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MT klarer Hessenderby-Sieger – 29:22 gegen Wetzlar

Johannes Sellin. Foto: Hartung

Kassel/Melsungen. Das Hessenderby geriet zu einer ziemlich einseitigen Angelegenheit. Mit 29:22 (15:11) ließ die MT Melsungen der HSG Wetzlar vor 4.300 Zuschauern in der wieder bis auf den letzten Platz gefüllten Kasseler Rothenbach-Halle nie eine Chance, auch nur in die Nähe eines zählbaren Erfolges zu kommen. Die Revanche für die Niederlage der Hinrunde gelang den Bartenwetzern auf beeindruckende Art und Weise. Eine bärenstarke Abwehr, die vor der Pause kaum etwas zu Johan Sjöstrand durchließ, wurde nach dem Seitenwechsel vom Schweden kräftig unterstützt.

Der HSG gelangen über die gesamte Spielzeit nur 15 Tore aus dem Feld, den Rest steuerte vom Siebenmeterstrich Maximilian Holst (9/7 Tore) als erfolgreichster Gästespieler bei. Für die MT Melsungen traf wie schon in Lemgo Europameister Johannes Sellin (11/3) am besten.

Die besondere Bedeutung der Partie wurde schon in den ersten Spielzügen deutlich. Kaum eine Ballannahme auf beiden Seiten, die nicht von Körperkontakt begleitet gewesen wäre. Patrik Fahlgren musste fast bis auf den rechten Flügel ausweichen, um von dort Andreas Wolff per Heber zur Führung der Hausherren zu überwinden. Wetzlar kam dagegen gar nicht erst durch bis zu Johan Sjöstrand, sondern scheiterte gleich zweimal bereits am aufmerksamen Abwehrblock der MT. Vorlagen, die Philipp und auch Michael Müller nicht nutzen konnten. Beide scheiterten aus der Distanz ebenso am Gebälk wie auf der Gegenseite Maximilian Holst beim Tempogegenstoß. Erst vom Siebenmeterpunkt aus schaffte es Holst schließlich, Sjöstrand erstmals zu überwinden. Da waren allerdings schon sechs Minuten gespielt.

Tore blieben weiter Mangelware in dem intensiven Schlagabtausch. Momir Rnic traf zur nächsten Führung, erneut brauchte es einen Holst-Siebenmeter zum Ausgleich. Ehe schließlich Joao Ferraz mit dem ersten Feldtreffer der HSG auch gleichzeitig die erste und auch gleichzeitig einzige Gästeführung gelang (11.). Die jedoch nicht lange Bestand hatte, weil Johannes Sellin seine Lemgo-Form auspackte und mit einem lupenreinen Hattrick dreimal hintereinander zum 5:3 einnetzte. Sein vierter Erfolg zum 7:4 bedeutete nach etwas mehr als 15 Minuten die erste Auszeit der Partie, genommen von Kai Wandschneider. Ohne direkt spürbare Folgen, denn den nächsten Wetzlarer Ballverlust konnte Andreas Wolff gegen Jeffrey Boomhouwer noch ausbügeln, Sellin zum Fünften sorgte dann allerdings doch für das 8:4 (17.).

Melsungen wirkte in allen Belangen wacher. So auch, als Rnic an Wolff scheiterte, Patrik Fahlgren aber nachsetzte und das Leder zu Marino Maric schubste, der auf 10:5 ausbauen konnte. Die Mittelhessen blieben zwar dran, brauchten dazu aber Einzelaktionen. Vladan  Lipovina traf nach gewonnenem Zweikampf, Holst wieder einmal vom Siebenmeterstrich und Florian Laudt, nachdem er sich über Halblinks durchgetankt hatte. Viel Kräfte zehrender Aufwand, dem die Melsunger spielerisch begegneten, ihre Chancen aber allzu oft durch Nachlässigkeiten oder unpräzise Anspiele ungenutzt ließen. Zuverlässig blieb jedoch Sellin, dessen siebter Streich in Überzahl – Evars Klesniks saß eine Strafe ab – sowie gleich folgend Nummer acht und neun jeweils durch Gegenstöße  einen scheinbar beruhigenden 15:9-Vorsprung zur Folge hatten. Der dann durch die schon vorher aufgetretenen Unkonzentriertheiten zur Pause hin wieder schrumpfte.

Die stabile Deckung der Melsunger blieb für Wetzlar weiter eine fast undurchdringliche Mauer. Drei Ballgewinne in Folge verwerteten Philipp Müller und Johannes Sellin (2) binnen zweieinhalb Minuten zum 18:11. Wieder war es Holst erst per Strafwurf, der das erste Zählbare für die Gäste auf die Anzeigetafel brachte. Ehe Marino Maric unter Beweis stellte, dass er zum Kreisläufer der Extraklasse gereift ist: hart bedrängt von zwei Gegnern wechselte er das Spielgerät kurz entschlossen in die linke Hand und überwand so den verdutzten Andreas Wolff zum 19:12 (35.).

