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Stang, Horn und Funck überzeugen bei Landes-Titelkämpfen

Tobias Stang erzielte im Dreisprung mit 12,77 m eine neue Bestweite. Foto: nhFrankfurt/Melsungen. Nur wenige Lichtblicke gab es bei der Leistungsschau der besten hessichen Leichtathleten anlässlich der Landes-Hallenmeisterschaften in Frankfurt. Die große Offenbarung war es nicht, denn man sah mehr Schatten als Licht. Auffallend war der Mangel an Top-Leistungen, aber noch gravierender waren die wenigen Teilnehmer in manchen Wettbewerben. Bei den Frauen gefielen nur Lisa Meyer im Sprint über 60 Meter, Xena Stolz im Weitsprung und Hochspringerin Ariane Friedrich, die auf die Leichtathletik-Bühne zurückkehrte.

Auch die beiden Mehrkämpferinnen Carolin Schäfer und Claudia Rath konnten mit ihren Leistungen ein Zeichen für ihren Mehrkampf setzen. Aber was danach kam, muss zu denken geben. Es waren zu viele Lücken vorhanden, was vor allem Qualiät und Quantität betrifft. Da stellten sich auf den vier Laufstrecken zwischen 400 und 3000 Meter nur 29 Teilnehmerinnen, nicht einmal acht im Schnitt. Wirft man einen Blick auf die Siegerleistungen, so waren diese auch nicht berauschend: Der Meistertitel über 400 Meter wurde mit 58,52 Sekunden vergeben. Wer hessische Hallenmeisterin über 800 Meter werden wollte, musste nicht unter 2:15 Minuten laufen. Ähnlich sah es über 1500 Meter der Frauen aus, wo man mit 4:44 Minuten Hessenmeisterin wurde. Im Hochsprung gab es nur zwei Teilnehmerinnen, im Stabhochsprung traten drei Athletinnen an. Die Siegerhöhe betrug 3,50 Meter. Im Vorjahr sprangen in Deutschland 77 Frauen 3,70 Meter und höher. Nicht besser sah es im Kugelstoßen aus, wo sich zwei Mehrkämpferinnen durchsetzen konnten. Wo sind die hessischen Spezialistinnen. Liegt es an den Trainern? Liegt es an der Förderung? Oder geht die Leichtathletik in manchen Wettbewerben langsam aber sicher dem Ende zu?

Erschöpft, aber glücklich nach dieser neuen Bestzeit. Foto: nhBei den Männern war das Leistungsniveau trotz Fördermaßnahmen des Verbandes noch fataler. Das wurde durch chronische Schwächen aufgrund „dünner“ Felder mehr als deutlich. Dem 400m-Sieger reichten 51,71 Sekunden für den Meistertitel. Nur zum Vergleich: Der fünfzigbeste U18-Viertelmeiler in Deutschland lief letztes Jahr 51,06 Sekunden. Ganze vier Athleten ermittelten den Sieger im Hochsprung, fünf Teilnehmer waren es beim Stabhochsprung, wobei zwei ihre Anfangshöhe dreimal rissen. Nur sechs Athleten traten beim Weitsprung an. Wenn das den HLV-Verantwortlichen nicht zu denken gibt, dann weiß ich nicht, was noch passieren muss….

Die Melsunger Leichtathleten, die wegen einiger verletzten bzw. erkrankten Athleten nur mit gedämpften Hoffnungen nach Frankfurt fuhren, wuchsen bei diesen Meisterschaften zum Teil über sich hinaus. Dennis Horn hatte sich im 60m-Sprint eine Woche vorher in Köln auf glänzende 6,17 Sekunden gesteigert und sich für Frankfurt den Zwischenlauf als Ziel gesetzt. Mit 7,31 Sekunden qualifizierte er sich im zweiten von fünf Vorläufen hinter Steven Müller von der Sprinthochburg Friedberg-Fauerbach für den Zwischenlauf.

Marvin Knaust stellte über 800 Meter eine neue Hallenbestzeit auf. Foto: nhNachdem im ersten von drei Halbfinalläufen Ermias Abrhaley als Dritter 7,19 Sekunden vorgelegt hatte und im zweiten Zwischenlauf Tobias Trupp aus Assenheim als Dritter nach 7,20 Sekunden ins Ziel kam, hingen für den Kölner Sportstudenten die Trauben sehr hoch. Für das Finale qualifizierten sich nämlich nur die beiden ersten der drei Vorläufe sowie die weiteren zwei Zeitschnellsten. Dennis Horn musste also entweder Platz eins oder zwei belegen oder mindestens 7,20 Sekunden laufen.

Er erwischte einen guten Start und kam glänzend in die Beschleunigungsphase. Dennoch hatte er keine Chance, einen der ersten beiden Plätze zu belegen. Mit Florian Daum (100m-Bestzeit 10,55) und Steven Müller (Bestzeit 10,57 Sek.) waren zwei der schnellsten hessischen Läufer in seinem Lauf. Der nordhessische Jugendmeister lief ein starkes Rennen, aber am Ende fehlten mit 7,25 nur 0,05 Sekunden für das Finale.

