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Fahlgren erzielt MT-Siegtreffer 33 Sekunden vor Schluss

Handball-Bundesliga: Nervenkitzel in Gummersbach

Da entlädt sich die ganz Anspannung nach einem Herzschlagfinale - Johan Sjöstrand lief wieder zu großer Form auf. Foto: Alibek KäslerGummersbach/Melsungen. Nach dem nervenaufreibenden Pokalkrimi am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen, war es diesmal die MT, die das Spiel mit einem Tor Differenz für sich entscheiden konnte. Mit seinen gehaltenen Strafwürfen Nummer 2 und 3 in den letzten 5 Minuten leistete Teufelskerl Johan Sjöstrand einen entscheidenden Beitrag zum Last-Second-Sieg beim VfL Gummersbach. Zum Matchwinner avancierte schließlich Patrik Fahlgren, der 33 Sekunden vor Abpfiff den 27:26 Siegtreffer erzielte. Bester MT-Schütze in der mit 3.995 Besuchern nicht ganz ausverkauften Schwalbe-Arena war Michael Allendorf mit neun Toren, für den VfL Gummersbach traf Schröder (8) am häufigsten.

So spannend hätte es eigentlich gar nicht werden müssen. Denn die Nordhessen hatten nach einem wahren Raketenstart das Spiel (1:5, 7. Min., 4:9, 13., 5:11, 16.) für lange Zeit sicher im Griff. Auch beim 11:15 zur Halbzeit deutete alles auf einem ungefährdeten Erfolg der Rotweissen hin. Zumal sie nach Wiederanpfiff dort weitermachten, wo sie vor der Pause geendet hatten. Nach gut 36 Minuten hatte Michael Allendorf, der an diesem Abend beste Schütze, per Strafwurf das  13:18 erzielt. Auch nach rund einer Dreiviertelstunde, beim 18:22, war noch alles im grünen Bereich.

Dann aber kam so langsam Sand ins Melsunger Getriebe. Technische Fehler und einige Fahrkarten bescherten den Gummersbachern zusehends Oberwasser. Der Altmeister ging hinten vehement zu Werke und hatte durch den inzwischen für Lichtlein ins Tor beorderten Puhle zusätzlich an Stabilität gewonnen. So kam das Kurtagic-Team nach einem schnellen Gegenstoß durch Becker zum 21:23 erstmalig auf zwei Tore heran (48.). Die Hausherren spürten jetzt, dass doch noch etwas möglich sein würde. Sie blieben der MT mit diesem geringen Abstand auf den Fersen, bis Schröder zweieinhalb Minuten vor Schluss auf eins verkürzen und eine weitere Minute später Jonsson per Strafwurf sogar egalisieren konnte.

Aber die MT-Cracks kämpften verbissen. Boomhouwer wurde siebenmeterreif gefoult, Allendorf verwandelte sicher zum 21:24. Spiegelbildliches dann auf der Gummersbacher Seite: Sellin bremste Santos aus. Der Gefoulte trat selber als Strafwurfschütze an – 22:24. Kurz danach scheiterte Maric zwar an Puhle, aber Fahlgren machte mit dem 22:25 den Fehlwurf seines Kollegen schnell wieder wett (51.). Der VfL nahm ein Timeout – mit Erfolg. Denn Ernst verkürzte direkt nach Wiederanppfiff zum 23:25.

Die nächsten 90 Sekunden gehörten dann ganz den Keepern. Erst parierte Puhle gegen Michael Müller, dann Sjöstrand gegen Schröder. Wie gut aus MT-Sicht, dass Maric eine Überzahlsituation zum 23:26 nutzen konnte (54.). Bahnte sich da etwa die Entscheidung zugunsten der Gäste an? Das hätte man meinen können, dem war aber nicht so. Denn der VfL kam noch einmal zurück. Santos, Schröder und Jonsson per Strafwurf sorgten nach 58:38 gespielten Minuten dafür, dass beim 26:26 alles offen war.

Und eigentlich wäre Gummersbach zu diesem Zeitpunkt bereits an der MT vorbei gewesen, wenn nicht besagter Sjöstrand zwei Strafwürfe in Folge vereitelt hätte. Dann, 33 Sekunden vor dem Abpfiff, das erlösende 26:27 durch Patrik Fahlgren, das die MT trotz siebtem Feldspieler des VfL dann über die Zeit rettete. – Mit diesem verdienten Sieg hat übrigens die seit zweieinhalb Jahren währende Serie zwischen den beiden Kontrahenten weiterhin Bestand: Der Gast gewinnt!

Stimmen zum Spiel:
Michael Roth, MT-Trainer: Wir haben eine geradezu perfekte erste Halbzeit gespielt. Die Abwehr stand sicher, wobei der Gegner die 6:0-Variante von uns offenbar nicht auf der Rechnung hatte. Daraus konnten wir unser schnelles Spiel nach vorne aufziehen, die Tore fielen dabei beinahe wie am Fließband. Nach einer solchen Halbzeit war fast voraus zu sehen, dass in der zweiten Hälfte die Kräfte schwinden würden. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr war zu spüren, wieviel Kraft das Pokalspiel nur 48 Stunden zuvor tatsächlich gekostet hat. Aber wir haben uns durchgebissen, wollten die zwei Punkte unbedingt mitnehmen. Nachdem wir in der Liga zuletzt dreimal in Folge verloren hatten, war dieser Sieg heute in Gummersbach nicht unbedingt zu erwarten.

Axel Geerken, MT-Vorstand: Entscheidend für unseren Sieg war die Moral. Was die Mannschaft trotz des großen Kräfteverschleisses heute als Einstellung gezeigt hat, war sehr beeindruckend. Dass es mit zunehmender Spieldauer schwerer für uns wurde, lag auch daran, dass Gummersbach aggressiver gedeckt hat. Auf der anderen Seite hatten wir mit Sjöstrand jedoch den Torwart, der die wichtigeren Bälle gehalten hat. Und mit Fahlgren den wohl nervenstärksten Spieler. Er hat in der Schlussviertelstunde drei wichtige Tore gemacht, von denen er mit dem letzten sogar das Spiel entscheidet.

Statistik:
VfL Gummersbach – MT Melsungen 26:27 (11:15)

VfL Gummersbach: Lichtlein, Puhle  – Schröter (2), Ernst (4), Kühn (1), Persson (1/1), Pevnov, Jonsson (1/1), von Gruchalla, Heyme, Becker (2), Schröder (8), Santos (7/4).

MT Melsungen: Sjöstrand, Villadsen – Maric (2), Sellin (4), Fahlgren (3), Forstbauer, Hildebrand, Danner (5), P. Müller (1), Boomhouwer, Rnic (1), Schneider (1), Allendorf (8/3), Vuckovic, M. Müller (2).

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zeitstrafen: 10 – 12 Min. (2x Ernst, Kühn, Persson, Heyme – Maric, Fahlgren, Danner, P. Müller, Boomhouwer, Rnic)

Strafwürfe: 10/6 – 4/3 (Santos scheitert an Villadsen, 5. Min.; Persson scheitert an Sjöstrand 22.; Santos scheitert an Sjöstrand, 55.; Santos scheitert an Sjöstrand, 56. – Sellin scheitert an Puhle, 23.)

Zuschauer: 3.995, Schwalbe Arena Gummersbach

(Bernd Kaiser)



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