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Christian Schulz lief die 800 Meter in 2:00,36 Minuten

Die vier Melsunger Starter am zweiten Tag der Landes-Hallenmeisterschaften in Frankfurt. Foto: nh

Die vier Melsunger Starter am zweiten Tag der Landes-Hallenmeisterschaften in Frankfurt. Foto: nh

Frankfurt/Melsungen. Am zweiten Tag der Landes-Hallenmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach feierte der 19-jährige Christian Schulz im 800m-Lauf eine glanzvolle Auferstehung. Der Vorjahres-Jugendliche, der sein Talent noch nicht erkannt hat, sonst würde er nicht nur zweimal wöchentlich trainieren, lief am 7. Januar in Erfurt die 800 Meter in 2:04,40 Minuten. Mit dieser Zeit unterbot er die schwache Norm von 2:08 Minuten für die Landesmeisterschaften und bereitete sich zwei Wochen darauf vor.

Sein Auftreten im ersten von zwei 800m-Zeitendläufen entfachte zumindest im Melsunger Lager helle Begeisterung, denn der Abiturient hielt im Konzert der unter Zwei-Minuten-Läufer sehr gut mit. Die erste Runde legte Schulz hinter Lukas Ruckert (Rosenthal) und Patrick Hessami (Königstein) in 28,7 Sekunden zurück. Auch nach der Hälfte der Strecke, die er in 58,1 Sekunden passierte, hatte er noch Kontakt zu Ruckert und Hessami. Überraschend lief Christian Schulz immer noch vor dem Jugendlichen Philipp Ahne (Hanau-Rodenbach), denn Hessami und Ahne hatten eine Woche vorher bei den Jugendmeisterschaften das 800m-Rennen unter zwei Minuten beendet. Es war frappierend, dass nach der dritten Runde die Reihenfolge immer noch

Christian Schulz nach der ersten Runde auf Rang drei beim 800m-Lauf der Männer. Foto: nh

Christian Schulz nach der ersten Runde auf Rang drei beim 800m-Lauf der Männer. Foto: nh

unverändert war. Für Christian Schulz wurde ein brutales Tempo gelaufen, aber nach 600 Meter demonstrierte er mit 1:29,2 Minuten sein großes Talent auf der Mittelstrecke. Benjamin Lückert (SC Steinatal), der mit 2:09,93 Minuten gemeldet war, spielte bereits nach der ersten Runde keine Rolle mehr. Lukas Ruckert vom TSV Rosenthal, der im Vorjahr die 800 Meter in 1:57,01 Minuten lief, gab die Pace an. Aber der 25-Jährige konnte sich von Christian Schulz, der seine Haut teuer zu Markte trug, nicht wie erwartet weit absetzen. Auf der Zielgeraden schob sich Philipp Ahne von Position vier an Christian Schulz vorbei und blieb im Sog von Ruckert (1:59,19) und Hessami (1:59,41) mit 1:59,62 Minuten als Dritter ebenfalls unter zwei Minuten. Christian Schulz sicherte sich in diesem packenden Rennen mit persönlicher Bestzeit von 2:00,35 Minuten den vierten Platz. Dem als großen Kämpfer hinlänglich bekannten Röhrenfurther fehlte nach dem zu schnellen Beginn am Ende die Kraft. Aber dieser Lauf konnte sich sehen lassen. Benjamin Lückert, der vor diesem Meisterschaftslauf als vermeintlicher Gegenspieler für Christian Schulz galt, kostete den bitteren Kelch des Hinterherlaufens bis zur Neige aus und kam nach 2:04,39 Minuten ins Ziel.

Zielfoto vom 800m-Lauf der Männer - Christian Schulz belegt mit Bestzeit von 2:00,36 Minuten den vierten Platz. Foto: nh

Zielfoto vom 800m-Lauf der Männer – Christian Schulz belegt mit Bestzeit von 2:00,36 Minuten den vierten Platz. Foto: nh

