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Harry Geier und Uwe Krah holen Medaillen in Erfurt

Harry Geier mit Gold und Bronze. Foto: Alwin J. WagnerErfurt/Melsungen. Nachdem Harry Geier und Uwe Krah bei den letzten deutschen Seniorenmeisterschaften in Zittau mit einem kompletten Medaillensatz nach Melsungen zurückkehrt waren, konnten die erfolgreichen Oldies der Melsunger Turngemeinde dieses Kunststück auch bei den 15. Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften in Erfurt wiederholen. Dabei hatten die beiden MT-Aushängeschilder gesundheitliche Probleme und waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte in die Landeshauptstadt von Thüringen angereist.

Harry Geier musste zehn Tage vor diesen Meisterschaften das Krankenhaus aufsuchen und sich einer Gallenstein-OP unterziehen. „Bereits bei den hessisichen Hallenmeisterschaften hatte ich vor dem 200m-Finale das Gefühl, dass etwas in meinem Körper nicht stimmt“, sagte der mehrfache Senioren-Weltmeister. Zwei Tage nach den Landesmeisterschaften musste er sich in das Krankenhaus begeben, wo ihm einige Gallensteine entfernt wurden. An ein Training für die deutschen Meisterschaften war nicht zu denken und die Chance, seinen 400m-Titel vom Vorjahr zu verteidigen, wurde von Tag zu Tag geringer. Dennoch wollte Harry Geier unbedingt in Erfurt an den Start gehen. „Um etwas erreichen zu können, muss man stets positiv denken“, sagte der fast 81-Jährige vor seiner Abreise nach Erfurt.

Am ersten Meisterschaftstag stand der 2oom-Lauf auf dem Programm. Der Melsunger strebte in dieser Disziplin den dritten Platz an und hatte sich vorgenommen, sowohl den Leverkusener Reinhold Lubinetzki als auch Helmut Kaleve aus Eschhofen hinter sich zu lassen. Gegen Lothar Müller aus Trittau, der seit Jahresbeginn in der M80 starten darf, hatte er unter diesen Umständen keine Chance. Auch gegen seinen jahrelangen Konkurrenten Dr. Horst Hufnagel aus Hamburg stand er nach der Gallenstein-OP auf verlorenem Posten. Im besten Fall war in diesem Wettbewerb die Bronzemedaille möglich.

Im ersten Zeitendlauf legte Lothar Müller ganz starke 32,67 Sekunden vor. Reinhold Lubinetzki aus Leverkusen holte sich mit 36,00 Sekunden vor Walter Matthes aus Halle (38,77) und Hans Borgmann vom SV Wegberg den zweiten Platz.

Titelverteidiger Harry Geier im Ziel. Foto: Alwin J. WagnerDer zweite 200m-Zeitendlauf musste die Entscheidung um die Medaillen für Silber und Bronze bringen. Harry Geier lief außen auf Bahn vier, unmittelbar dahinter startete Dr. Hufnagel. Auf Bahn zwei ging Helmut Kaleve ins Rennen. Der Melsunger Juwelier konnte zunächst seinen Kurvenvorsprung halten, aber im Zenit der letzten Kurve sprintete Dr. Hufnagel an ihm vorbei. Und weil er immer mehr verkrampfte und auch konditionell nicht auf der Höhe war, kam Helmut Kaleve immer näher an Harry Geier heran. Während Hufnagel sich in 33,79 Sekunden klar in diesem Rennen durchsetzte und die zweitschnellste Zeit in der M80 erzielte, trennten Geier und Kaleve auf dem Zielstrich nur mehr 0,12 Sekunden. Mit 35,83 bzw. 35,95 Sekunden hatten die beiden Langsprinter im zweiten Zeitendlauf die vorgelegte Zeit von Reinhold Lubinetzki knapp unterboten und sich die Plätze drei und vier erlaufen. Das erste Ziel hatte damit Harry Geier erreicht.

Dass er schon seit Jahren zu den besten Senioren-Viertelmeilern in Europa gehört, hat sich längst auch im Deutschen Leichtathletik-Verband herumgesprochen, denn seine Leistungen über 400 Meter verdienen Anerkennung und Respekt. Der 80-Jährige hatte bei sowohl bei den internationalen sowie bei den nationalen Titelkämpfen viele Medaillen gesammelt. In Erfurt wollte er diese Sammlung um zwei Medaillen vergrößern. Nach der Bronzemedaille über 200 Meter, die sehr viel Kraft gekostet hatte, war es bis zum 400m-Start am nächsten Tag nicht sicher, ob er die beiden Hallenrunden durchstehen würde.

