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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

BTHS beim ersten Landestreffen Schule ohne Rassismus

Quelle: Thomas Schattner

Quelle: Thomas Schattner

Homberg. Annemarie Wittig, Jens Becker (beide Q3, Jahrgang 13) und als begleitender Lehrer Thomas Schattner vertraten die AG „Schule ohne Rassismus“ der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule im Homberg beim ersten Hessen weiten Treffen der SoR-Schulen, zu dem sich  knapp 50 Schulen des Landes angemeldet hatten. Jede Schule wurde von zwei Schülern und einem Lehrer vertreten, so dass ca. 140 engagierte Schüler und Lehrer zusammen kamen.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Oliver Fassing, der neue Landeskoordinator der Courage-Schulen in Hessen, dass es leider keine Schule ohne Diskriminierung, Mobbing, etc. gäbe. Deshalb sei es Aufgabe der engagierten Schulen, nicht wegzuschauen und jeden Tag aufs Neue dagegen vorzugehen und den alltäglichen Rassismus zu bekämpfen. Und dazu hatten die Organisatoren ein abwechslungsreiches und interessantes Programm für diesen Tag zusammen gestellt.

Neben dem Kennenlernen von Projekten anderer Schulen stand vor allem der Fortbildungscharakter im Zentrum des Programms. So besuchten die Repräsentanten der Schule am Vormittag einen Workshop unter dem Titel: „Lernen aus dem NSU (Nationalsozialistischer Untergrund): Aktiv gegen Rassismus und Neonazismus“. Zentral war dabei die Klärung der Frage, in welchem gesellschaftlichen Klima fanden in den Jahren zwischen 2000 und 2007 die rechtsterroristischen Morde an neun Migranten (u.a. an dem 21jährigen Halit Yosgat aus Kassel im Jahr 2006, das neunte sowie jüngste  und  vermutlich letzte Mordopfer der Rechtsterroristen) und einer Polizistin statt? Dabei wurde auch darüber diskutiert, warum kennt nahezu jeder die Namen der Täter, jedoch kaum einer die Namen der Opfer. Deswegen standen auch Texte von Opferangehörigen im Zentrum einer intensiven Gruppenarbeit, in der es zum einen inhaltlich um die Pannen und Fehler der polizeilichen Ermittlungsarbeit im Kontext unserer Gesellschaft ging. Zu anderen wurde ebenfalls intensiv thematisiert, welche Folgen diese Fehler der Staatsschützer persönlich für die Familienmitglieder der ermordeten Opfer hatten. Ismail Yasar, der Sohn des ersten Opfers des NSU    Ismail Yasar aus Nürnberg, beschrieb die Folgen wie folgt: Die Polizei „hat uns damals beschuldigt und ausgefragt und bis heute hat sich keiner von denen bei uns entschuldigt. Wie soll man da Vertrauen haben? Meine Einstellung ist daher: Man kommt auch ohne die klar“.

Nachmittags besuchten die THS-Repräsentanten die Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“, welche der Landesverband Hessen der Deutschen Sinti und Roma konzipiert hatte. Die im Dezember 2015 erstmals gezeigte Ausstellung zeigt auf 31 Roll-Ups die jahrhundertelange Diskriminierung und Ausgrenzung dieser Minderheit der deutschen Gesellschaft (die Sinti sind seit dem frühen 15. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik nachweisbar) und vor allem wie sich Vorurteile immer wieder historisch verselbstständigten. Trauriger Höhepunkt der Ausstellung ist die bewusste Deportation und Ermordung der Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Zeit und die Schwierigkeit dieser Minderheit nach 1945 dafür Wiedergutmachung zu erlangen. Während der Betrachtung der Ausstellung erläuterte Rinaldo Strauß, der stellvertretende Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes, kenntnisreich, vertiefend und für die Schüler der AG beeindruckend die Ausstellungsinhalte zum Antiziganismus.  Deswegen wurde bereits noch in Frankfurt von den Schülern angedacht, diese Ausstellung im Januar bzw. Februar an der BTHS zu zeigen.

Hocherfreut waren dann die Repräsentanten der BTHS als ihnen Oliver Fassing von der Anne Frank-Bildungsstätte mitteilte, dass er gerne zum 10ten Geburtstag der AG am 28. Juni 2017 nach Homberg kommen würde. Umgekehrt war dieser begeistert von der Idee der AG, aus diesem Anlass alle ehemaligen Mitglieder der AG an ihre alte Schule einzuladen.

Zufrieden und von vielen neuen Eindrücken geistig geprägt, begaben sich die BTHS-Schüler dann wieder auf die Rückreise. Schließlich hatte der Tag Mut gemacht und gezeigt, dass die AG „SoR“ der BTHS nicht alleine dasteht, wenn es gilt, Rassismus und Diskriminierung im Schulalltag zu bekämpfen. (Thomas Schattner)



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