Fünfzehn Minuten später startete Marvin Knaust im 800m-Lauf der MU18. Nachdem er im Training mit guten Leistungen aufwartete, konnte man von ihm in Frankfurt eine Zeit unter 2:08 Minuten erwarten. Aber der 16-Jährige blieb erneut den Beweis schuldig, auch im Wettkampf Zeiten unter 2:10 Minuten zu laufen. Der erste 800m-Zeitendlauf war von der Besetzung her für Marvin Knaust optimal. Nach der ersten Runde lag der Jugendliche aus Felsberg mit 30,7 Sekunden hinter dem Gelnhäuser Führungsduo Niedernostheide und Böckelmann auf Rang drei. Thomas Kunstmann (Wiesbaden), der dieses Rennen in 2:07,85 Minuten später für sich entschied, hielt sich auf Rang vier vor Louis Hartwig (Hess. Lichtenau) noch zurück. Für die ersten 400 Meter wurde Knaust mit 63,8 Sekunden herausgestoppt und lag damit unter der anvisierten Zeit von 2:08 Minuten. Aber auf dem zweiten Streckenabschnitt lief er sich fest und verlor an Kraft und Energie mit Positionskämpfen. Nach 1:37,5 Minuten für die ersten drei Runden, fehlte es ihm an der Spurtgeschwindigkeit, das Blatt noch zu wenden. Marvin verlor immer mehr den Anschluss und war nicht mehr fähig, an das Feld heranzulaufen. Als Fünfter erreichte der Fritzlarer Ursulinen-Schüler nach 2:10,95 Minuten die Ziellinie, was in der Gesamtwertung nur Rang dreizehn bedeutete. „Dieser Meisterschaftslauf war für Marvin eine gute Möglichkeit, mit 2:08 Minuten Rang sieben zu belegen. Vielleicht hat er sich selbst zu viel Druck gemacht, so dass er nicht locker genug war“, sagte Wagner zu der nicht perfekten Vorstellung seines Schützlings in einer ersten Stellungnahme.

Nach der Hälfte des Rennens über 800m der WU18 liegt Lynn Olson noch auf Rang fünf. Foto: nh

Nach der Hälfte des Rennens über 800m der WU18 liegt Lynn Olson noch auf Rang fünf. Foto: nh

Besser machte es die gleichaltrige Lynn Olson, die in der gesamten Vorbereitungsphase wegen gesundheitlicher Schwierigkeiten nicht trainieren konnte. Bei einem Test am 7. Januar legte sie die vier Hallenrunden in 2:34,90 Minuten zurück und auch bei den Landesmeisterschaften der U20, die eine Woche später in Hanau stattfanden, war sie mit 2:33,74 Minuten nur unwesentlich schneller. Aber in Frankfurt zeigte sich die 16-Jährige von ihrer kämpferischen Seite und lief ein taktisch hervorragendes Rennen. Im ersten der beiden 800m-Zeitendläufe lief sie hinter Maren Guthier, die mit einer falschen Startnummer lief, ohne dass es die Kampfrichter bemerkten, Anna Schwarzer (beide Groß-Gerau), Lisa-Marie Überall (Enkheim) und Greta Hafenegger (Dornburg) die ersten beiden Runden auf Rang fünf und passierte die Hälfte der Strecke nach 71,4 Sekunden. Auch auf dem zweiten Teil zeigte sie ein konzentriertes und mutiges Rennen und lag eingangs der letzten Runde nach 1:51,6 Minuten hinter Guthier und Überall auf Rang drei. Vor der letzten Kurve musste Guthier für ihr schnelles Anfangstempo Tribut zollen, so dass sie von ihren beiden Verfolgerinnen überholt wurde. Auf der Zielgeraden entwickelte sich noch ein spannender Zweikampf um den Sieg. Aber Lisa-Marie Überall ließ sich nicht mehr überholen und setzte sich in 2:28,70 Minuten vor Lynn Olson (2:29,52) durch. Als Dritte lief Maren Guthier nach 2:30,53 Minuten über die Ziellinie. „Schade, dass Lynn einige Wochen nicht trainieren konnte, sonst hätte sie um Platz vier in der Gesamtwertung mitlaufen können“, sagte Alwin J. Wagner, der sich nach dieser großartigen Vorstellung über Platz neun und ihre Zeit freute.

Eingangs der letzten Runde zieht Lynn Olson konzentriert und mutig nach vorn und belegt am Ende Rang zwei. Foto: nh

Eingangs der letzten Runde zieht Lynn Olson konzentriert und mutig nach vorn und belegt am Ende Rang zwei. Foto: nh

Eine Enttäuschung dagegen bot im Weitsprungwettbewerb der Männer der Melsunger Jan Ullrich. Weil Gianluca Puglisi der Konkurrenz mit 7,34 Meter zu überlegen war und souverän vor Carlos Castro-Schauer (Frankfurt, 6,91 m) und Lennart Genz (Stadtallendorf, 6,74 m) blieb, fehlte diesem Wettbewerb die Spannung. Jan Ullrich blieb bei diesem Jahreshöhepunkt müde und kraftlos mit seinen drei gültigen Sprüngen von 6,04, 6,18 und 6,01 Meter fast immer einen halben Meter hinter seiner Hallenbestleistung zurück, die er vor zwei Monaten in der heimischen Stadtsporthalle ohne Spikes mit 6,54 Meter aufgestellt hatte. „Mir fehlte die Spritzigkeit und die Kraft“, sagte der Maschinenbaustudent als Achter nach dem Wettkampf. „Wer am Abend vor dem wichtigsten Hallenwettkampf des Jahres noch ein Krafttraining absolviert, der hat entweder von der Trainingslehre keine Ahnung oder er nimmt diese Meisterschaften nicht ernst“, war der erste Kommentar vom enttäuschten Trainer Alwin J. Wagner. (ajw)



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