwuchselite in Erfurt. Foto: nhDer groß gewachsene und stabile Schüler der Melsunger Grundschule „Zum Schloth“ begeisterte die Zuschauer bereits beim Einstoßen. Fast bei jedem Stoß schlug die sechs Pfund schwere Eisenkugel hinter der 9m-Marke ein. Ohne Kenntnis der Hallenbestleistung wuchtete er völlig unaufgeregt bei seinem Auftaktstoß die Kugel auf 9,44 Meter und ließ im zweiten Durchgang 8,91 Meter folgen. Mit seinem dritten Versuch verbesserte er sich auf 9,46 Meter und setzte damit ein erstes Maß in der beginnenden Hallensaison. Am Ende hatte Luis André fast drei bzw. vier Meter Vorsprung vor Linus Hoidn (Bleicherode, 6,65 m) und Eric Hellwig (Rudolstadt, 5,68 m). „Diese konstant starke Serie, in der er bei jedem seiner sechs Stöße über der alten Kreisbestleistung blieb, deutete sich bereits im Training an“, sagte Alwin J. Wagner und lobte die gute Arbeit von Wurf- und Stoßtrainerin Hella Böker, die in diesem Jahr alle ihre Schützlinge nicht nur im Kugelstoßen zu neuen Bestleistungen bis in die TOP-TEN der Landesbestenliste führte.

„Es ist nicht zu verstehen, dass unter dem Dachverband des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Hessen Wurf- und Stoßwettbewerbe für Schüler und Schülerinnen der U12 nicht erlaubt und für die jüngeren Altersklasse sogar alle Wettbewerbe verboten sind,  während sie in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ohne Einschränkung durchgeführt werden“, wetterte Alwin J. Wagner. Der langjährige Trainer des Hessischen Leichtathletik-Verbandes sagte weiter: „Wer Leichtathletik treibt, der will nicht nur Spaß haben, sondern auch Erfolgserlebnisse. Auch Zehnjährige und jüngere Kinder wollen sich mit anderen messen und sich gegen Gleichaltrige durchsetzen. Deshalb ist der Wettkampf von besonderer Bedeutung.  Siegen wollen und Verlieren lernen – Werte wie Toleranz, Teamgeist oder Charakterstärke werden dabei beim Wettkampf vorgelebt und praktiziert. Die sportliche Auseinandersetzung vermittelt die wesentlichen Regeln des gesellschaftlichen Lebens, nämlich den Respekt vor anderen, die Einhaltung von Regeln, Solidarität oder auch die Bereitschaft, sich anzustrengen. Warum will man damit in der hessischen Leichtathletik erst mit zwölf Jahren beginnen?“

Jermaine Kothe lief die 50 Meter in 7,73 Sekunden. Foto: nhAber diese Kugelstoßbestleistung von Luis André  für die M10 und M11 war in Erfurt nicht der einzige sportliche Höhepunkt aus Melsunger Sicht. Auch der schnellkräftige Jermaine Kothe (2004) trumpfte auf. Im Sprint der M11 sicherte er sich nach einer eindrucksvollen Beschleunigungsphase zunächst den Sieg im Vorlauf über 50 Meter mit persönlicher Bestzeit von 7,73 Sekunden. Im Finale belegte er hinter Richard Pauluhn (Nordhausen, 7,49) und Julian Sayk (Bad Sooden-Allendorf, 7,69) ebenso den dritten Platz wie im Weitsrung mit 4,15 m. Ebenso hatte sich für den zwei Jahre jüngeren David Sonnak  der Weg in die Landeshauptstadt von Thüringen gelohnt, denn der Neunjährige steigerte sich nach seinem zweiten Platz im Weitsprung (3,79 m) im 50m-Endlauf als Vierter auf starke 8,10 Sekunden.

Über 800 Meter der U16 bestach der 15-jährige Marvin Knaust mit der neuen Bestzeit von 2:14,1 Minuten und holte sich den Sieg vor Tim Scholtysek vom PSV Meinigen (2:15,4). Noch schneller lief der immer besser in Form kommende Aaron Werkmeister. Der 17-Jährige setzte sich mit 2:11,8 Minuten souverän vor Julian Fischer (SV Sömmerda, 2:13,5) und Tom Vollstädt (PSV Meiningen, 2:21) durch und zeigte sich optimistisch: „Ich hoffe, dass ich mich mit einer Zeit unter 2:10 Minuten für die hessischen Jugendhallenmeisterschaften am 17. Januar in Frankfurt qualifizieren kann,“ sagte der Melsunger Gymnasiast, der im Frühjahr sein Abitur bauen möchte.

In einer vielversprechenden Form präsentierte sich auch Tobias Stang, der zweimal als Sieger die Erfurter Halle verlassen konnte. Zunächst setzte er sich in einem stimmungslosen Weitsprungwettbewerb, der auch nicht die erhoffte Weite brachte, mit 5,96 Meter vor Sprintsieger Ronny Tischer vom LV Gera (5,94 m) durch. Danach holte er sich den Sieg im Dreisprung mit 12,40 m und qualifizierte sich für die Hallen-Landesmeisterschaften in Hanau. Der dritte Melsunger Sieg in der Männerklasse ging auf das Konto von Oldie Uwe Krah. Der fast 52-Jährige kam mit der Männerkugel auf 12,32 Meter und blieb mehr als 60 Zentimeter vor Daniel Storch aus Zeulenroda (11,60 m).

Im Sprint über 60 Meter lieferten sich Aaron Werkmeister, Mario Nadler und Marvin Knaust in getrennten Läufen einen spannenden Dreikampf um die beste Zeit. In der Ergebnisliste trennte dieses Trio nur 0,02 Sekunden, denn Aaron hatte sich mit 8,24 vor Mario (8,25) und Marvin (8,26) durchgesetzt.

Auch für David Sonnak hatte sich der Weg nach Erfurt gelohnt. Foto: nhMan merkte Karolin Siebert an, dass sie sich noch in der Vorbereitungsphase auf die kommenden Meisterschaften befindet. Sie musste sich über 800 Meter in 2:30,1 Minuten der drei Jahre jüngeren Laura Hohenstein aus Erfurt (2:27,0) im Endspurt geschlagen geben. Im 800m-Lauf der W09 schob sich Alessia Oglialoro zwischen Lisa Beringer (Erfurt, 3:11,5) und Carlotta Ullrich (Obersuhl, 3:14,8) und kam als Fünfte nach 3:11,9 Minuten über die Ziellinie.

Im Wettbewerb der W08 lief Juliana Wagner die 50 Meter in 9,42 Sekunden und verpasste das Weitsprungfinale mit 2,93 Meter nur um einen Platz. Einen noch stärkeren Eindruck hinterließ in dieser Altersklasse die ein Jahr jüngere Greta André. Die siebenjährige Schwester von Kugelstoßer Luis lief mit 9,49 Sekunden über 50 Meter eine imposante Zeit, die in der Zukunft noch einiges erwarten lässt.

„Mit den Leistungen zum Auftakt der Hallensaison können alle zufrieden sein“ sagte Alwin J. Wagner und wies auf die nächsten Meetings in Paderborn, Stadtallendorf und Dortmund hin, wo sich die Leichtathleten der MT Melsungen erneut für die Hallenmeisterschaften empfehlen können.(ajw)



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