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MT mit Sellin-Sjöstrand-Gala zum 31:22-Auswärtssieg

Johannes Sellin. Foto: Alibek KäslerMelsungen. Wie schon das Hinspiel in Kassel war auch die Begegnung am 21. Spieltag in der DKB Handball-Bundesliga eine äußerst klare Angelegenheit  für die MT Melsungen. Wurde im Oktober mit dem 37:24 gegen den TBV Lemgo der höchste Saisonsieg eingefahren, so hielten die Nordhessen diesmal die Ostwestfalen in deren eigener Halle mit 31:22 auf Distanz. Das Spiel am Sonntag vor 4.790 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Lemgoer Lipperlandhalle war praktisch beim 8:16 Halbzeitstand schon vorentschieden.

Erfolgreichste Werfer waren Johannes Sellin (11/6) und Jeffrey Boomhouwer (5) für die MT, sowie Anton Mansson und Tom Skroblien (beide jeweils 4) für den TBV.

Wie ernst die MT Melsungen das Spiel gegen den Tabellenzwölften trotz des Kantersieges im Hinspiel nahm, zeigte sich schon an der Tatsache, dass die Anreise trotz der relativ kurzen Fahrtstrecke bereits am Morgen des Spieltages erfolgte, und Michael Roth seine Schützlinge am Zielort zunächst in einem Tageshotel noch einmal auf die Partie einstimmte. Was sich dann im Spiel von Anfang an auszahlen sollte. Der übereifrige Ex-MT’ler Anton Mansson verursachte per Foul einen Siebenmeter, den Johannes Sellin mühelos vorbei an Jonas Maier zum 0:1 für die Gäste verwandelte. Kurz darauf parierte MT-Keeper Johan Sjöstrand reaktionsschnell gegen Patrik Zieker und in der Folge zeigte sich auch der Innenblock um Felix Danner gegen Rolf Hermann auf dem Posten.

Im Angriff ließ Michael Roth zunächst ohne gelernten Linksaußen beginnen – Marino Maric ging von dort aus als zweiter Kreisläufer über. Nach wie vor fehlte ja verletzungsbedingt Michael Allendorf. Sein Positionskollege Jeffrey Boomhouwer sollte später im Spiel noch reichlich Einsätze erhalten.

Fast bis zur 5. Minute dauerte es, bis Jonathan Stenbäcken, der genau wie Mansson auch schon mal das MT-Dress getragen hat, seine Farben mit dem Ausgleich zum 1:1 erlöste. Über die Zwischenstände 3:3, 4:4 und 5:5 konnten die Gastgeber der MT noch Paroli bieten, ehe die sich Zug um Zug Vorteile erarbeitete und im Angriff in schöner Regelmäßigkeit nur auf Kosten von Siebenmetern am direkten Torwurf gehindert werden konnte.

Was sich in Berlin, wo gleich vier Strafwürfe vergeben wurden, noch beinahe gerächt hätte, wurde diesmal souverän gelöst. Und zwar von Johannes Sellin. Der Europameister verwandelte jeweils mit traumwandlerischer Sicherheit. Völlig kurios: Bis zum 6:6 hatte der Linkshänder alle MT-Tore im Alleingang erzielt, fünf davon von der Siebenmeterlinie. Was aber noch nicht das Ende der Sellin-Show sein sollte. Denn der Rechtsaußen warf – nachdem ihm Spielmacher Patrik Fahlgren kurz mit dem 6:7 dazwischen gefunkt hatte – auch das achte, neunte und zehnte Tor für die Nordhessen. Letzteres nach genialem diagonalem Anspiel von Philipp Müller von der linken Rückraumposition aus.

Gespielt waren beim 6:10 noch keine 18 Minuten. Die kurz zuvor von Lemgos Trainer Florian Kehrmann genommene Auszeit blieb ohne positive Wirkung für sein Team. Im Gegenteil, der TBV-Angriff schien seinen eigentlichen Zweck, nämlich das Torewerfen, völlig aus den Augen verloren zu haben. Und das für fast die gesamte restliche erste Halbzeit. Nur noch zweimal zappelte jeweils der Ball im Netz vom ansonsten bärenstarken Johan Sjöstrand. Die zwischenzeitlich gezeigte Doppelparade gegen Spielmacher Kogut und gegen den Halblinken Ramba war zweifellos der Höhepunkt der Sjöstrand-Gala.

Auf der anderen Seite hätte die MT bei etwas besserer Chancenverwertung sogar noch deutlicher als mit 8:16 zur Pause führen können. Wobei auch schon so das Übergewicht deutlich zu erkennen war. Denn in der zweiten Viertelstunde hatten sich nach der Sellin-Show auch die anderen MT-Cracks als Torschützen eingebracht. Ob Boomhouwer von Linksaußen, Maric vom Kreis oder Philipp Müller und Fahlgren aus dem Rückraum. Apropos: Eine Augenweide war eine Szene in der 20. Minute, als der MT-Regisseur mit einer eleganten Finte Lemgos Routinier Rolf Hermann alt aussehen ließ und zum 6:12 einnetzte.

