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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Inflationsrate im Dezember unverändert 0,3 Prozent

Hessen. Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen lag im Dezember 2015 um 0,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Im November hatte die Inflationsrate ebenfalls 0,3 Prozent betragen, im Oktober 0,2 Prozent, berichtet das Hessische Statistische Landesamt. Ursachen für die weiterhin niedrige Inflationsrate waren vor allem merkliche Preissenkungen für Mineralölprodukte als Folge des Weltmarktpreisverfalls für Erdöl. Aber auch sinkende Preise für Bekleidung, Haushaltsgeräte und Telekommunikationsdienstleistungen wirkten dämpfend auf die Inflationsrate.

Binnen Monatsfrist sank das mit dem Verbraucherpreisindex gemessene Preisniveau um 0,1 Prozent. Maßgeblich für diesen im Dezember unüblichen Rückgang des Verbraucherpreisniveaus waren die Preissenkungen für Mineralölprodukte (minus 8,0 Prozent gegenüber November 2015). Ebenfalls billiger binnen Monatsfrist wurden Bekleidung (minus 2,9 Prozent) und Nahrungsmittel (minus 0,5 Prozent). Pauschalreisen verteuerten sich saisonüblich um 13,7 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Preise für Energie
Die Preise für Energie insgesamt (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) lagen im Dezember 3,4 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 6,3 Prozent niedriger als im Dezember 2014. Die Preise der einzelnen Energiearten entwickelten sich unterschiedlich. Deutlich billiger gegenüber dem Vormonat wurden Heizöl (minus 18,0 Prozent gegenüber November 2015), Diesel (minus 9,0 Prozent) und Benzin (minus 4,1 Prozent). Ebenfalls weniger zahlten die Verbraucherinnen und Verbraucher als Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 0,9 Prozent) und für Autogas (minus 0,2 Prozent). Die Preise für Strom und Erdgas blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Binnen Jahresfrist sanken die Preise aller Energiearten: Heizöl (minus 22,5 Prozent gegenüber Dezember 2014), Autogas (minus 15,0 Prozent), Diesel (minus 12,8 Prozent), die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 9,9 Prozent), Benzin (minus 4,2 Prozent), Strom (minus 1,9 Prozent) und Erdgas (minus 0,8 Prozent). Die ohne Energie berechnete Inflationsrate lag im Dezember bei 1,0 Prozent nach 1,2 Prozent im November und 1,3 Prozent im Oktober.

Nahrungsmittelpreise
Das Niveau der Nahrungsmittelpreise sank gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, lag aber aufgrund von Preissteigerung der vergangenen Monate 1,0 Prozent höher als vor einem Jahr. Billiger gegenüber dem Vormonat wurden Gemüse (minus 3,0 Prozent gegenüber November 2015), Obst (minus 1,7 Prozent), Molkereiprodukte und Eier sowie Fleisch und Fleischwaren (jeweils minus 0,3 Prozent) und Fisch (minus 0,1 Prozent). Teurer wurden Speisefette und -öle (plus 2,9 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,2 Prozent). Binnen Jahresfrist stiegen trotz der jüngsten Preissenkungen insbesondere die Preise für Gemüse (plus 7,2 Prozent gegenüber Dezember 2014) und Obst (plus 4,0 Prozent). Aber auch Speisefette und -öle (plus 1,2 Prozent), Fisch (plus 0,9 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,5 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 0,1 Prozent) wurden teurer.

Preise von Gebrauchsgütern
Das Preisniveau langlebiger Gebrauchsgüter stieg im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent. Damit wurde den dritten Monat in Folge eine positive Jahresteuerungsrate für langlebige Gebrauchsgüter beobachtet. Von Februar 2010 bis September 2015 war das Preisniveau stetig gesunken. Ob damit der Trend sinkender Preise für langlebige Gebrauchsgüter, die einen Anteil von acht Prozent am Warenkorb der privaten Haushalte haben, zu Ende geht, wird sich erst im Laufe des Jahres 2016 zeigen. Derzeit scheint der Trend sinkender Preise beispielsweise bei Haushaltsgeräten (minus 1,4 Prozent gegenüber Dezember 2014) noch ungebrochen. Bei Geräten der Unterhaltungselektronik schwächten sich die starken Preissenkungen der vergangenen Jahre deutlich ab oder die Preise stiegen sogar wieder. Billiger als vor einem Jahr waren z. B. DVD-Recorder (minus 5,7 Prozent gegenüber Dezember 2014), Fernsehgeräte (minus 4,2 Prozent) und Digitalkameras (minus 1,0 Prozent). Die Preise für Heimkino-Anlagen (plus 9,0 Prozent), Desktop-PC (plus 8,9 Prozent) und Monitore (plus 7,1 Prozent) lagen merklich über dem Vorjahresniveau.

