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MT verdient sich die ersten beiden Punkte

Michael Allendorf. Foto: Hartung

Michael Allendorf. Foto: Hartung

Kassel/Melsungen. In einem packenden und jederzeit hochklassigen Handballspiel sicherte sich die MT Melsungen beim 32:28 (16:10) gegen den zuvor verlustpunktfreien VfL Gummersbach vor 3.124 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle die ersten beiden Zähler der Saison. Hochverdient, weil die Roth-Sieben das Spiel von der ersten Minute an hoch konzentriert und mit einer bärenstarken Defensivleistung diktierte. Einer nahezu makellosen ersten Hälfte folgte gegen ebenfalls starke und nie aufgebende Gäste  eine von beiden Seiten kämpferisch herausragende zweite. Die zum Ende durch eine Flut von Zeitstrafen fast noch ad absurdum geführt worden wäre. Aber starke MT-Nerven sowie ein Svetislav Verkic in Hochform im Melsunger Tor machten schließlich den Unterschied. Michael Allendorf war für die MT mit zehn Toren, die Hälfte davon per Siebenmeter, erfolgreichster Schütze. Für die Oberbergischen traf Florian von Gruchalla (7/4) am besten.

Im Vorfeld der Begegnung lichtete sich das Lazarett der MT weiter. Mit Kreisläufer Marino Maric war nach Michael Allendorf, der gegen die Rhein-Neckar Löwen bereits eingreifen konnte, der nächste Rekonvaleszent wieder mit von der Partie. Wenn auch zu Beginn nur auf der Bank. Im Vergleich zum Spiel gegen den Meister starteten die Melsunger auf zwei Positionen verändert: Momir Rnic durfte nach seiner famosen zweiten Halbzeit am Mittwoch ebenso anfangen wie Svetislav Verkic im Tor.

Und der Serbe rechtfertigte das Vertrauen sofort mit einer Parade gegen Julius Kühn. Ohne nachhaltigen Vorteil jedoch, weil auf der Gegenseite Johannes Sellin von außen an Carsten Lichtlein scheiterte. Tore fielen in der Anfangsphase ohnehin überwiegend vom Siebenmeterstrich. Zweimal Florian von Gruchalla und einmal Michael Allendorf verwandelten Strafwürfe zum Zwischenstand von 2:2 (6.). Ausdruck zweier aufmerksamer wie auch starker Abwehrreihen, die kaum Lücken zuließen.

Erst allmählich führten auch spielerische Lösungen zu Erfolgen. Wobei sich mit Doppeltorschütze Momir Rnic auch die zweite Änderung der Startformation für die Gastgeber auszahlte. Was der MT insgesamt leichte Vorteile bescherte, die Sellin nach einem feinen Block von Felix Danner per Tempogegenstoß zur ersten Zwei-Tore-Führung nutzte (6:4, 14.). Fast die gleiche Situation noch zweimal nur kurze Zeit später. Erst war es Philipp Müller, der blockte und sofort Sellin zum 8:6 auf die Reise schickte, dann bediente auch Youngster Johannes Golla den Europameister zu dessen drittem Streich – 10:7, das rot-weiße Tempospiel lief gut (20.).

Und nicht nur das. Endlich wurde auch die Überzahl genutzt. Als Evgeni Pevnov auf die Bank musste, wurden mit Sellin und Allendorf jeweils die Außen mustergültig freigespielt und bedient. Mit diesem Schwung im Rücken klappte das dann auch bei personellem Gleichstand, als Patrik Fahlgren den zum Kreis eingelaufenen Allendorf anspielte und der über den zwischenzeitlich für Lichtlein gekommenen Matthias Puhle hinweg vollstreckte (15:9, 29.). Es passte einfach überall in dieser ganz starken ersten Hälfte der Melsunger gegen gar nicht so schlechte Gummersbacher, die aber dennoch keine Chance hatten gegen die Spielfreude, die Fahlgren und Co. an den Tag legten.

Der Start in den zweiten Durchgang wurde den Gastgebern durch die nächste Strafe gegen Simon Ernst erleichtert. Einmal traf Fahlgren, ein weiteres Mal Allendorf vom Siebenmeter und der Vorsprung wuchs weiter an (18:11, 33.). Doch wer dachte, dass sich die Gäste damit geschlagen geben würden, der sah sich getäuscht. Unermüdlich rannten die Spieler des VfL auf das Tor von Verkic und versuchten ihr Möglichstes. Ohne Fortune, weil die Melsunger Abwehr um Felix Danner, in die auch Marino Maric zwischenzeitlich zurückgekehrt war, herausragend agierte. Dazu funktionierte das Umschalten auf den schnellen Angriff weiter nahezu perfekt, so dass die schnellen Außen Allendorf und Sellin ihre Erfolgsbilanzen ausbauen konnten (23:15, 41.).

