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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Inflationsrate sinkt im Februar deutlich

Hessen. Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen lag im Februar 2016 um 0,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im Dezember 2015 und im Januar 2016 hatte die Inflationsrate jeweils plus 0,3 Prozent betragen. Ursache für die erstmals seit Januar 2015 (minus 0,5 Prozent) wieder negative Inflationsrate sind vor allem die nochmals gesunkenen Jahresteuerungsraten für Mineralölprodukte (Kraftstoffe und Heizöl) als Folge des weiterhin sehr niedrigen Weltmarktpreises für Erdöl. Auch die im Vergleich zum Februar 2015 merklich billigeren Pauschalreisen (minus 5,7 Prozent) wirkten dämpfend auf die Inflationsrate.

Binnen Monatsfrist stieg das mit dem Verbraucherpreisindex gemessene Preisniveau um 0,5 Prozent. Mitverantwortlich für diesen im Februar nicht unüblichen Anstieg des Verbraucherpreisniveaus waren saisonale Preiserhöhungen für Bekleidung (plus 1,8 Prozent gegenüber Januar 2016,) Obst (plus 3,1 Prozent), Gemüse (plus 4,5 Prozent) und insbesondere für Pauschalreisen (plus 9,0 Prozent). Allerdings fiel der saisonbedingte Preisanstieg bei Pauschalreisen im Februar 2016 deutlich niedriger aus als im Februar 2015 (damals plus 16,3 Prozent gegenüber Januar 2015), was den Rückgang der Jahresteuerungsrate für Pauschalreisen erklärt.

Preise für Energie
Die Preise für Energie insgesamt (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) lagen im Februar 0,7 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 9,8 Prozent niedriger als im Februar 2015. Die Preise der einzelnen Energiearten entwickelten sich unterschiedlich. Billiger gegenüber dem Vormonat wurden Benzin (minus 2,7 Prozent gegenüber Januar 2016), Autogas (minus 2,0 Prozent), die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 0,8 Prozent), Diesel (minus 0,5 Prozent) und Erdgas (minus 0,1 Prozent). Der Strompreis blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Der leichte Anstieg des Preises für Heizöl im Februar (plus 1,4 Prozent) kann als kleine Korrektur des besonders starken Preisverfalls im Januar 2016 (minus 13,4 Prozent gegenüber Dezember 2015) gesehen werden. Binnen Jahresfrist sanken die Preise aller Energiearten: Heizöl (minus 35,1 Prozent gegenüber Februar 2015), Diesel (minus 18,5 Prozent), Benzin (minus 11,0 Prozent), Autogas (minus 10,9 Prozent), die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 10,0 Prozent), Erdgas (minus 3,7 Prozent) und Strom (minus 1,1 Prozent). Die ohne Energie berechnete Inflationsrate lag im Februar bei 0,8 Prozent, nach 1,1 Prozent im Januar 2016 und 1,0 Prozent im Dezember 2015.

Nahrungsmittelpreise
Das Niveau der Nahrungsmittelpreise stieg saisonüblich gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent und lag aufgrund von Preissenkungen der vergangenen Monate 1,0 Prozent höher als vor einem Jahr. Teurer gegenüber dem Vormonat wurden – wie schon erwähnt – vor allem Gemüse (plus 4,5 Prozent gegenüber Januar 2016) und Obst (plus 3,1 Prozent). Für Molkereiprodukte und Eier (plus 1,0 Prozent), Speisefette und -öle (plus 0,7 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,5 Prozent) zahlten die Konsumenten höhere Preise. Das Preisniveau für Fisch blieb unverändert, Fleisch und Fleischwaren (minus 0,2 Prozent) wurden billiger. Binnen Jahresfrist stiegen insbesondere die Preise für Obst (plus 9,2 Prozent gegenüber Februar 2015), Fisch (plus 3,5 Prozent) und Gemüse (plus 3,4 Prozent). Aber auch Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,6 Prozent) sowie Speisefette und -öle (plus 0,1 Prozent) wurden teurer. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier (minus 2,2 Prozent), sowie Fleisch und Fleischwaren (minus 1,2 Prozent) sanken.

Preise von Gebrauchsgütern
Das Preisniveau langlebiger Gebrauchsgüter stieg im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent. Damit wurde den fünften Monat in Folge eine positive Jahresteuerungsrate für langlebige Gebrauchsgüter beobachtet. Von Februar 2010 bis September 2015 war das Preisniveau stetig gesunken. Hier scheint eine Trendwende zu steigenden Preisen möglich. Allerdings handelt es sich bei den langlebigen Gebrauchsgütern um eine sehr heterogene Produktgruppe, was eine allgemein gültige Aussage erschwert. Die langlebigen Gebrauchsgüter haben einen Anteil von 8 Prozent am Warenkorb der privaten Haushalte und umfassen sehr unterschiedliche Produkte. Teurer wurden beispielsweise Notebooks einschließlich Tablets (plus 3,0 Prozent gegenüber Februar 2015), Einbauküchen (plus 1,3 Prozent) und neue PKW (plus 0,4 Prozent). Die Preise für Fernsehgeräte (minus 9,3 Prozent), Polstergarnituren (minus 3,0 Prozent) und Waschmaschinen (minus 2,0 Prozent) sanken.

Preise für Dienstleistungen
Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) verteuerten sich im Februar binnen Jahresfrist durchschnittlich um 0,7 Prozent. Höhere Preise zahlten die Verbraucherinnen und Verbraucher u. a. für Taxifahrten (plus 5,9 Prozent gegenüber Februar 2015), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie Kinderkrippen, Alten- und Pflegeheime (plus 4,4 Prozent), Sport- und Erholungsdienstleistungen (plus 3,4 Prozent) sowie für Speisen und Getränke (plus 2,0 Prozent), die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten werden. Die merkliche Erhöhung des Briefportos zu Beginn des Jahres ist mitverantwortlich für den Preisanstieg für Post- und Kurierdienstleistungen um 4,7 Prozent. Allerdings fallen diese Dienstleistungen mit einem Anteil von 0,2 Prozent an den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte kaum ins Gewicht. Billiger als vor einem Jahr waren – wie schon erwähnt – Pauschalreisen (minus 5,7 Prozent), aber auch Telekommunikationsdienstleistungen (minus 1,6 Prozent) und Flugtickets (minus 1,2 Prozent). Die Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, lagen im Februar 1,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. (red)



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