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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 15. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Kino: Sing und Paula in der Melsunger Stadthalle

Quelle: Kultur- und Tourist-Info Melsungen

Quelle: Kultur- und Tourist-Info Melsungen

Melsungen. Am 22. Februar 2017 ist wieder Kino-Time in der Melsunger Stadthalle. Gezeigt werden der Kinderfilm „Sing“ um 16 Uhr, Eintritt: 5 Euro, und der Erwachsenenfilm „Paula – mein Leben soll ein Fest sein“, um 19.30 Uhr, Eintritt: 6 Euro.

Sing

In der animalischen, animierten Fabelwelt von Sing, die irgendwie weit, weit weg, aber doch auch ganz, ganz nah an unserer Realität ist, lebt ein Koala Bär namens Buster Moon (Matthew McConaughey/Daniel Hartwich). Und dieser liebt das Musiktheater so sehr wie es vielleicht nur ein Busby Berkeley, ein Andrew Lloyd Webber oder ein Kurt Weill jemals liebten. Seine Hingabe ist gänzlich und episch. Aber im Gegensatz zu Weill und Co. ist sein Talent nur durchschnittlich. Deswegen steht sein Theater vor der Pleite, jede seiner bisherigen Shows war eher Nachahmung denn Meisterwerk. Was also tun? Buster Moon entscheidet sich für das Einzige, das ihm ein schnelles Glücksversprechen und fixes Geld zu bieten scheint: eine Talent-Show, die seinem Haus Aufmerksamkeit und Eintrittsgelder und den Talenten einen kurzen Moment von Ruhm verspricht. Und 1000 Dollar. Doch leider macht seine sehr, sehr alte Sekretärin einen Tippfehler und erhöht den Gewinn auf 100.000 Dollar… (Beatrice Behn)
USA 2016, R.: Garth Jennings, Animationsfilm, 108 Min., ab 0 Jahren.

Quelle: Kultur- und Tourist-Info Melsungen

Quelle: Kultur- und Tourist-Info Melsungen

Die kunterbunte Welt von „Sing“ wird ausschließlich von liebenswerten Tiercharakteren bevölkert, wie dem vornehmen Koala Buster Moon, dessen früher so schillerndes Theater kurz vor dem Ruin steht. Doch Buster ist ein echtes Schlitzohr, der einfach alles tun würde, um sein Lebenswerk zu retten. Deshalb nutzt er seine letzte Chance und veranstaltet die tierischste Casting-Show, die die Welt je gesehen hat.

Paula – Mein Leben soll ein Fest sein
Das Drama über das kurze, wilde Leben der Paula Modersohn-Becker zeigt eine lebenshungrige Frau, die gegen alle Konventionen um 1900 herum als Künstlerin arbeitet.

Carla Juri (u. a. „Feuchtgebiete“) liefert als Paula eine intensive Interpretation der Malerin als leidenschaftliche, spontane Frau. Im Vordergrund steht ihre Beziehung zum Kollegen und späteren Ehemann Otto Modersohn (Albrecht Abraham Schuch).

Christian Schwochow inszeniert formgewandt und in teils wunderbaren Bildern (Kamera: Frank Lamm) nach einem Drehbuch, das mit der heißblütigen Hauptfigur nicht mithalten kann. Das Ergebnis ist ein Biopic mit Einblicken in eine spannende Epoche und ins Leben einer Künstlerin, deren Werk bis heute strahlt.

Wenn etwas ungewöhnlich ist an diesem Film über eine ganz und gar ungewöhnliche Frau, dann ist es Carla Juri und ihre intensive Spielweise: Sie vibriert förmlich vor Lebensfreude und Lebenslust; ihre spontanen Gesten und Blicke, die manchmal überraschend witzigen Kommentare, die sie mit liebenswerter, leicht rauer Mädchenstimme hinwirft, und ihre ganze entschlossene, aufrechte Haltung machen aus Paula eine intelligente, leidenschaftliche Frau auf der Suche nach Erfüllung, sowohl in der Kunst als auch im Privaten. Carla Juri tut, was sie kann, und sogar ein bisschen mehr, um das deutlich zu machen, doch das Drehbuch lässt ihr kaum eine Chance. Zum einen war das Leben der Künstlerin nach allen Quellen deutlich selbstbestimmter, als es hier dargestellt wird. Carla Juri wirkt zudem manchmal wie ein ungezogenes Kind, was irgendwie unzeitgemäß ist. Vielleicht ist das die Interpretation einer heutigen Zeiterscheinung, in der Kindlichkeit bei Erwachsenen gelegentlich nicht nur geduldet wird, sondern auch als eine Art Qualitätsmerkmal gilt, insbesondere bei Frauen. Zum anderen haben die Autoren offenbar versucht, einen möglichst jugendfreien, aber dennoch feministisch irgendwie korrekten Film speziell für den Leistungskurs Kunst der gymnasialen Oberstufe zu schreiben. So sind die Dialoge des Öfteren ein bisschen lehrerhaft bemüht.

Dabei war die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert tatsächlich eine wilde Zeit, in der ordentlich die Post abging, auch bei den Frauen und vor allem in der Kunstszene, siehe Käthe Kollwitz, Alma Mahler und natürlich Paulas Freundin, Clara Westhoff. Da wäre es gar nicht nötig gewesen, Paulas Rolle als Ehefrau und Mutter so sehr in den Vordergrund zu stellen. Zusätzlich huscht hier und da auch noch bildungsbürgerliches Wissen über die Leinwand, so wenn die (nicht genannte) Camille Claudel auftaucht und sich die Kunstfans darüber freuen können, dass sie sie erkennen. (Gabi Sikorski)

Deutschland, Frankreich 2016, Regie: Christian Schwochow, Darsteller: Carla Juri, Albrecht Abraham Schuch, Roxane Duran, Joel Basman, Stanley Weber, Michael Abendroth, Nicki von Tempelhoff; 123 Minuten, ab zwölf Jahren. (red)



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