Nach dieser äußerst eindeutigen ersten Spielhälfte schienen sich die Hausherren auch für den zweiten Durchgang kaum Chancen auf Besserung auszurechnen. Selbst wenn ihnen zwischendurch der ein oder andere Treffer gelang, dominierte die MT weiterhin ganz und gar das Geschehen. Der klare Vorsprung gab Michael Roth die Gelegenheit, einige Spieler bereits für den nächsten schweren Einsatz am Mittwoch im Pokalnachholspiel bei den Rhein-Neckar Löwen zu schonen. So machten Johannes Sellin, Philipp und Michael Müller, Patrik Fahlgren und später auch Johan Sjöstrand  Platz für Christian Hildebrand, Momir Rnic, Timm Schneider, Jan Forstbauer und René Villadsen.

Mit zunehmender Spieldauer ergaben sich die Ostwestfalen immer mehr ihrem Schicksal. Das war deutlich zu sehen – ob bei der inkonsequenten Abwehr, oder beim ideenlosen und fehlerbehafteten Angriffsspiel. Auf der anderen Seite ließ die MT trotz ihres klaren Vorsprungs nur unmerklich nach. Die Angriffe wurden nach wie vor konzentriert ausgespielt, und die Gelegenheiten zu Gegenstößen (Hildebrand , Boomhouwer) gut genutzt. Selbst das Rückzugsverhalten nach vergebenen Chancen war bis zum Abpfiff nahezu mustergültig.

Insofern geht der Sieg, bei dem der Ex-Lemgoer Timm Schneider mit seinem Tor zum 22:31 den Schlusspunkt setzte, auch in dieser Höhe vollends in Ordnung. Damit setzt sich die MT Melsungen hinter dem Führungstrio Rhein-Neckar Löwen, Kiel und Flensburg/Handewitt auf Platz vier fest. Der Vorsprung zu den Verfolgern auf den Platzen fünf und sechs, Berlin und Wetzlar, beträgt inzwischen fünf Punkte. (Bernd Kaiser)
 
Stimmen zum Spiel

Trainer Michael Roth: Wir haben uns sehr gut vorbereitet und waren absolut fokussiert auf den heutigen Tag und den heutigen Gegner. Das, was wir uns zum Beispiel in der Abwehr vorgenommen haben, ist aufgegangen. Gegnerische  Spieler, die normalerweise zu den Haupttorschützen zählen oder die uns schon oft Schwierigkeiten bereitet haben, hatten wir sehr gut im Griff. Wenn Leute wie Kogut und Zieker kein Tor gelingt, oder Hermann nur einmal erfolgreich ist, sagt das schon einiges aus. Wir haben zweifellos gut verteidigt und damit Lemgo kaum Möglichkeiten gelassen. Phasenweise drängte sich der Vergleich vom Kaninchen und der Schlange auf. Dass wir das Niveau trotz des deutlichen Vorsprungs über nahezu das gesamte Spiel gehalten haben, lässt sich auch an der gewonnen zweiten Halbzeit erkennen. Oft ist es ja so, dass man nach einer hohen Führung zur Pause etwas nachlässt und der Gegner dann den zweiten Durchgang gewinnt. Ohne den TBV abwerten zu wollen, kann man sagen, dass uns heute eine Demonstration der Stärke gelungen ist, die uns zuversichtlich auf die anstehenen Aufgaben blicken lässt.

Linksaußen Michael Allendorf (als Co-Kommentator bei Radio HNA im Einsatz): Das war heute ein klasse Vorstellung unserer Mannschaft: souverän, abgeklärt und konzentriert. Einen Sieg mit dieser Deutlichkeit haben wir hier ganz sicher nicht erwartet.

Statistik

TBV Lemgo – MT Melsungen 22:31 (8:16)

TBV Lemgo: Dresrüsse (8 P. / 9 G.), Maier (10 P. / 22 G.) – Mansson (4), Feuchtmann (2), Kogut, Ramba, Hornke (3/1), Stenbäcken (3), Hermann (1), Skroblien (4), Haenen (1), Höning (3), Zieker, M. Niemeyer (1).

MT Melsungen: Sjöstrand (16 Paraden / 16 Gegentore), Villadsen (3 P. / 6 G.) – Maric (1), Sellin (11/6), Fahlgren (3), Forstbauer (2), Hildebrand (2), Danner (1), P. Müller (1), Boomhouwer (5), Rnic (3), Schneider (1), Vuckovic, M. Müller (1).

Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild (Neuried / Offenburg)

Zeitstrafen: 4 – 4 (Feuchtmann, Ramba, Hornke, Stenbäcken – 2x P. Müller, Schneider, M. Müller)

Strafwürfe: 1/1 – 7/6 (Sellin scheitert mit einem Heber an Dresrüsse, 56. Min.)

Zuschauer: 4.790, Lipperlandhalle Lemgo



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