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MT-Initiative ballstars begeistert Schulkinder

r. Andreas Albert, Philip Julius, (beide Institut f. Sport u. Sportwissenschaft, Uni Kassel), Dr. Gerhard König (Geschäftsführer Wingas), Axel Geerken (Vorstand MT Melsungen) und Prof. Dr. Volker Scheid (Institut f. Sport u. Sportwissenschaft, Uni Kassel) (v.l.). Foto: Uwe ZucchiKassel/Melsungen. Ansätze, Ideen und Konzepte, um Jugendliche weg von Verlockungen wie Fernsehern, Computern und Konsolen wieder zu mehr Bewegung und hin zum Sport zu bekommen, gibt es viele. Ein ganz besonderes Konzept jedoch hat jetzt die MT Melsungen gemeinsam mit dem in Kassel ansässigen Unternehmen Wingas und in enger Kooperation mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel ins Leben gerufen: die „ballstars“. Als weitere namhafte Partner sind Sportartikelhersteller Salming sowie als lokaler Unterstützer Intersport Vockeroth Melsungen mit an Bord. Die Auftaktveranstaltung fand am Freitag in den Räumlichkeiten des Instituts statt.

Das Konzept der „ballstars“ setzt noch eine Stufe früher an als es fast alle anderen Projekte tun, nämlich bereits bei Kindern im Grundschulalter. „Wir wollen ohne Ausnahme alle sportinteressierten Kinder ansprechen und dabei nicht den Anspruch haben, Talentsichtung zu betreiben. Es geht nicht ausschließlich um den Handball, sondern allgemein um die bewegungsverwandten Ballsportarten, Handball, Fußball und Basketball“, sagt Philip Julius. Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Kassel Mitinitiator und Leiter des Projektes „ballstars“, das im Fachbereich Erziehung und Unterricht unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Scheid angesiedelt ist.

Die Idee zu dieser Form der Frühförderung entstand in Zusammenarbeit mit Axel Renner, dem Jugendkoordinator der MT Melsungen. Gemeinsam mit Julius, der innerhalb des Vereins als Jugendtrainer erfolgreich arbeitet, suchte er Möglichkeiten, Zugang zu den Jüngsten der Gesellschaft dort zu finden, wo die ihren Bildungsmittelpunkt haben: in der Grundschule. Ein passendes Konzept für die Mittelstufe war bereits vorhanden und ließ sich auf die jüngeren Jahrgänge projizieren. Ohne Überzeugungsarbeit leiste zu müssen, wurde mit Wingas ein namhaftes Unternehmen als Partner gefunden: “Wir wollen ein Stück weit zurückgeben, was wir als internationales, in Kassel ansässiges Unternehmen hier bekommen und gleichzeitig dazu beitragen, unsere Region attraktiver zu machen. Da ist dieses Projekt ein echter Treffer ins Schwarze. Denn Kinder stehen im Mittelpunkt und sind die Zukunft unserer Gesellschaft“, sagt Wingas-Geschäftsführer Dr. Gerhard König.

Ein Anliegen, das auch die Melsunger Handballer haben. „Die MT stand lange in dem Ruf, wenig für den Nachwuchs zu tun. Aber das hat sich grundlegend geändert. Wir haben uns vor gut drei Jahren dieses Themas angenommen, speziell zu diesem Bereich die Stelle eines Jugendkoordinators eingerichtet und können nun auch schon einiges an Erfahrung einbringen“, unterstreicht MT-Vorstand Axel Geerken die Ernsthaftigkeit, mit der die Melsunger Handballer hinter diesem Projekt stehen. Der eigene Nutzen ist dabei zwar vorhanden, jedoch klar nachgeordnet, weil sich die Konzeption der „ballstars“ nicht auf den Handball fokussiert. „Es geht in erster Linie darum, Kinder erst einmal überhaupt in Bewegung zu bringen und für den in Gemeinschaft ausgeübten Ballsport im Allgemeinen zu interessieren. In welche Sportart dieser Weg dann gegebenenfalls mündet, ist davon unberührt“, sagt Geerken.

In aktuell fünf Grundschulen der Region ist das Projekt im vergangenen Herbst angelaufen. In einem Qualifizierungssemester speziell vorbereitete Sportstudierende übernehmen, angeschlossen an das schulische Bildungsprogramm, allerdings außerhalb des Pflichtstundenplanes, wöchentliche Sporteinheiten, zu denen sich die Kinder freiwillig melden können. Mit überwältigendem Erfolg. Im Guxhagen beispielsweise kamen über die Schulanfänger im vergangenen Spätsommer 27 Kinder zusammen, die seither mit wenigen Ausnahmen als Projektgruppe zusammen geblieben sind. „Kinder und Sport, das gehört einfach zusammen. Wir schätzen dieses qualifizierte Angebot, das ergänzend zum Schulsport läuft“, sagt Thomas Sünder, der als Sportlehrer an der Grundschule Guxhagen arbeitet und dort die Koordination übernommen hat. Insgesamt werden im Rahmen der „ballstars“ an den fünf Grundschulen in zehn jahrgangsübergreifenden Gruppen (je zwei Grundschuljahre werden zusammengefasst) rund 250 Kinder betreut und in ihrer Bewegungsentwicklung gefördert.

Bestätigt vom Erfolg dieses Projektes, das aus Gründen der Kontinuität und Planbarkeit vor allem für die beteiligten Schulen auf zunächst mindestens vier Jahre ausgelegt ist, sollen noch weitere Grundschulen hinzukommen. „Aber wir wollen Qualität, nicht Quantität“, sagt Julius. Und meint damit, dass man auf geordnete Strukturen setzen wird. Natürlich muss das Interesse der Schule und der Kinder vorhanden sein. Jedoch auch eine Möglichkeit, das geweckte Interesse über die Schule hinaus dann in die Hand ansässiger Vereine übergeben zu können. Kosten für die Schulen entstehen bei der Teilnahme an den „ballstars“ nicht, denn die werden über die Partnerschaft von Uni Kassel, MT Melsungen und Wingas sowie Salming und Intersport Vockeroth Melsungen getragen. Was nicht ausschließt, dass sich weitere Förderer in dieses zukunftsträchtige Projekt einklinken können. (Bernd Kaiser)



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