Aber auch im Vorjahr biss Harry Geier auf die Zähne und kämpfte sich durch, obwohl er sich nach der Hälfte der Strecke verletzt hatte. Auch damals gab er nicht auf, sondern reduzierte sein Tempo und holte sich mit 85,53 Sekunden den Titel des deutschen 400m-Hallenmeisters in der M80. An diesen Lauf dachte er, als er der Starter die Athleten zu ihren Blöcke rief. „Nicht aufgeben, vor allem, nicht zu schnell anfangen und bis zum Schluss durchhalten“, ging es ihm durch den Kopf, und seine Frau Inge fieberte auf den Zuschauerrängen mit.

Harry Geier musste im 200m-Finale alles geben, um Bronze zu holen. Foto: Alwin J. WagnerNach 40 Sekunden hatte er sich einen Vorsprung vor Herbert E. Müller (Uerdingen) und Walter Matthes (Halle) von mehr als zwanzig Meter herausgelaufen. Aber diese erste Hälfte hatte er wieder viel zu schnell zurückgelegt, so dass erneut die Gefahr bestand, dass er auf der Zielgeraden einbrechen würde. Ausgangs der letzten Kurve wurde Harry Geier sichtbar langsamer. Die Zuschauer, die dieses Rennen verfolgten, waren sich nicht sicher, ob die letzten Meter noch zur Titelverteidigung reichen würden.

Es reichte! Harry Geier, der alte und neue deutschen Senioren-Hallenmeister über 400 Meter in der Altersklasse der M80 beendete unter dem Beifall der Zuschauer nach 85,66 Sekunden diesen Meisterschaftslauf und verpasste seinen Landesrekord nur um 0,13 Sekunden. Herbert E. Müller freute sich nach 90,00 Sekunden über seine Vizemeisterschaft. Und auch Walter Matthes war mit seinen 91,21 Sekunden und der Bronzemedaille zufrieden.

Silber für Uwe Krah
Uwe Krah, der Silbermedaillengewinner von Erfurt. Foto: Alwin J. WagnerBei den Landesmeisterschaften hatte sich Uwe Krah beim 60m-Sprint im Oberschenkelbeuger verletzt, so dass er nicht am Kugelstoßen der M50 teilnehmen konnte. Ohne spezielle Vorbereitung reiste er nach Erfurt und wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wozu er in der Lage war. Aber bereits beim Einstoßen war er zufrieden und die Konkurrenz geschockt, weil die 6,00kg-Kugel aus dem Stand nahe an der 14m-Marke aufschlug. Nur Norbert Demmel aus Unterhaching ließ sich davon nicht beeindrucken. Der ehemalige Zehnkämpfer mit einer Bestleistung von 8152 Punkten stieß mit 15,47 Meter in einer anderen Liga. Somit bestand nie die Gefahr, von einem Konkurrenten übertroffen zu werden. Auch hinter den Demmels Super-Leistung war das Niveau recht hoch, denn die 13,00 Meter von Constantin Engler aus Eltlingen reichten nicht mehr für das Finale. Neben den guten Leistungen der Kugelstoßer war dieses Finale der M50 spannend wie ein Thriller von Alfred Hitchcock. Vor allem der Kampf um Silber und Bronze war packend und fesselnd, denn alle Endkampfteilnehmer waren in der Lage, in den Medaillenrang zu stoßen.

Uwe Krah legte mit einem Sicherheitsstoß zum Auftakt 13,70 Meter vor. Natürlich konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass diese Weite am Ende für den zweiten Platz reichen würde. „Ich musste mit meinen Kräften haushalten und hatte Angst, dass meine Verletzung wieder aufbrechen würde“, sagte Uwe Krah, nachdem er die Silbermedaille sicher hatte.

Hinter seiner Leistung entbrannte ein Kampf um den dritten Platz: Oliver Schembach (Essen, 13,52 m), Ulrich Garde (Ganderkesee, 13,50 m) und Thomas Riebel (Schmölln, 13,49 m) lieferten sich einen Dreikampf, der bis zum letzten Stoß spannend war. Aber sie kamen an dem Polizeioberkommissar aus Nentershausen nicht mehr vorbei. Seine Leistung stand wie ein Fels in der Brandung. (ajw)



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