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Vorzeitiger Quali-Traum der mJSG geplatzt

Bittere Niederlage beim BHC

Florian Weiss im Anflug auf das BHC-Gehäuse. Im Hintergrund bangen Johannes Golla (8) und Felix Kerst (22). Foto: MT-Trommler, nhSolingen/Melsungen. Die Klingenstadt war für die Jugendbundesliga-Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen keine Reise wert. Mit 24:34 (15:19) unterlagen die Nordhessen dem Bergischen HC und verspielten damit nicht nur die vorzeitige Qualifikation zur höchsten deutschen Spielklasse für nächste Saison, sondern gaben auch die Chance her, diesen Schritt noch selbst in der Hand zu haben. Denn jetzt hilft nur noch eine Niederlage der Bergischen entweder beim Nachholspiel in Essen am Mittwoch oder in Villigst-Ergste am kommenden Sonntag sowie ein eigener Sieg gegen Ferndorf.

Dabei war alles bereitet für den angestrebten Triumph. Etwa 80 mitgereiste Anhänger – Eltern, Freunde, A2-Jugend, MT-Trommler und die Dance-Devils – machten die Partie zum Heimspiel, und der MT-Nachwuchs dankte die formidable Unterstützung von den Rängen mit einer sauberen taktischen Einstellung und einer ebenso lockeren wie scheinbar beruhigenden 7:3-Führung (9.). Die war nach 12 Minuten und Jan Grollas Tor zum 9:6 leicht geschrumpft, aber spielerisch souverän untermauert. Multitalent Magnus Rulff, diesmal als Linksaußen aufgeboten, und Dimitri Ignatow lösten wie Mike Gerhold immer wieder zum Kreis hin auf, unterstützten dort Johannes Golla und zwangen dadurch die sonst sehr offensiv ausgerichtete BHC-Deckung zum Rückzug. „Zu dem Zeitpunkt dachte ich schon, dass das nichts wird mit uns an diesem Nachmittag. Bis dahin hatten wir auch überhaupt noch keinen Torhüter. Von zehn Angriffen hatten wir neun drin“, gab BHC-Trainer Dr. Julian Bauer freimütig zu.

Wurde dann aber von seiner Mannschaft eines Besseren belehrt. Die stellte sich besser auf das dieses verstärkte Kreisspiel ein, nutzten aufkommende Melsunger Flüchtigkeitsfehler gnadenlos aus und holten sich mit sechs Treffern am Stück selbst einen Vorsprung. Begünstigt davon, dass sich immer wieder MT-Abwehrspieler aus der kompakten 6:0-Formation locken ließen. Die entstehenden Löcher nutzten mit Dorian Wöstmann und dem ganz starken Dominik Jung vornehmlich die Außen. Die mussten gar nicht spielerisch glänzen dabei. Es genügte einfach die Geduld zu warten, bis sich irgendwo eine Lücke auftat. Die wurde dann ohne großes Zögern genutzt. „Unsere Ansätze waren gut. Wir haben es nur einfach nicht konsequent durchgespielt“, ärgerte sich Trainer Philip Julius über die verloren gegangene Linie. Dazu kam, dass vor dem Seitenwechsel weder Jannik Lengemann noch der zwischenzeitlich eingewechselte Marian Mügge aus dem Tor heraus helfen konnte.

Das änderte sich nach der Pause. Die Linie war wieder da, der Rückwechsel auf Lengemann zahlte sich aus. Als Florian Weiß sich einen Ball aus dem Aufbau der Bergischen heraus stahl und das 20:19 machte sowie Jannik Lengemann im Anschluss glänzend gegen Gipperich parierte, hatte Johannes Golla die große Chance zum Ausgleich. „Das wäre es dann vielleicht gewesen, da war Melsungen emotional obenauf“, maß auch Bauer später dieser Szene entscheidende Bedeutung zu. Doch Golla scheiterte frei an BHC-Keeper Robert Franz, dessen Kollegen schnell zwei Treffer nachlegten (22:19, 39.). „Wir hatten uns vorgenommen, sehr ruhig zu spielen und aufzubauen. Aber vielleicht hätten wir eben diese Emotionen nutzen müssen. Viele Teams brechen nach so einer Aufholjagd des Gegners dann ein, aber dazu konnten wir den BHC leider nicht bringen“, haderte Philip Julius mit der geübten Zurückhaltung. Ein Nackenschlag mitten in der so vielversprechenden Aufwindphase, von dem sich die mJSG nicht mehr erholte und zum Ende hin sogar förmlich in sich zusammenbrach.

„Es ist, gerade auswärts, immer nur die eine Sache, nach einem Rückstand wieder ranzukommen. Dann aber zuzuschlagen, in Führung zu gehen und die Partie damit wieder umzudrehen eine ganz andere. Das haben wir heute eben nicht geschafft“, versuchte Julius‘ Trainerkollege Sead Kurtagic die spielentscheidenden Momente zu erklären. Und Julian Bauer freute sich, dass seine Mannen „gewackelt, aber dann in der entscheidenden Phase die wichtigen Tore gemacht“ hatten.

Der Rest war Formsache, die aus Melsunger Sicht zur Bestrafung geriet. Nichts klappte mehr und das Resultat nahm Formen an, die in dieser Deutlichkeit nicht hätten sein müssen. Bis zum 32:21 (55.) vermochte allein Felix Kerst zweimal den zu großer Form auflaufenden Robert Franz zu überwinden. Was in eine deprimierende Klatsche mündete, die alle kommenden Bundesliga-Träume erst einmal in den Hintergrund drängt. Indes: „Dieses Spiel haben wir heute verdient gegen einen in allen Bereichen stärkeren Gegner verloren, den sechsten Platz aber schon früher mit unseren Niederlagen in Düsseldorf und Nettelstedt“, bilanzierte Julius nachdenklich.

mJSG: Lengemann (13 Paraden / 27 Gegentore), Mügge (2 P. / 7 G.); Rudolph, Gerhold, Fischer, Golla 5, Rulff 1, Ludwig, Gockell, Ignatow 7/1, Kerst 3/2, Weiß 3, Hartung, Grolla 5.

BHC: Franz (19 P. / 24 G.); Korbmacher 1, Gipperich 3/1, Weisz 5, Jung 5, Wöstmann 6, Wolf, Tobae 5, Barwitzki 6/4, Hermann, Sielmann 1, Berns, Worm 2.

SR: Schaban/Westphal (Berlin)

Z: 170 – Strafen: 6:12 Minuten – 7m: 7/5:4/3.

(Bernd Kaiser)




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