Preise für Dienstleistungen
Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) verteuerten sich im Dezember binnen Jahresfrist durchschnittlich um 1,1 Prozent. Höhere Preise zahlten die Verbraucherinnen und Verbraucher u. a. für Taxifahrten (plus 8,0 Prozent), Verbundfahrkarten (plus 2,6 Prozent), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie Pflege- und Betreuungsleistungen (plus 2,6 Prozent), Sport- und Erholungsdienstleistungen (plus 2,4 Prozent) sowie für Speisen und Getränke (plus 2,1 Prozent), die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten wurden. Billiger als vor einem Jahr waren z. B. Telekommunikationsdienstleistungen (minus 1,5 Prozent) und Flugtickets (minus 1,9 Prozent). Die Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, lagen im Dezember 1,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.

Durchschnittliche Inflationsrate für das Jahr 2015
Im Durchschnitt aller Monate errechnet sich für das Jahr 2015 eine Inflationsrate von 0,2 Prozent. Im Jahr 2014 lag die durchschnittliche Inflationsrate bei 0,8 Prozent und 2013 bei 1,3 Prozent.

Der Rückgang der durchschnittlichen Inflationsrate im Jahre 2015 um 0,6 Prozentpunkte gegenüber 2014 ist vor allem auf stärker gesunkene Preise für Energie, insbesondere für Mineralölprodukte zurückzuführen. Im Jahr 2014 war das Preisniveau für Energie um 2,1 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2015 beschleunigte sich diese Entwicklung mit einem Minus von 7,1 Prozent merklich. Darunter fielen die Preissenkungen für Mineralölprodukte (Kraftstoffe und Heizöl) besonders deutlich aus. Im Jahr 2014 wurden Mineralölprodukte 5,4 Prozent billiger und 2015 um 13,0 Prozent. Allein der beschleunigte Preisrückgang für Mineralölprodukte dämpfte die Inflationsrate 2015 gegenüber 2014 um 0,4 Prozentpunkte. Die übrigen 0,2 Prozentpunkte resultieren aus Preissenkungen für Strom, Gas, die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung, Fernwärme und feste Brennstoffe.

Das Preisniveau für Nahrungsmittel stieg 2015 um 0,4 Prozent. Darunter verteuerten sich Gemüse (plus 5,0 Prozent) und Obst (plus 2,8 Prozent) überdurchschnittlich stark. Alkoholfreie Getränke wurden 3,1 Prozent teurer, wobei der Preisanstieg von 13,9 Prozent für Kaffee kräftig zu Buche schlug. Die Preiserhöhungen für Mineralwasser, Säfte und Limonaden fielen mit 0,3 Prozent gemäßigt aus.

Teurer wurden auch Bekleidung (plus 1,1 Prozent) und Schuhe (plus 0,2 Prozent) sowie Glaswaren und Geschirr (plus 1,0 Prozent). Andere von Haushalten nachgefragte Waren wurden billiger: Unterhaltungselektronik (minus 2,3 Prozent), Haushaltsgeräte (minus 2,2 Prozent), Werkzeuge und Geräte für Haus und Garten (minus 1,9 Prozent), Heimtextilien (minus 0,5 Prozent) sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände (minus 0,4 Prozent).

Auch bei den Dienstleistungen (insgesamt ohne Miete plus 1,2 Prozent) zeigt sich differenziertes Bild. Energieintensive Dienstleistungen wie Flugtickets (minus 0,7 Prozent) und Pauschalreisen (minus 0,3 Prozent) wurden billiger. Der Trend sinkender Preise für Telekommunikationsdienstleistungen hielt 2015 an (minus 1,3 Prozent). Beim deutlichen Anstieg der Preise für eine Taxifahrt (plus 6,9 Prozent) dürfte die Einführung des Mindestlohns eine besondere Rolle gespielt haben. Ebenfalls teurer wurden Verbundfahrkarten (plus 2,9 Prozent), Sport- und Erholungsdienstleistungen (plus 2,3 Prozent), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie Pflege- und Betreuungsleistungen (plus 2,3 Prozent) sowie Speisen und Getränke (plus 1,9 Prozent), die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten werden.

Der Anstieg der Wohnungsmieten lag 2015 bei 1,8 Prozent. (red)



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