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Fulminanter Jahresabschluss: MT besiegt Leipzig mit 31:23

Johannes Sellin. Foto: Hartung

Johannes Sellin. Foto: Hartung

Kassel/Melsungen. Im letzten Spiel des Jahres feierte die MT Melsungen vor 4.300 Zuschauern in der restlos ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle einen deutlichen 31:23 (18:12)-Sieg. Der auch in dieser Höhe in Ordnung ging, auch wenn sich der starke Aufsteiger phasenweise prima verkaufte. Nur einmal gaben die Hausherren in der ersten Hälfte die Führung kurz aus der Hand, um danach aber mit einem 6:0-Zwischenspurt die Grundlage zum späteren Erfolg zu legen. Mit neun Treffern, davon vier Strafwürfen, war Momir Rnic erfolgreichster Torschütze beim Sieger. Für Leipzig war Philipp Weber sechsmal erfolgreich, davon zwei Siebenmeter.

Die Gastgeber erwischten zunächst einen Start nach Maß. Johan Sjöstrand parierte gleich den ersten Wurfversuch von Sergey Zhedik, Johannes Sellin versenkte das Leder auf der anderen Seite zum 1:0. Und sprühte auch in der Folge vor Spielfreude. Drei Tore zur 4:2-Führung nach fünf Minuten gingen auf das Konto des Rechtsaußen. Weil auch die Abwehr aufmerksam stand und das Tempospiel nach Ballgewinnen zunächst klappte, legten Timm Schneider und Philipp Müller zum 6:2 nach (7.).

Ein frühes Polster, das jedoch nicht zum Ruhekissen taugte. Lukas Binder, Marvin Sommer und Philipp Weber mit zwei verwandelten Siebenmetern brachten Leipzig wieder heran, Philipp Weber gelang nach knapp 13 Minuten der 7:7-Ausgleich und Benjamin Meschke sorgte gar für die erste Führung der Messestädter. Vor allem der Innenblock der Gäste mit Sergey Zhedik und Benjamin Meschke hatte den Melsungern das Leben schwer gemacht und Räume am Kreis gar nicht erst entstehen lassen.

Was sich nach einer Auszeit durch Melsungens Trainer Michael Roth änderte. Momir Rnic und Michael Allendorf trafen von der linken Seite, Marino Maric ließ die erste Welle wieder aufleben. Sechs Treffer in Folge brachten die MT wieder in deutliche Vorlage, woran auch die zwischenzeitlich gelegte Grüne Karte von Gästecoach Christian Prokop erst einmal nichts ändern konnte. Erst ein Doppelpack von Sergey Zhedik (13:10, 25.) rüttelte die Gäste wieder wach. Ohne Wirkung jedoch, weil Johan Sjöstrand glänzend gegen Philipp Pöter, Sergey Zhedik und Marvin Sommer parierte, Zhedik kurz vor der Pause seine zweite Zeitstrafe kassierte und Marino Maric und Michael Allendorf den Vorsprung noch einmal ausbauen konnten.

Ein Fehlpass der MT sowie eine Parade von Matthias Lenz gegen Timm Schneider ließ die Unterzahl des SC nach Wiederbeginn folgenlos verstreichen. Und als Schneider auf der Gegenseite für zwei Minuten vom Feld musste, nutzte das Rechtsaußen Franz Semper mit zwei Treffern und der Verkürzung auf 18:14. Was die MT in diesen Minuten auch versuchte, es gelang nicht. Weder der Wurfversuch von Patrik Fahlgren, der am Lattenkreuz landete, noch die Direktabnahme von Johannes Sellin, der nach langem Pass von Sjöstrand ebenso am reaktionsschnellen Lenz scheiterte wie kurz zuvor Momir Rnic. Der dann aber nach fast acht absolvierten Minuten im zweiten Durchgang den Bann brach und zum 19:14 einnetzte.

Gerade als sich die Mt wieder frei gespielt hatte, kassierte Timm Schneider seine dritte Strafe und musste seinen Arbeitstag vorzeitig beenden. Einen Bruch im Spiel gab es dennoch nicht. Weil Momir Rnic in Unterzahl einen Siebenmeter im Gehäuse unterbrachte und Johan Sjöstrand von Franz Semper von Außen nicht zu überwinden war. Kurz nachdem die Melsunger wieder ergänzen durften stellte Felix Danner auf 23:15 (43.).