Zwei Stunden später startete die Melsunger Sprinthoffnung über die lange Sprintdistanz, wo er mit der siebzehntschnellsten Zeit gemeldet war. Diese 23,46 Sekunden, die er bei zulässigem Rückenwind (1,8 m/sec) am 1. August 2015 in Borken erzielt hatte, wollte er in Frankfurt toppen und zu den TOP-TEN-Langsprintern in Hessen gehören. Mit Herrmann Schulz aus Selters, der mit 23,39 Sekunden gemeldet war und 11,2-Sprinter Marvin Kappes (Wehrheim) hatte Dennis zwei Sprinter in seinem Lauf, die im Vorjahr noch um einiges schneller waren. Jungs in seinem Lauf. Die Antwort auf die Frage „Wie schnell wird Dennis Horn nach seinem glänzenden 60m-Auftritt über die Hallenrunde sein, war eindrucksvoll: Der noch 19-Jährige lief die ersten 100 Meter in 11 Sekunden an und hatte im Zenit der letzten Kurve fast sieben Meter Vorsprung vor seinen Verfolgern. Am Ende fehlte ihm die Kraft, aber auch das Stehvermögen, um zum ersten Mal die 200 Meter unter 23 Sekunden zu laufen. Schulz (23,67 sec.) und Kappes (23,77 sec.) kamen noch etwas auf, aber sie konnten Dennis Horn nicht mehr einholen. Mit persönlicher Bestzeit von 23,27 setzte er ein Zeichen. Keiner der Langsprinter hatte ihn für die TOP-TEN eingeplant. Nach dem zweiten Finallauf wurde Dennis Horn von Eric Helfesrieder aus Wehrheim, der mit 23,11 Sekunden gemeldet war, von der Spitze mit 23,23 Sekunden abgelöst. Nach dem dritten Lauf übernahm Fabian Hromadka (LG Bad Sooden) – im Vorjahr 22,54 – mit 23,14 Sekunden die Führung. An dieser Zeit konnte man erkennen, dass das MT-Sprinttalent im ersten Zeitendlauf eine ganz starke Vorstellung gegeben hatte. Leon Rudolph (Wehrheim), der im vierten Lauf mit 23,17 nur eine Zehntelsekunde vor Dennis Horn blieb, war im Vorjahr noch über eine Sekunde schneller. Im letzten Lauf starteten mit Florian Daum und Fabian Christ zwei Langsprinter, die 2015 mit 21,32 bzw. 21,75 deutlich unter 22 Sekunden blieben. Mit 21,82 bzw. 22,46 Sekunden demonstrierten sie auch in diesem Rennen ihre Klasse.

Die Überraschung war aber Dennis Horn, denn er war der einzige, der seine Bestzeit aus der Freiluftsaison trotz der engen Kurven und ohne Windunterstützung verbessern konnte. Am Ende belegte er mit 23,27 Sekunden Rang sechs und verdrängte Daniel Malychin (Schwalmstadt), im Vorjahr 22,89 Sekunden, auf Platz sieben. Von seinem sechsten Platz überwältigt, musste Dennis seine Spitzenzeit erst einmal verdauen. Noch vor der Siegerehrung sagte er: „Es war eine Genugtuung, erstmals nicht hinter allen herzulaufen, sondern zu den TOP-TEN in Hessen zu gehören. Schade, dass mir das Stehvermögen auf den letzten 40 Metern fehlte, sonst wäre ich heute den dritten Platz belegen können“. Dass sein Selbstvertrauen mit diesen beiden großartigen Auftritten gewachsen ist, braucht nicht betont zu werden.

Dennis Horn hatte allen Grund zum Strahlen. Foto: nhEinen starken Eindruck hinterließ auch Tobias Stang im Dreisprung. Die spannende Frage im Vorfeld dieser Meisterschaften lautete: Behindert die Verletzung am linken Fuß seine Sprungkraftfähigkeit? Beim vorsichtigen Einspringen gab der Malsfelder „grünes Licht“ und stieg recht mit 12,30 und 12,43 Meter in den Wettbewerb ein. Nachdem auch nach dem zweiten Durchgang immer noch schmerzfrei war, riskierte er im nächsten Versuch einen länger gezogenen zweiten Sprung. Dieser wurde mit einer neuen Bestweite von 12,74 Meter belohnt und brachte ihn hinter Tobias Heblik (Hanau, 13,52 m), Sebastian Merx (Roth, 13,36 m) und Martin Triebstein (LG Alheimer, 12,77 m) auf Platz vier. Mit Sebastian Roth (Bad Schwalbach, 12,70 m) und Philipp Lange (Dillenburg, 12,50 m) folgten zwei weitere Athleten, die die Bronzemedaille im Visier hatten. Tobias Stang steigerte sich im vierten Versuch auf 12,77 m. Damit verdrängte er den weitengleichen Martin Triebstein auf Rang fünf, denn Philipp Lange hatte sich ebenfalls verbessert und lag mit 12,88 m auf den dritten Platz. Tobias Stang merkte man an, dass er mehr konnte als seine 12,77 Meter. Der 20-Jährige sprang bisher bei jedem Versuch einige Zentimeter vor dem Absprungbalken ab und verschenkte daher fast immer 30 Zentimeter. „Im letzten Durchgang habe ich alles riskiert, habe meine Anlaufmarke zehn Zentimeter nach vorn versetzt und bin voll reingelaufen. Leider hat es nicht geklappt. Aber ich bin mit meiner Leistung und dem fünften Platz sehr zufrieden“, sagte Tobias Stang, der eine Stunde vor dem Wettkampf noch nicht wußte, ob er überhaupt springen konnte.

