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Geflügelschlachthof in Gudensberg teilweise stillgelegt

Grünen-Spitzenkandidatin Dr. Bettina Hoffmann, Hessens Umweltministerin Priska Hinz und der Fraktionsvorsitzende der Grünen Niedenstein, Jörg Warlich (v.l.). Fotoquelle: Jörg WarlichGudensberg. „Tierwohl“ war das Thema einer Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen Schwalm-Eder am 22. Januar 2016 mit der Grünen Hessischen Umweltministerin Priska Hinz. Sie stellte einen ganzen Strauß von Maßnahmen für das Tierwohl in der Massentierhaltung vor, der nun in Hessen umgesetzt wird. Männliche Eintagsküken sollen nicht mehr sinnlos getötet werden. Hühnern und Puten sollen nicht mehr die Schnäbel gestutzt, Schweinen nicht mehr die Schwänze kupiert werden. Die Haltungsbedingungen sollen verbessert werden, damit Antibiotika-Gaben drastisch reduziert werden können. Artgerechte Tierhaltung mit Luft, Licht und Auslauf sollen die Gesundheit stärken. Die Beratung der Landwirte soll verbessert werden, im Sinne einer ökologischen Landwirtschaft, die die Umwelt schont, das Leben der Tiere verbessert und gesunde Nahrungsmittel produziert.

Am Ende teilte sie mit, dass es bei einer Gudensberger Geflügelschlachterei zu gravierenden Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Das Regierungspräsidium Kassel habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und den Betrieb der Futtermittelerzeugung aus Schlachtabfällen stillgelegt. Auch der Schlachterei drohe offenbar die Stilllegung, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen Schwalm-Eder. Eine Anhörungsei angesetzt. Details habe die Ministerin im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht nennen können. Offenbar habe der Betrieb aber ohne „Anzeige“ beim RP „deutlich über der genehmigten Menge“ geschlachtet und produziert. Das Resümee der Grünen Umweltministerin: „Es ist wichtig bei solchen Betrieben genau hinzuschauen!“

Die Grünen Schwalm-Eder sehen sich bestätigt in ihren Bedenken gegen die „als Modernisierung verkaufte Erweiterung des Betriebes“. Hermann Häusling: „Der Stil der industriellen Tierhaltung und Verarbeitung ist ausbeuterisch gegenüber den Tieren, Verbrauchern und auch den Landwirten, die von dem System völlig abhängig sind.“

Dr. Bettina Hoffmann, Spitzenkandidatin der Grünen Schwalm-Eder, fordert eine „rückhaltlose Aufdeckung der gesamten Hühnerkette von der Aufzucht der Tiere, über Lieferung und Schlachtung bis zum Produkt. „Das Misstrauen der Verbraucher gegenüber Produkten aus der Massentierhaltung ist vollauf berechtigt“, schreibt sie. Der Betrieb solle auch nachweisen, was mit den anfallenden Schlachtabfällen passiert. Diverse Skandale hätten gezeigt, dass in der industriellen Lebensmittel- und Futterproduktion nicht immer alles mit rechten Dingen zugehe.

Der Niedensteiner Grünen-Fraktionsvorsitzende Jörg Warlich erinnert an die Zunahme der Massentierhaltung, die eine Erweiterung der Schlachtfabrik zur Folge haben wird. „Wir Grünen sind für die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft. Schluss mit der Massentierhaltung!“

Er habe an den Regierungspräsidenten geschrieben und einen Fragenkatalog betreffend der aktuellen Geschehnisse bei der Geflügelschlachtgerei vorgelegt. Die Bürger hätten ein Recht auf Information, gerade auch vor dem Hintergrund der Proteste gegen die genehmigte Erweiterung der Anlage. Er unterstreicht: „Die Vertrauenswürdigkeit des Investors ist zweifelhaft. Es ist durch den Regierungspräsidenten aus meiner Sicht zu prüfen, ob die Genehmigung für die Geflügelschlachtfabrik bestand haben darf oder zurückzunehmen ist.“ (red)



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