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500 Jahre Reformation: So feiert Hessen das Jubiläum

Neuer Flyer „Hessen – Pionierland der Reformation“ folgt den Spuren Martin Luthers

Die Marienkirche in Homberg. Foto: KnuelltouristikNordhessen. Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ in 2017 verspricht ein Weltereignis zu werden. Doch kaum jemand weiß bislang, dass eines der Stammländer der Reformation die Region zwischen Kassel und Marburg ist – die GrimmHeimat NordHessen, die im 16.Jahrhundert das Kerngebiet der alten Landgrafschaft Hessen war. Hier wurde einst Religionsgeschichte geschrieben, denn unter dem mutigen Fürsten Philipp I. von Hessen avancierte die Region zum „Pionierland der Reformation“. So fand die erste evangelische Synode im nordhessischen Homberg (Efze) statt, die Konfirmation wurde in Ziegenhain erfunden und die erste protestantische Universität der Welt gründete man in Marburg.

Mit einer Öffentlichkeitskampagne will die GrimmHeimat NordHessen jetzt auf die spannende Geschichte der Region aufmerksam machen. Als erstes Element dieser Kampagne wurde am Donnerstag in der Kasseler Martinskirche ein achtseitiger Flyer mit dem Titel „Hessen – Pionierland der Reformation“ vorgestellt, in dem sich zahlreiche Orte finden, die auf Martin Luther und die einstige Reformationsbewegung weisen.

Der Flyer zeigt: Das Gebiet des heutigen Nord- und Mittelhessen spielte für die Reformation eine nicht unerhebliche Rolle. Das liegt vor allem an Landgraf Philipp I., genannt der Großmütige. Er war einer der bedeutendsten Landesfürsten seiner Zeit – und einer der politischen Anführer der Reformationsbewegung. Er führte schon früh die Reformation in der Landgrafschaft Hessen ein, enteignete die Klöster und verwendete deren Vermögen dazu, Hospitäler für Arme zu gründen sowie die erste protestantische Hochschule der Welt, die heutige Philipps-Universität in Marburg. Auch die Einführung der Konfirmation geht auf seine Initiative zurück, überdies initiierte er 1529 die Marburger Religionsgespräche, eine bedeutende theologische Versammlung der Reformation, mit der die Einheit der protestantischen Theologen herbeigeführt werden sollte.

In Kassel hatte Philipp I. seinen Regierungssitz und hielt Hof, sein Grabmal befindet sich in der dortigen Martinskirche. „Die Reformation war Nordhessens großer Auftritt in der Weltgeschichte und es gibt noch heute viele Orte, die daran erinnern. Wir wollen diese Orte jetzt als steinerne Zeugen einer spannenden Zeit für die Menschen erlebbar machen“, sagt Christiane Kohl, langjährige Journalistin und Geschäftsführerin des Landhauses Bärenmühle in Frankenau-Ellershausen, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Brill das Thema Reformation für den Tourismus aufgearbeitet hat. In der Kasseler Martinskirche stellte Kohl gemeinsam mit Ute Schulte und Holger Schach vom Regionalmanagement Nordhessen, Pfarrer Dr. Willi Temme und der Kasseler Kulturdezernentin Dorothée Rhiemeier der Öffentlichkeit vor. „Das Thema Reformation wirkt für unsere Region über den Tourismus hinaus und zeigt einmal mehr, dass Nordhessen eine Region der Pioniere und Vordenker ist“, sagt Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH.

Einer der bedeutenden Schauplätze der Reformation in Hessen ist Homberg (Efze). Dort berief Landgraf Philipp I. im Jahr 1526 eine Synode ein. Die Versammlung gilt als die erste evangelische Synode der Welt und hatte zur Folge, dass in der Landgrafschaft Hessen die Reformation bereits früher eingeführt wurde als in Sachsen, der Heimat Martin Luthers.  Die Synode fand in der Stadtkirche St. Marien statt, in der heute das Reformationsfenster im Chor an das historische Ereignis erinnert.

Kaum bekannt, aber für die Reformationsgeschichte von großer Bedeutung ist Ziegenhain, heute ein Stadtteil von Schwalmstadt. Dort steht die Wiege der Konfirmation. Kindertaufe oder Taufe als persönliches Bekenntnis zum Glauben? Der Streit um die so genannten „Wiedertäufer“ wurde hier mit einem Kompromiss beigelegt: Die Kindstaufe wurde beibehalten, Heranwachsende sollten zudem ein persönliches Taufbekenntnis ablegen – es war die Geburtsstunde der Konfirmation.

Weitere Schauplätze, die für die Reformationsbewegung von Bedeutung sind: Bad Hersfeld, wo Martin Luther auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms übernachtete und predigte. Die Klöster Haina und Merxhausen sowie das heutige Bad Karlshafen, das in Folge der Reformation für die Ansiedlung französischer Glaubensflüchtlinge gegründet wurde.

„Im Rahmen des Jubiläumsjahres Luther2017 wird die Geschichte der Reformation für Besucher an vielen Schauplätzen in Hessen zugänglich gemacht“, kündigt Ute Schulte, Leitung Tourismus GrimmHeimat NordHessen an. So haben Homberg, Ziegenhain und Bad Hersfeld Stadtführungen zum Thema Reformation entwickelt, der Lutherweg 1521 zeichnet den Reiseweg Luthers durch Hessen nach und Marburg hat ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm aufgelegt. Ein thematischer Reiseführer soll die zahlreichen Spuren der Reformationsbewegung heutigen Bewohnern und Besuchern näher bringen. (red)

Mehr zum Thema gibt es unter www.grimmheimat.de/luther2017



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