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600-Meter-Rekorde durch Olson und Schulz

Die neuen Rekordhalter Lynn Oslon und Christian Schulz. Foto: nhErbach/Melsungen. Mit glänzenden Ergebnissen warteten die Melsunger Leichtathleten bei den Landesmeisterschaften auf der Langstrecke in Erbach (Odenwald) auf. Allerdings drückten Temperaturen um fünf Grad und regnerisches Wetter erheblich auf die Leistungen und schafften somit für die Läufer keine günstigen Wettkampfbedingungen. Die besten Leistungen aus heimischer Sicht wurden auf der selten gelaufenen 600-Meter-Strecke erzielt, die als Rahmenwettbewerb in die Bahnmeisterschaften des Jahres 2016 integriert waren. Lynn Olson und Christian Schulz stellten neue Jugendrekorde für den Schwalm-Eder-Kreis auf.

Christian Schulz hatte sich gut auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Dass der Röhrenfurther für die Mittelstrecke den erforderlichen Schneid und Mut mitbringt, hatte er im Vorjahr schon bewiesen, als er bei den 800-Meter-Landesmeisterschaften die Schlussrunde unter 60 Sekunden zurücklegte und mit 2:00,63 Minuten die gesamte Konkurrenz als Vierter überraschte.

„Das eiskalte Wetter, dazu die kalte Dusche von oben und ein störender Wind machten meine Hoffnung auf eine 600m-Zeit unter 90 Sekunden bereits beim Aufwärmen fast zunichte“, sagte er nach dem großartigen Rennen, in dem er den sechs Jahre älteren Benjamin Becker zumindest auf der ersten Runde ein atemberaubendes Rennen bot. Der Wiesbadener lief im Vorjahr die 400 Meter immerhin unter 50 Sekunden und sicherte sich bei den Landesmeisterschaften über 800 Meter mit 1:52 Minuten die Vizemeisterschaft bei den Männern.

Bei dieser eisigen Kälte halfen nur warme Decken. Foto: nhDie Melsunger Mittelstrecken-Hoffnung startete vor Benjamin Becker auf Bahn zwei und bot auf dem ersten Drittel des Rennens dem Läufer aus der Landeshauptstadt Paroli, denn beide legten die ersten 200 Meter unter 27,5 Sekunden zurück. Nach der ersten Runde, die Schulz in 56,4 Sekunden passiert hatte, konnte Becker seinen kleinen Vorsprung vergrößern und erreichte nach 1:25,17 Minuten als Erster das Ziel. Als Christian Schulz auf die Zielgerade einbog hatte er nur drei Meter Rückstand auf den Führenden. Aber auf den letzten 100 Metern zeigte Christian Ermüdungserscheinungen. Dennoch war er immer noch auf einem guten Weg, das Rennen deutlich unter 1:30 Minuten zu beenden. Mit einem tollen Einsatz kämpfte er sich mit letzter Kraft über die Ziellinie. Als er seine großartige Zeit von 1:27,61 Minute erfuhr, packte er sich an den Kopf, als wollte er damit ausdrücken: „Das ist doch nicht möglich – was war denn das?“ Er wollte unter 1:30 Minuten laufen und hatte beim Aufwärmen dieses Vorhaben wegen der katastrophalen Witterungsbedingungen schon fast aufgegeben. Doch während des Rennens konnte er alles ausblenden, was der neue Rekord für den Schwalm-Eder-Kreis belegt. Mit dieser Zeit signalisierte der Jugendliche, dass er vor einer großen Saison zu stehen scheint.

„Mit dem ersten Test auf der Mittelstrecke bin ich mehr als zufrieden. Ich glaube, dass ich in den nächsten Wochen die 400 Meter unter 52 Sekunden laufen werde und bei den Landesmeisterschaften die beiden Stadionrunden unter zwei Minuten zurücklegen kann“, sagte er selbstbewusst nach dem starken Rennen indem er einen vorzüglichen Eindruck hinterließ.

Auch Lynn Olson erfüllte zur Freude ihres Trainers die in sie gesetzten Erwartungen und verbesserte die Methusalem-Kreisrekorde auf der selten gelaufenen 600-Meter-Strecke im Jugendbereich. Vor mehr als einem halben Jahrhundert lief beim Pfingstsportfest am 5. Juni 1965 n Großenritte die damals 16-jährige Heidrun Lies aus Guxhagen die 600 Meter in 1:55,5 Minuten. Dieser uralt Kreisrekord für die U18 stand bis zum Wochenende. Auch die Bestleistung für die U20, die zwei Jahre vorher Ulrike Parschau (MT Melsungen) mit 1:53,9 Minuten ebenfalls auf der Langenkampfbahn in Großenritte aufgestellt hatte, wurde von Lynn Olson am Wochenende geknackt. Die 15-Jährige teilte sich ihr Rennen exzellent ein und lief trotz eisiger Kälte alle drei 200-Meter-Abschnitte gleichmäßig wie ein Uhrwerk in jeweils 36 Sekunden, so dass sie das elektronische Zielband nach 1:48,62 Minuten durchbrach. „Ich wollte nicht so schnell anlaufen, um auch auf der Zielgeraden noch das erforderliche Stehvermögen zu haben,“ sagte Lynn, die im Vorjahr bei ihrem schnellsten 800m-Lauf die erste Runde in 67 Sekunden anlief und für die letzten 100 Meter fast keine Energie und Kraft mehr hatte, um das Ziel zu erreichen. In Erbach demonstrierte sie ein gutes Stehvermögen und wartete mit einem beachtlichen Saisonauftakt auf, der einiges erwarten lässt.

