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MT gegen Rhein-Neckar Löwen: Das vierte Saisonduell

Michael Allendorf ist nach seiner Verletzungspause möglicherweise schon wieder einsatzbereit. Foto: HartungMelsungen. Im November das Bundesliga-Hinspiel, im Dezember das Pokalmatch, im Februar das Pokalwiederholungsspiel und im März das Liga-Rückspiel. Nun also steht bereits das vierte Duell in dieser Saison zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen an! Und das ist gleichzeitig das Top-Spiel des 24. Spieltages der DKB Handball-Bundesliga: Der Tabellenzweite empfängt den Tabellenvierten. Anwurf am Donnerstag in der Mannheimer SAP-Arena ist um 20.15 Uhr. Von diesem Knüller berichtet Sport1 live.

Wer innerhalb von fünf Monaten viermal gegeneinander spielt, dürfte sich ziemlich gut kennen und damit auch einschätzen können. Insofern darf man gespannt sein, ob die beiden Trainer Michael Roth und Nikolaj Jacobsen ihre Taktiken aus den bisherigen Vergleichen beibehalten, oder ob sie dem jeweils anderen Überraschungsmomente präsentieren werden.

Die Nordhessen werden dies ganz sicher tun, gezwungenermaßen. Denn mit dem verletzten Johan Sjöstrand (Haarriss im Handwurzelbereich) fällt definitiv ein wichtiger Eckpfeiler aus. Insofern werden sich die Löwen-Angreifer mit René Villadsen einem Keeper anderen Typs gegenüber sehen. Der Däne hat aufgrund der bisher überragenden Leistungen von Sjöstrand zwar nur wenig Spielanteile erhalten, ist aber jeweils im Training hochmotiviert bei der Sache und zeigt, dass er jederzeit für den „Ernstfall“ bereit ist. „René genießt unser absolutes Vertrauen. Ich bin davon überzeugt, dass er jetzt zeigen will, warum wir ihn geholt haben“, sagt Michael Roth. Dessen Co-Trainer Mile Malesevic hat sich in dieser Woche übrigens in diversen Sondereinheiten intensiv mit René Villadsen und den zur Nummer 2 aufgerückten Youngster Maurice Paske beschäftigt.

„Es ist natürlich sehr schade und auch eine Schwächung unserer Defensive, wenn Johan, der aktuell als bester Torhüter der Liga gilt, nicht dabei ist. Andererseits kann es ja auch ein Vorteil für uns sein, wenn die gegnerischen Spieler unseren Keepr nicht so genau kennen“, mutmaßt Michael Müller. „Wir müssen jetzt einfach noch aufmerksamer in der Abwehr sein und René im Tor entsprechend unterstützen“, sieht der MT-Kapitän alle Spieler, die vor der Sechsmeterlinie agieren, besonders in der Pflicht.

Um die Löwen noch mehr in Bedrängnis zu bringen als in den Pokalspielen und gegebenenfalls sogar gegen sie  zu punkten, sind nach Ansicht des Linkshänders aber noch weitere Bedingungen zu erfüllen: „Wir müssen unser Angriffsspiel breiter anlegen und vor allem unsere Torgelegenheiten nutzen. Das ist uns zuletzt nicht ganz gelungen. Wichtig wird auch sein, dem Gegner möglichst lange auf den Fersen zu bleiben. Ich denke, eine Chance haben wir auf jeden Fall – auch, weil wir viel weniger unter Druck stehen, als die Löwen.“

Eventuell wieder mitmischen kann am Donnerstag Michael Allendorf nach überstandener Hüftproblematik. Der MT-Linksaussen hatte beim Hessenderby bereits das Warm Up vor dem Spiel absolviert, war dann aber vorsichtshalber auf der Bank geblieben. Auch deshalb, weil sich sein Positionskollege Jeffrey Boomhouwer in glänzender Form präsentierte.

Mit der vollen Ausbeute von sechs Punkten in den drei Bundesligaspielen im neuen Jahr (Berlin, Lemgo, Wetzlar) verfügen die Nordhessen auf alle Fälle über das nötige Selbstvertrauen für das Kräftemessen mit einem der diesjährigen Titelkandidaten. Wobei der in den letzten Wochen auch nur bedingt überzeugt hat. Das Spiel der Löwen ist stark von der Genialität eines Andy Schmid abhängig. Wenn der Regisseur gut drauf ist, dann flutscht es vorne. Er ist torgefährlich und setzt seine Nebenleute stets gut in Szene. Das gilt vor allem im Zusammenspiel mit den Kreisläufern. Apropos: Baena Gonzalez hat der MT-Abwehr im Pokalspiel einige Rätsel aufgegeben. Ist der 130-Kilo-Mann erst einmal in Ballbesitz, droht entweder Tor oder Siebenmeter.

Auf der anderen Seite muss sich die MT im Angriff einiges gegen das Löwen-Bollwerk einfallen lassen. Das arbeitet übrigens noch etwas effektiver als das der MT. Pro Spiel haben die Gelbhemden bislang durchschnittlich 22,4 Treffer kassiert., die MT 25. Auch dort zählt der Mann zwischen den Pfosten zu den potentiellen Sieggaranten. So hat Mikael Appelgren im Pokalspiel die entscheidenden Würfe seiner ehemaligen Mannschaftskameraden abgewehrt und war damit einer der Väter des Löwen-Sieges.

„Die müssen, wir wollen“, bringt Michael Roth die Ausgangslage vor dem Knüller auf den Punkt. Insofern hat sich gegenüber dem Pokalspiel nichts geändert. Und die Hoffnung auf eine Überraschung bleibt bestehen. Dass die Nordhessen gegen die Löwen dazu in der Lage sind, haben sie bekanntlich im Hinspiel bewiesen. Im November schlugen Müller & Co. in Kassel den Favoriten mit 25:23.

Schiedsrichter in Mannheim:
Robert Schulze / Tobias Tönnies (Magdeburg); DHB-Spielaufsicht: Manfred Prause.

Bisherige Bundesligavergleiche:
21 Spiele, 3 Siege MT, 17 Siege RNL, 1 Remis; letzter Liga-Vergleich: MT – RNL 25:23 (21.11.15).

Live-Berichterstattung: Ab 20.10 überträgt Sport1 das Spiel im Free-TV. Natürlich wird auch wieder kräftig vom Spiel getwittert. Das übernimmt am Donnerstag MT-Fanreporterin Antje auf https://twitter.com/mt_fanreporter. (Bernd Kaiser)