Mit diesen acht Toren Differenz im Rücken ließen es die Hausherren dann etwas ruhiger angehen. Leipzig kam wieder um zwei Treffer näher, eine Überzahl der Nordhessen verstrich ungenutzt. Erst Jan Forstbauer erzielte nach fünfminütiger Flaute wieder ein Tor aus dem Feld (25:17, 48.). Da war die Entscheidung längst gefallen. Auch, weil Johan Sjöstrand weiter glänzend hielt. Weder Sergey Zhedik noch Philipp Weber vermochte den Schweden zu überwinden, noch kurz darauf Marvin Sommer vom Siebenmeterstrich. Der lochte zumindest den Abpraller ein (27:21, 54.).

Doch dass der Aufsteiger das Resultat in Grenzen halten konnte war eher der vornehmen Zurückhaltung des rot-weißen Angriffsspiels geschuldet. Auch wenn Patrik Fahlgren zweimal traf und Momir Rnic vom Siebenmeter makellos blieb. Dennoch gab es schon drei Minuten vor dem Ende stehende Ovationen der Fans für eine zwar nicht hochklassige, aber engagierte Leistung der MT Melsungen, die damit einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern durfte. Den letzten Treffer der Nordhessen erzielte schließlich standesgemäß Kapitän Michael Müller, indem er Sekunden vor dem Abpfiff ein Kempa-Zuspiel seines Zwillingsbruders Philipp spektakulär im Netz unterbrachte.

Stimmen zum Spiel:
Michael Roth: Ich möchte heute gar nicht so viel über dieses eine Spiel reden. Nach dem letzten Spiel de Jahres zieht man ja immer so ein kleines Resümee. Und da muss ich in erster Linie meiner Mannschaft gratulieren. Das war ein sehr gutes Jahr. Nicht nur diese Saison, sondern auch die Zeit davor mit der Mannschaft, die wir bis Juni hatten. Bis auf das Spiel zuletzt gegen Hannover-Burgdorf haben wir fast alles richtig gemacht. Viereinhalb Monate lang hat das Team eine großartige Leistung abgeliefert. Jetzt zum Schluss haben uns zwar etwas die Körner gefehlt, aber wir haben Reaktion gezeigt und heute gegen Leipzig einen guten Abschluss geschafft. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, dem Umfeld und vor allem auch den Fans. Wir hatten jetzt zum vierten Mal eine ausverkaufte Halle und möchten im neuen Jahr möglichst an die insgesamt guten Leistungen der Vorrunde anknüpfen.

Christian Prokop: Herzlichen Glückwunsch an Michael und die MT zu den gewonnenen zwei Punkten. Für uns war es das zweite schwere Auswärtsspiel einer englischen Woche. Wir wollten heute vor allem Reaktion zeigen auf die schwache Leistung in Göppingen zeigen, wo wir fast alles haben vermissen lassen, was uns als Aufsteiger bisher ausgezeichnet hat. Einige Dinge haben heute wirklich viel besser funktioniert, aber man hat natürlich auch den Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen. Die MT kam mit viel Wucht und Druck aus der zweiten Reihe, unser Rückraum dagegen hatte heute eine Quote von nur etwa 40 Prozent. Wir können momentan nicht so in die Breite spielen, weil und rechts ein Linkshänder fehlt, so dass wir auf den Rückraum angewiesen sind. Trotzdem haben wir versucht dranzubleiben. Etwas ärgerlich war die letzte Minute. Wenn wir mit sechs verloren hätten, wäre das in Ordnung gewesen, so waren es eben acht. Trotzdem haben wir 2015 ein starkes Jahr gespielt, in dem das Positive überwiegt.

Statistik
MT Melsungen: Sjöstrand (17 Paraden / 23 Gegentore), Villadsen (bei einem Siebenmeter 1 P. / 0 G.); Maric (4), Sellin (3), Golla, Fahlgren (2), Forstbauer (1), Hildebrand, Danner (1), P. Müller (2), Boomhouwer, Rnic (9/4), Schneider (3), Allendorf (3), M. Müller (3).

SC DHfK Leipzig: Storbeck (2 P. / 13 G.), Lenz (9 P. / 18 G.); Semper (3), Steinert (1), Jurdzs, Pöter, Binder (4), Greß, Sommer (3/1), Roscheck, Weber (6/2), Zhedik (4), Meschke (1), Milosevic (1)
Schiedsrichter: Peter Behrens (Düsseldorf) / Marc Fasthoff (Düsseldorf).

Zeitstrafen: 8 – 8 (Schneider 10:35 32:43 39:41, Danner 25:41 – Zhedik 6:24 29:18, Roscheck 26:22, Binder 44:45); Disqualifikation: Schneider (3 x 2 Minuten, 39:41).

Strafwürfe: 4/5 – 3/5 (Weber scheitert an Villadsen 21:28, Sellin neben das Tor 23:48, Sommer scheitert an Sjöstrand 53:58).

Zuschauer: 4.300 in der Rothenbach-Halle, Kassel (ausverkauft).

(Bernd Kaiser)



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