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Gottesdienst für das Handwerk

Konfirmanden arbeiten in Hephata-Holzwerkstatt mit

Stolz präsentieren die Konfirmanden ihre gefräste Lutherrose vor der Hephata-Holzwerkstatt in Treysa. Foto: nh

Stolz präsentieren die Konfirmanden ihre gefräste Lutherrose vor der Hephata-Holzwerkstatt in Treysa. Foto: nh

Schwalmstadt. 15 junge Konfirmanden drängen sich um die riesige CNC-Fräse, während Tischlermeister Berthold Schmerer die letzten Einstellungen vornimmt. Dann geht es los: langsam und präzise frisst sich die Fräse in das Holz. Trotz ihrer Größe kann sie filigrane Arbeiten verrichten. Für die Jugendlichen ist der Ausflug in die Holzwerkstatt der Hephata-Berufshilfe eine willkommene Abwechslung im Konfirmandenunterricht. Die meisten sind 13 bis 14 Jahre alt und zum ersten Mal in einer großen Werkstatt wie dieser.

Interessiert begutachten sie an diesem Nachmittag Anfang Juni die Maschinen und Geräte. Dekan Christian Wachter begleitet sie zu dem Ausflug, bei dem das Familienwappen der Lutherfamilie, die sogenannten Lutherrose, in ein Stück Holz gefräst werden soll. „Die Lutherrose gilt als Symbol der lutherischen Kirchen“ erklärt Wachter seinen Schützlingen. Luther sagt in der Bibel dazu: „Des Christen Herz auf Rosen geht, wenn‘s mitten unterm Kreuze steht.“

Während die Fräse langsam das Kunstwerk im Holz vervollständigt, erzählt der Ausbilder Berthold Schmerer von seinem Berufsalltag im Handwerk. Der Termin in der Berufshilfe dient als Vorbereitung für einen Handwerkergottesdienst, der am 25. Juni 2017 um 10 Uhr in der Schlosskirche Ziegenhain in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft stattfinden wird.

Dabei wird neben einem Bäcker, einem Wasserinstallateur und einem Maler auch ein junger Auszubildender aus Eritrea zu Gast sein um den Jugendlichen einen Einblick in die praktische Lebensrealität der Handwerker zu geben. „Leider entscheiden sich immer weniger junge Menschen für einen handwerklichen Beruf“, bedauert Wachter, „daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die jungen Menschen wieder für dieses Thema zu begeistern.“ Es geht ihm nach eigener Aussage dabei auch darum, klar zu machen, dass ein Beruf im Leben mehr sein kann als pure Arbeitslast. „Es ist erfüllend, eine Aufgabe zu finden, bei der man sich selbst verwirklichen kann und manchmal muss man eben etwas ausprobieren, um herauszufinden welche berufliche Richtung man einschlagen soll.“

Diese Erkenntnis sei vor allem für junge Menschen wichtig, die noch ihren Weg suchten. Gekonnt spannt Wachter in seiner weiteren Ausführung den Bogen zu Luther, der sich gegen den Wunsch seines Vaters wandte, er möge Jura studieren und sich nach einem kurzen Aufenthalt im Kloster dann für ein Studium der Theologie entschied. Christian Wachter selbst würde es heute anders machen, sagt er. Er würde zunächst einen fundierten Beruf erlernen und diesen dann um ein weiterführendes Studium ergänzen. Es sei immer gut wenn man mit seinen Händen etwas schaffen könne, denn praktische Arbeitserfahrung erfahre heutzutage wieder mehr Wertschätzung.

„Im Handwerk liegt eine Kunst, die leider verloren geht, wenn sie keiner mehr ausübt.“ Sachte streicht er mit der Hand über die fertige Holzplatte mit der Lutherrose, die Berthold Schmerer  gerade aus der Fräse geholt und vom Sägestaub befreit hat. „Jesus war übrigens auch Handwerker von Beruf“, fügt er augenzwinkernd hinzu. (sas)



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