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Partnerschaftsverein reiste nach Pila, Danzig und Thorn

Leckeres Mittagessen in der Schule von Osiek. Foto: D. Werkmeister

Leckeres Mittagessen in der Schule von Osiek. Foto: D. Werkmeister

Schwalm-Eder. 25 Teilnehmer fuhren Anfang Oktober zu einem Besuch in den Landkreis Pila, dem polnischen Partnerkreis des Schwalm-Eder-Kreises. Auf dem Programm standen die Begegnungen mit den Mitgliedern und Freunden des polnischen Partnerschaftsvereins sowie die gemeinsame Besichtigung der Städte Danzig und Thorn und der Region Pila. Gabriela Kwiatkowska, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Polen, und Karl Großenbach mit dem Vorstand des hiesigen Deutsch-Polnischen Partnerschaftsvereins, hatten ein interessantes Programm für die einwöchige Bürgerreise vorbereitet. Im Gegensatz zu den konventionellen Studienreisen standen das Kennenlernen, Gespräche und gemeinschaftliche Aktivitäten von Deutschen und Polen im Mittelpunkt.

Die Reisenden aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurden nach der elfstündigen Busfahrt sehr herzlich in Pila begrüßt. Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel Gromada wurden die ersten Kontakte geknüpft. Am nächsten Vormittag wurde die Reisegruppe von Landrat Komarowsky in der Verwaltung des Kreises Pila empfangen. Es war der Tag der Deutschen Einheit und zugleich ein Tag der Partnerschaft und Freundschaft zwischen Deutschland und Polen, wie mehrere Redner betonten.

Freilichtmuseum Osiek und ein besonders schöner Schulbesuch
Anschließend fuhr die Reisegruppe nach Osiek a. d. Netze,  wo sie mit ihren polnischen Freunden das Freilichtmuseum besichtigte. 2.500 Jahre alte archäologische Grabfunde waren der Ausgangspunkt für die Anlage eines für diese Region typischen Angerdorfes mit der Rekonstruktion zahlreicher historischer Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Eine angenehme Überraschung erwartete die Gäste aus Schwalm-Eder bei dem anschließenden Besuch der Schule von Osiek. Die polnischen Freunde hatten einen Klassenraum zu einem Speisesaal umfunktioniert und ein schmackhaftes Essen mit „Bigos“ auf die Tische gezaubert. „Bigos“ gilt unter Kennern als das typische Nationalgericht der Polen. Diese Herzlichkeit und Gastfreundschaft der polnischen Freunde begleitete die Gruppe aus Schwalm-Eder auf der gesamten Reise.

Danzig

Führung in der Danziger Altstadt. Foto: D. Werkmeister

Führung in der Danziger Altstadt. Foto: D. Werkmeister

Am dritten Tag führte die Reise nach Danzig. Gemeinsam mit den Mitgliedern des polnischen Partnerschaftsvereins wurde in kleinen Gruppen die Danziger Innenstadt erkundet. Der Neptunbrunnen, die Marienkirche und weitere Sehenswürdigkeiten wurden mit Kameras oder dem Smartphones festgehalten.

Am nächsten Tag konnten die ersten Eindrücke von der Ostsee-Metropole vertieft und durch die Hinweise und Erläuterungen eines Stadtführers erweitert werden. Er wies besonders darauf hin, dass die Altstadt von Danzig im 2. Weltkrieg zu rund 90 Prozent zerstört und die Gebäude mit viel Sorgfalt rekonstruiert wurden. So besichtigte die Gruppe den Artushof (um 1350 erbaut), der früher ein Gasthof und Treffpunkt für reiche Kaufleute und Adlige war.

Weitere Programmpunkte waren das monumentale Solidarnocs-Denkmal an der Danziger Werft und die Westerplatte, eine Halbinsel zwischen Ostsee und Weichsel. Hier begann mit dem Beschuss eines polnischen Munitionslagers am 1. September der 2. Weltkrieg. Die dort noch zu sehenden Zerstörungen und Einschüsse wirkten bei kaltem und stürmischem Regenwetter sehr bedrückend.

An den Abenden gab es mit den polnischen Freunden viel zu besprechen, und es wurden mit Gitarrenbegleitung etliche internationale Lieder gesungen.

Wegen des starken Sturmes konnte eine geplante Schifffahrt nicht stattfinden. Auch die längste hölzerne Seebrücke Europas im Ostseebad Zoppot war beschädigt worden und durfte nicht betreten werden. Bei Windstärke 6 wurde der Bus nur für eine Kurzbesichtigung des Kurortes und der -Seebrücke verlassen.

Marienburg
Entschädigt wurde die Reisegruppe auf der Rückreise nach Pila jedoch mit einer Führung durch die Marienburg am Fluss Nogat – vom Deutschritterorden im 13. Jahrhundert erbaut,  UNESCO-Weltkulturerbe und die größte Backsteinburg der Welt.

Thorn  

Die Reisegruppe vor dem Kopernikus-Denkmal in Thorn. Foto: D. Werkmeister

Die Reisegruppe vor dem Kopernikus-Denkmal in Thorn. Foto: D. Werkmeister

Der vorletzte Tag führte nach Thorn. 1233 wurde die Stadt an der Weichsel durch Ritter des Deutschen Ordens gegründet. Sie war Heimatstadt des weltberühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus. Die mittelalterliche Bebauung der Altstadt ist fast vollständig erhalten geblieben und macht Thorn zu einer besonders reizvollen Stadt. Viele Reiseteilnehmer nahmen sich leckeren Lebkuchen, eine Thorner Spezialität, mit nach Hause.

Pila und der Abschluss
Am letzten Tag in Pila konnten die Reisenden den großen Markt, das moderne Kulturzentrum mit der Kunsthalle oder das Bezirksmuseum besuchen. Im Museum sind die Spuren der bewegten deutschen Geschichte von Pila/Schneidemühl dokumentiert.
Der gemeinschaftliche Abschluss fand im festlichen Saal des Hotels Gromada statt. Erinnert wurde an den vor 25 Jahren unterzeichneten „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“

Neben den Mitgliedern des polnischen Partnerschaftsvereins waren auch Vertreter des Landkreises Pila und einiger Gemeinden anwesend.

In den kurzen Ansprachen wurde an die Entwicklung der Partnerschaft der beiden Kreise und an die Geschichte der Aussöhnung zwischen beiden Nationen nach dem Ende des Krieges erinnert. Im Mittelpunkt aber standen Gespräche über die schöne, erlebnisreiche Woche, es wurde gelacht, gescherzt und gesungen.

Im nächsten Jahr will der polnische Partnerschaftsverein zum Gegenbesuch in den Schwalm-Eder-Kreis reisen. Während Lobzenica und Schrecksbach bereits Kontakte für eine Gemeindepartnerschaft aufgenommen haben, sucht die Stadt Wyrzysk noch einen Partner in unserem Landkreis.

Das Resümee der Gruppe lautete: Das Wetter war zwar feucht und kühl, aber die Begegnungen waren herzlich und es gab viele gute Gespräche. Pila und der Besuch der polnischen Freunde ist immer eine Reise wert. (Dieter Werkmeister)



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