Über 3000 Meter testete Lorenz Funck seinen derzeitigen Trainingszustand, denn der Jugendliche kann nach der Arbeit in der Dunkelheit nicht im Stadion trainieren, weil die Melsunger Flutlichtanlage seit Wochen defekt ist. Deshalb wollte er bei den Hallenmeisterschaften wie im Vorjahr wissen, was er augenblick unter Wettkampfbedingungen leisten kann. 2015 belegte er bei den HLV-Jugendhallenmeisterschaften in Frankfurt mit 9:47,62 Minuten den neunten Platz und stieg damit in eine großartige und erfolgreiche Saison ein.

Start über 3000 Meter der Männer mit Lorenz Funck - ganz links. Foto: nhIn diesem Jahr startete der Jugendliche in der Männerklasse und hielt auf der längsten Hallendistanz die ersten fünf Runden in dem illusteren Feld glänzend mit. Nach 2:58 Minuten passierte er die ersten 1000 Meter. Auf dem zweiten Teilstück musste er aber das Feld ziehen lassen, aber er brach nicht ein. Sein Mut, das Tempo hoch zu halten, wurde am Ende mit einer Bestzeit belohnt. Für zehn Runden wurde er mit 6:07 Minuten gestoppt. Während sich an der Spitze Kilian Schreiner (Breidenbach) mit dem Jugendlichen Marc Tortell (Rendel) und dem Bensheimer Ruben Zillig, der mit 8:29 Minuten die Meldeliste anführte, einen spannenden Dreikampf lieferte, spürte Sabbona Abdukkadir (LG Eder), der vor zwei Jahren in der U18 die 3000 Meter unter 8:40 Minuten gelaufen war, in den letzten beiden Runden Lorenz Funck in seinem Rücken. Und tatsächlich: es sah so aus, als ob der Obermelsunger dem Ausdauerspezialisten aus Allendorf/Eder immer näher kam. Aber er konnte ihn nicht mehr einholen. Lorenz Funck lief die 1000m-Abschnitte in 2:58 und zweimal in 3:09 Minuten und kam auf eine Endzeit von 9:16,29 Minuten. „Sein Auftritt war aller Ehren wert“, meinte Trainer Wagner und hofft in Hanau auf eine weitere Steigerung seines Schützlings.

Die beiden Vorjahres-Schüler Marvin Knaust und Lynn Olson sollten bei ihren ersten hessischen Meisterschaften in der U18 Erfahrungen sammeln, um in vier Jahren ernstzunehmende Nachfolger von Christian Schulz bzw. Lorenz Funck und Karolin Siebert zu werden. Marvin lief über 800 Meter ein taktisches Rennen nach der Uhr und erfüllte fast die vorgegebenen Zeiten, die ihn unter 2:10 Minuten bringen sollten. Während er die erste Runde in 31,2 (32 sec.) zurücklegte und nach der Hälfte der Strecke 63,9 Sekunden aufzuweisen hatte – 64 Sekunden waren geplant – verlor er auf dem dritten 200m-Teilstück eine Sekunde und passierte die 600m-Marke nach 1:38 Minuten. Am Ende landete er mit 2:11,33 Minuten auf Platz elf und unterbot seinen Hausrekord um 0,19 Sekunden.

Lynn Olson musste im zweiten Zeitendlauf der WU18 mit der schwächsten Meldezeit starten. Sie wäre besser im ersten Lauf aufgehoben gewesen, wo drei der fünf Läuferinnen über 2:34 Minuten liefen. So musste die 15-Jährige gegen eine Konkurrenz antreten, die im Vorjahr bereits Zeiten um 2:22 Minuten erzielt hatten. Da die Konkurrenz vorne weg lief, hielt sich Lynn in den ersten beiden Runden an die vom Trainer vorgegebene Zeit. Nach der Hälfte hatte sie mit 1:14 Minuten nur 1 Sekunde Rückstand auf den Fahrplan. Aber die dritte lief sie nur 40 Sekunden und verlor somit wertvolle Zeit, die sie auch in der Schlussrunde mit 38 Sekunden nicht mehr aufholen konnte. In der Endabrechung fand man die Vorjahres-Schülerin mit 2:32,60 Minuten auf Rang dreizehn wieder. (ajw)



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