Lorenz Funck (82) lag nach 3000 Metern noch im Spitzenfeld. Foto: nhBei den Landesmeisterschaften auf der Langstrecke im Jugendbereich waren die Ausdauerspezialisten des SSC Hanau-Rodenbach die dominierenden Erscheinungen. Während sich über 5000 Meterin der U20 Lukas Abele mit einem lang gezogenen Endspurt mit 15:33,78 Minuten souverän vor Sabbona Abdulkadir (LG Eder, 15:39,76) durchsetzen konnten, erteilten die Nachwuchsläufer Julius Hild (9:07,31), Jakob Thömig (9:12,63) Marius Abele (9:13,08) ihrer Konkurrenz eine Lektion und machten die Medaillen in der U18 über 3000 Meter unter sich aus. Auch den vierten Platz belegte mit Jonas Rapp (9:24,54 Min.) ein weiterer Läufer aus Hanau-Rodenbach.

Lorenz Funck wollte nach Möglichkeit im Finale der U20 unter die ersten Acht kommen, auf keinen Fall aber schlechter als ein TOP-TEN-Platz belegen. Trainer Wagner hatte eine Marschtabelle vorbereitet, die auf eine Endzeit um 16:15 Minuten hinauslief. Lorenz sollte dafür die fünf 1000m-Abschnitte jeweils in 3:15 Minuten zurücklegen. Das Renntempo, das die Spitze vorlegte, kam den Jugendlichen aus Obermelsungen entgegen, so dass er für die ersten 1000 Meter mit 3:14 Minuten gestoppt wurde. Die 3000 Meter passierte Funck, immer noch in der Spitzengruppe laufend, nach 9:42 Minuten und war somit um drei Sekunden schneller als der vorgesehene Zeitplan. In der neunten Runde musste er allerdings abreißen lassen und einsehen, dass Sabbona Abdulkadir, Lukas Abele, Sebastian Buschbeck (Bad Homburg) und Mohamed Bassou (Wiesbaden) an diesem Tag mehr drauf hatten. Dieses Quartett verschärfte das Tempo, so dass auch Jonas Uster (LG Odenwald), Lorenz Rau (Fulda) und Marius-Christopher Welte (Frankfurt) nicht mehr mithalten konnten.

Auch diesem Trio konnte der Melsunger Langlaufspezialist nicht mehr folgen und passierte die 4000m-Zwischenmarke nach 13:05 Minuten, womit er sieben Sekunden langsamer als ursprünglich geplant war. Die letzten 1000 Meter legte er in 3:18 Minuten zurück, so dass er sein Ziel als Achter erreichte. Aber mit seiner Zeit von 16:23,10 Minuten war er nicht ganz zufrieden. Er hatte sich nach seinem Trainingslager mit dem Kaderathleten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes mehr versprochen.

Marvin Knaust (83) überzeugte im 3000-Meter-Lauf der U18. Foto: nhIn der U18 überzeugte Marvin Knaust auch dieses Mal wieder. Allerdings lief er die ersten 1000 Meter wie eine Woche vorher in Uslar mit in 3:17 Minuten wieder acht Sekunden schneller als vorgesehen an. Nach der Hälfte der Strecke wurden für ihn 5:04 Minuten notiert – in Uslar waren es 5:06 – aber dieses Mal verlor er auf dem zweiten Teil des Rennens nicht mehr so viel an Zeit. Nachdem der 15-Jährige in Uslar seine Vorjahresbestzeit von 10:54 Minuten auf 10:28,8 beträchtlich steigern konnte, sollte er in Erbach noch einmal zehn Sekunden schneller laufen. Aber dieses Vorhaben war bei der Kälte und dem Nieselregen kein leichtes Unterfangen. Marvin Knaust hatte nach fünf Runden 6:49 Minuten vorzuweisen und somit noch eine Sekunde Guthaben auf seinem Konto. Allerdings fehlte ihm wegen des zu schnellen Tempos zu Beginn des Rennens die Kraft, so dass er den letzten Kilometer nur noch in 3:31 Minuten zurücklegen konnte und auf eine Endzeit von 10:20.05 Minuten kam, was am Ende Rang 16 bedeutete.

Für den Anfang bin ich unter diesen Bedingungen recht zufrieden, sagte Trainer Alwin J. Wagner, für den sich die Leistungen seiner Schützlinge bei näherem Hinsehen als vielversprechend entpuppten. Den nächsten Leistungsschub wird es im Mai geben, ist er sich sicher. (ajw)



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