Nach einer Dreiviertelstunde erlahmten die Kräfte der MT dann doch etwas. Auch die offensiver gewordene Ausrichtung der VfL-Deckung zeigte Wirkung, so dass noch einmal Spannung aufkam. Drei Tore in Folge von Alexander Becker, Julius Kühn und Fabian von Gruchalla führten zum 26:22 (47.), kurz darauf verkürzte von Gruchalla per Strafwurf weiter – 27:24 (49.). Dass nicht mehr passierte, lag auch am gehaltenen Siebenmeter von Svetislav Verkic gegen von Gruchalla sowie einer weiteren Parade aus dem Feld gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden VfL-Rechtsaußen (30:25, 57.).

Dass es in den letzten Spielminuten Zeitstrafen hagelte, wurde der zuvor engagiert, aber nie unfair geführten Partie nicht gerecht. Fünf MT-Akteure mussten das Parkett in den letzten fünf Minuten verlassen, was bei doppelter Unterzahl in der Schlussphase den Gästen fast noch Aussichten auf einen Punkt beschert hätte. Doch spätestens Verkic machte beim Stand von 31:28 (59.) mit seiner sensationellen Parade gegen Christoph Schindler im Gegenstoß den Sack zu und sicherte seiner Mannschaft die ersten beiden hoch verdienten Punkte der Saison.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Ich bin sehr froh über diese zwei Punkte, die waren nicht ganz unwichtig. Man hatte Mittwoch gegen die Löwen schon gesehen, dass die Körpersprache ganz anders war als in den vorangegangenen Spielen. Das hat sich heute fortgesetzt. Den Grundstein haben wir in der ersten Hälfte mit einer guten Abwehr gelegt. Nach der Pause hatten wir die Chance, es noch klarer zu gestalten. Die Zeitstrafen haben aber dazu geführt, dass es zum Schluss unrund wurde. Letztlich hat heute aber nur der Sieg gezählt und genau so müssen wir weitermachen. Ganz stark war Marino Maric, praktisch aus dem Stand. Da sieht man, was so ein Spieler wert ist. Unser Weg da unten raus bleibt zwar hart, aber so wie heute wollen wir weitermachen.

Emir Kurtagic: Glückwunsch an Michael und die MT. Ich denke, das war ein verdienter Sieg für sie. Es ist schwierig, jetzt etwas zum Spiel zu sagen. Man könnte philosophieren: wir waren zur falschen Zeit am falschen Platz. Auf dem Feld waren wir nicht in der Lage, eine Defensive zu stellen, um auswärts auch punkten zu können. Da sind 32 Gegentore einfach zu viel. Klar, dass das zu Unsicherheit im eigenen Spiel führt. Letztlich hat es für uns nicht gereicht, weil wir zu viele einfache Fehler gemacht haben. Die Niederlage müssen wir jetzt verarbeiten und haben eine Woche, um uns auf Magdeburg vorzubereiten. Daheim wollen wir es dann besser machen.

Statistik
MT Melsungen: Verkic (12 Paraden / 24 Gegentore), Villadsen (1 P. / 4 G.); Maric 3, Sellin 7, Golla, Fahlgren 2, Danner 1, P. Müller, Boomhouwer, Rnic 4, Schneider 3, Allendorf 10/5, Vuckovic, M. Müller 2, Haenen.

VfL Gummersbach: Lichtlein (2 P. / 14 G.), Puhle (5 P. / 18 G.); Schröter, Ernst 6, Schindler 4, Kühn 4, Jäger, Schöneseiffen, Nyokas, Pevnov 1, Bult, Timm, Schmidt 5/1, von Gruchalla 7/4, Becker 1, Schröder.

Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen, S-H)

Zeitstrafen: 14 – 12 Minuten (Golla 20:13, Danner 37:36, P. Müller 54:18, Schneider 55:45 58:04, Maric 56:07, Allendorf 57:30  – Kühn 4:37, Pevnov 24:11, Ernst 30:25 56:07, Schindler 53:39, Becker 55:00)

Strafwürfe: 5/5 – 6/5 (von Gruchalla scheitert an Verkic 53:07)

Zuschauer: 3.124 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Die nächsten Spiele:
Mi., 21.09.2016, 19:00 Uhr, SG Flensburg/Handewitt – MT Melsungen, Flens-Arena Flensburg

(Bernd Kaiser)



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