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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

„CQ Contest“ – 24 Stunden UKW-Funkwettbewerb auf dem Hohen Knüll

Erster Funkkontakt: (v.l.n.r.) Claus-Dieter Kopp (DK8WG) und Michael Manns (DL2MI). Foto: Markus NeumannSchwarzenborn. Für vorbeiziehende Wanderer sieht es wie ein Betriebsausflug des Bundesnachrichtendienstes aus, doch dahinter verbirgt sich ein handfester Wettkampf: Vier lizenzierte Funkamateure aus der Region haben sich zusammengefunden, um am 7. Mai 2016 einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang im Zwei-Meter-Amateurfunkband Funkbetrieb zu machen.

Auf dem Gelände der Amateurfunkvereinigung Schwalm-Knüll e.V. auf dem Hohen Knüll herrscht bereits morgens reger Betrieb, um Kabel zu ziehen, Seile zu spannen, Antennen zu verschrauben, Kontakte nachzulöten und einen 16 Meter hohen Alu-Sendemast aus ehemaligen NVA-Beständen aufzubauen. Mehrere Stunden Arbeit sind notwendig, um die gesamte Ausrüstung aufzubauen und abzustimmen.

6 Uhr MESZ „QRG (Sendefrequenz) 144,285 MHz“ - es kann losgehen!. Foto: Markus NeumannMit den beiden darauf montierten Yagi-Richtfunkantennen und einer Sendeleistung von mehr als 750 Watt sollte ein vorderer Rang in der Gesamtwertung des Wettbewerbs ein Leichtes sein. Doch die Konkurrenz ist hart und die Funkausbreitungsbedingungen sind im UKW-Bereich oft mehr als launisch. Während in einem Moment eine Verbindung nach Schottland gelingt, kann es im nächsten Moment gerade noch nach Kassel reichen – trotz professioneller Ausstattung.

Davon lässt sich Michael Manns (DL2MI) aber nicht entmutigen: um Punkt 16 Uhr MESZ beginnt er auf der Frequenz 144,285 MHz mit dem ersten Anruf der teilnehmenden Stationen: „CQ Contest von DA0C“. Claus-Dieter Kopp (DK8WG) sitzt neben ihm, und protokolliert akribisch jeden Funkkontakt: Rufzeichen der Station, Standort und fortlaufender Zähler. Nach kurzer Zeit sind die ersten Verbindungen im Logbuch eingetragen.

„Auferstanden aus Ruinen“: Ex-DDR-NVA-Mast erlebt friedliche Renaissance. Foto: Markus NeumannAus dem Rauschen der Kopfhörer filtert Michael die Stimme eines anderen Operators heraus. Er sitzt mit seinem Team auf der Wasserkuppe und hat aufgrund seiner Position auf Hessens höchstem Berg beste Voraussetzung für Weitverbindungen im 2 Meter-Band. Da sich Funkwellen in diesem Sendebereich grundsätzlich wie Lichtstrahlen ausbreiten, hat derjenige den größten Vorteil, der vom geografisch höchsten Punkt sendet.

Doch auch der Hohe Knüll hat mit über 600 Höhenmetern da einiges zu bieten. So füllt sich auch das  Wettkampf-Logbuch von Michael und Claus beständig. Inzwischen hat die Endstufe, die das Ausgangssignal des Funkgerätes von etwa 100 Watt  auf 750 Watt verstärkt, ihre Betriebstemperatur erreicht. 48 Verbindungen sind bereits abgearbeitet, doch da passiert es: als Michael die Sprechtaste seines Mikrofons drückt, klackert das Schaltrelais der Endstufe kurz – und das war’s dann.

Zwei drehbare Yagi-Richtfunkantennen bringen das Sendesignal „in die Luft“. Foto: Markus NeumannAuf dem Zeigerinstrument, das die Sendeausgangsleistung anzeigen soll, tut sich so gut wie nichts mehr. Die Endstufe hat sich verabschiedet – und das in der ersten Stunde des Wettbewerbs. An eine Fortsetzung ist nicht zu denken. Das Gefühl, das sich breit macht ähnelt ein bisschen dem eines Formel-Eins-Piloten, der kurz nach dem Startsignal in der ersten Kurve in die Bande knallt. Und die Erkenntnis, dass der ganze Aufwand umsonst war, macht die Sache nicht besser.

Michael und Claus greifen zum Handy und bestellen die nächste Schicht ab. Karl (DL5FI) und Frank (DL8ZAW) werden zum Abbau gebraucht, sie verbringen die Nacht- und Morgenstunden nicht vor dem Mikrofon, sondern im eigenen Bett. Um 21 Uhr ist alles verpackt, der letzte Anhänger rollt vom Gelände der Amateurfunkvereinigung Schwalm-Knüll e.V. Beim nächsten Contest im Oktober wird die Technik hoffentlich mitspielen. Das Team der Funkamateure wird auf jeden Fall wieder dabei sein, denn jedem Teilnehmer ist klar: ein Rückschlag ist bestenfalls ein Ansporn, es beim nächsten mal besser zu machen.

Hintergrund
Der „VHF-Mai-Contest“ wird vom Deutschen Amateurradio Club (DARC e.V.) mit Sitz in Baunatal ausgeschrieben. Er findet in der Zeit vom 7. Mai (16 Uhr MESZ) bis 8. Mai 2016 (16 Uhr MESZ) im 2-Meter-Amateufunkband (144 MHz) statt. Teilnehmen können alle lizenzierten Funkamateure. Gewinner ist die Station mit den meisten Funkverbindungen  und die weiteste überbrückte Entfernung innerhalb der vorgegebenen Zeit.

Die Amateurfunkvereinigung Schwalm-Knüll e.V. (AVSK e.V.) ist ein Zusammenschluss regionaler Funkamateure. Sie betreibt das vereinseigene Gelände auf dem Hohen Knüll, das für Contestaktivitäten genutzt wird. Zweck des gemeinnützigen Vereins ist neben der Errichtung und dem Betrieb der Sendeanlagen auch das Heranführen von technisch Interessierten an den Amateurfunk, sowie Kommunikations-Unterstützungsleistungen in Not- und Katastrophenfällen. Ansprechpartner ist der 1. Vorsitzende Ralf Altenbrand (DH1FR) Mail: dh1fr@darc.de. (Markus Neumann)

Weitere Informationen: www.avsk.net



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