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Der Stall vor meiner Tür: Ausstellung gut besucht

Kurz vor der Eröffnung: Die Fotoausstellung der Bürgerinitiative Chattengau im Hardehäuser Hof in Fritzlar. Foto: Dickhaut

Kurz vor der Eröffnung: Die Fotoausstellung der Bürgerinitiative Chattengau im Hardehäuser Hof in Fritzlar. Foto: Dickhaut

Niedenstein/Fritzlar. Die Sonne schien und lockte die Menschen ins Freie. Dennoch war die Ausstellung der Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung am Samstag in Fritzlar gut besucht. Wie der Agrarwissenschaftler Dr. Götz Schmidt, einer der Initiatoren und Macher der Fotoausstellung betonte, gab es viele intensive Gespräche mit interessierten Bürgern. Manche Besucher hielten sich gar zwei Stunden im Hardehäuser Hof auf, wo die informativen Tafeln die Auswirkungen der Massentierhaltung illustrierten.

„Nordhessen ist akut betroffen, denn alleine die Kapazitätserweiterung des Geflügelschlachthofs in Gudensberg ergibt rechnerisch einen Bedarf von ca. 30 neuen Großmastanlagen mit je 30.000 Tieren Bestand. Dies verändert nicht nur die Landschaft allgemein, sondern schafft auch konkrete Nachteile für die Anwohner. Aktuell gibt es eine neue Bürgerinitiative in Neukirchen-Seigertshausen im südlichen Schwalm-Eder Kreis, wo eine solche Anlage entstehen soll“, schreibt die BI in einer Mitteilung an SEK-News.

„Zuallerst möchte die Ausstellung natürlich auf das Leid der Tiere aufmerksam machen. 24 Hähnchen auf einem Quadratmeter Fläche, das kann nicht artgerecht sein“, stellt die BI fest. „Und auch 16 Hähnchen auf der gleichen Fläche haben noch immer viel zu wenig Platz, auch wenn das von der sogenannten Tierwohl-Initiative als positiv dargestellt wird.“

Auch die Klimabelastung lasse sich heute nicht mehr wegdiskutieren. Dazu komme: Die Massen an Gülle belasten das Grundwasser. Immer mehr Quellen, auch in Hessen, könnten nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden, weil der Nitratgehalt dort deutlich überschritten werde.

Dabei sei der Fleischkonsum in Deutschland in den letzten zehn Jahren rückläufig, während der Fleischexport sich verdreifacht hat. Das „System Agrarindustrie“ funktioniere so: „Futtermittel aus Lateinamerika, Regenwaldrodung für Agrarflächen, Überproduktion von Fleisch in Deutschland, Exporte nach Afrika und Asien. Die Globalisierung lässt grüßen.“

Und die Verbraucher? „Wenn wie auf Zigarettenpackungen Bilder der gequälten Kreaturen gezeigt würden“, so ist die BI sicher, „ginge der Fleischkonsum deutlich zurück.“ Eine Ausstellungstafel zeige beispielhaft, was alles möglich ist. Begriffe wie „Premium“, „Top-Qualität“ oder auch „Spitzenklasse“ dürften völlig frei verwendet werden. Auch sogenannte Qualitätssiegel gebe es über 1.000 verschiedene in Deutschland, sie könnten quasi frei erfunden werden. „Dem Verbraucher werden idyllische Bildchen von Bauernhöfen gezeigt, in Wahrheit kommt das Fleisch aber aus Massentierställen“, so die BI.

In der Ausstellung werde immer wieder der artgerechte Umgang mit Tieren und ein gemäßigter Fleischkonsum gefordert als erster Schritt. Man beruft sich dabei auch auf Zukunftsforscher: „Fleisch ist die Zigarette von morgen“, lautet eine These. Der Konsum wird deutlich zurückgehen, weil es so nicht weiter gehen kann und wird.

Die Ausstellung soll im Laufe des Jahres an verschiedenen Orten in Nordhessen (u.a. am 24./25.6. im UmweltHaus in Kassel) gezeigt werden. Weitere Informationen unter www.bi-chattengau.de und auf www.facebook.com/bi.chattengau.de. (red)



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