Mit einem gehaltenen Siebenmeter von Sjöstrand gegen Holst leitete die MT die frühe Vorentscheidung ein. Maric düpierte gleich zweimal sehne Gegenspieler am Kreis und stellte auf 22:14, ehe er sich für zwei Minuten auf die Strafbank verabschiedete. Doch auch die Unterzahl konnte  den Tabellenvierten nicht aus dem Konzept bringen. Dank Sjöstrand, der spektakulär gegen Joao Ferraz parierte, blieb die Unterzahl ohne Folgen. Und auch Sellins erster Fehlwurf des Tages, als er per Strafwurf an Wolff scheiterte, wandelte Jeffrey Boomhouwer durch seine schnelle Reaktion noch zum Erfolg und verwertete den Abpraller genauso wie den nachfolgenden Angriff zum 24:15 (46.).

Kai Wandschneider versuchte es mit der Einwechslung von Nikolai Weber an Stelle des sicher nicht schlechten, aber zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassenen Andreas Wolff. Doch für eine Wende war es längst zu spät. Dafür dominierte die nordhessische Deckung den mittelhessischen Angriff zu deutlich, und vorn gelangen auch Kabinettstücke wie ein Dreher von Momir Rnic nach klasse Zuspiel von Maric, der auch selbst hätte abschließen können, oder der freche Aufsetzer aus zehn Metern von Jan Forstbauer (27:17, 53.). Am Ende durften die Gäste noch froh sein, dass Michael Roth munter durchwechselte, der Spielfluss dabei etwas verloren ging und so noch Ergebniskosmetik möglich war statt vollends unterzugehen. Der letzte Treffer der MT blieb Momir Rnic vorbehalten, dessen Geschoss aus zwölf Metern Weber gar nicht gesehen haben dürfte. Sinnbildlich für eine HSG Wetzlar, die an diesem Tag zu keinem Zeitpunkt einen Blick auf mögliche Punkte in Kassel haben durfte. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Ich bin nicht nur sehr zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben, sondern vor allem über die Art und Weise des Sieges. Anfangs haben wir noch Nervosität gezeigt und ein paar Bälle liegen gelassen. Aber entscheidend war, dass wir eine gute Abwehr stellen konnten. Felix Danner drohte uns auszufallen aber es war wichtig, dass er doch dabei sein konnte. Unser längstes Video-Studium bisher hat sich gelohnt. Wir wollten hinten verdichten für die Wetzlarer Angreifer und haben das fast perfekt gelöst. Deshalb konnten wir uns zur Pause etwas absetzen. Durch ein paar frühe Tore nach dem Seitenwechsel war das Spiel dann schnell entschieden. Vielleicht war das damit kein Derby, wie man es sich im Sinne der Spannung erhofft hatte, aber so war es mir auch ganz recht.

Kai Wandschneider: Glückwunsch an die MT zum Sieg im Derby. Wir sind nicht gut reingekommen, haben die erste Viertelstunde fast nur hinterhergeguckt und Glück gehabt, dass Melsungen mehrmals nur Pfosten und Latte getroffen hat. Es ist uns nicht gelungen, gegen die defensiv stehende 6:0-Deckung gute Wurfmöglichkeiten herauszuarbeiten. Eigentlich hatten wir vor, diszipliniert die Angriffe bis an den Rand der Passivität zu spielen und nicht in Gegenstöße zu laufen. Dann haben wir aber zu früh abgeschlossen und auch kein gutes Rückzugsverhalten gehabt. Nach der Pause haben wir dann ein paar Bälle weggeworfen. Es war heute das erste Mal, dass ich in der 48. Minute eine Auszeit genommen und als Ziel ausgegeben habe, nicht zweistellig zu verlieren. Über die Niederlage bin ich nicht böse, weil sie und jetzt jede Menge Anschauungsmaterial liefert, was wir künftig besser machen können. Die MT hat uns heute unsere Grenzen klar aufgezeigt.

Statistik

MT Melsungen: Sjöstrand (14 Paraden / 15 Gegentore), Villadsen (1 P. / 7 G.); Maric (5), Sellin (11/3), Golla, Fahlgren (2), Forstbauer (1), Hildebrand, Danner, P. Müller (2), Boomhouwer (5), Rnic (3), Schneider, Allendorf, Vuckovic, M. Müller

HSG Wetzlar: Wolff (7 P. / 24 G.), Weber (3 P. / 5 G.); Prieto, Lipovina (3), Rompf, Ferraz (1), Weber, Laudt (1), Holst (9/7), Fäth (4), Hahn, Bliznac (1), Joli, Klesniks (1), Kohlbacher (1), Mirkulovski (1)

Schiedsrichter: Andreas Pritschow (Leinfelden) / Marcus Pritschow (Echterdingen)

Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten (Schneider 35:26 56:15, Maric 41:01 – Klesniks 24:35, Laudt 34:37, Hahn 43:24, Fäth 54:03)

Strafwürfe: 4/3 – 8/7 (Holst scheitert an Sjöstrand 35:26, Sellin scheitert an Wolff 43:28)

Zuschauer: 4.300 in der Rothenbach-Halle, Kassel (ausverkauft).



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